Währung

Gulden (fl): Der lateinische Name war "florenus" und deshalb kürzte man den Gulden in ganz Europa mit "fl" ab.

Aus der Zeitschrift "Gewinn" vom März 2004:

Das Pfund kommt von der Waage ...
Nach dem Untergang des Römischen Reiches und den Wirren der Völkerwanderungszeit erließ Kaiser Karl der Große um 780 n. Chr. eine stabile Münzordnung: Aus einem Pfund Silber wurden 20 Schillinge zu zwölf Pfennige prägt. Dieser Pfennig war der direkte Nachfolger römisch-merowingischen "Denar" wurde in Frankreich auch weiter „Denier“ genannt. Im südslawischen Raum überlebte diese Münzbezeichnung als "Dinar" bis heute. Das Münzverhältnis Karls des Großen sollte in England 1.200 Jahr gelten. Das „Pfund Sterling“ war ein Pfund jenes Silbers, das die Kaufleute aus dem Osten, die "Esterlinge", auf die Insel gebracht hatten. Die Abkürzung für das Pfund "lb" und das Zeichen "£" kommt vom lateinischen "libra", der Edelmetallwaage, mit der man Pfund abwog. Der Name "penny" ist eine Abwandlung des fränkischen „Pfennigs“, des alten „Denar". Deshalb kürzte sich der englische penny auch mit "d" ab — lateinisch "denarius". Erst 1971 führte Großbritannien das Dezimalsystem ein und mit dem "shilling" verschwand auch die fränkische Währungsordnung.
Für 500 Jahre blieb der Pfennig die Hauptmünze Europas. Die Pfennige aus der Münzstätte Schwäbisch Hall hießen bald nur "Heller". Graf Meinhard II. von Tirol im 13. Jahrhundert in Meran Pfennige mit zwei Kreuzen auf der Rückseite prägen - die "Kreuzer". Nach seinen Herkunftsort wurde die Münze auch "Etschtaler Kreuzer" genannt, in der Wiener Mundart "Netsch".

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... und der Gulden aus Florenz
Mit der Ausweitung des Handels reichten aber die kleinen Silbermünzen nicht mehr aus. Auch vertraute der asiatische und arabischen Raum sowie so mehr dem Gold. So war es ganz natürlich, dass gerade die Handels- und Bankenstadt Florenz 1252 eine erst europäische Goldmünze prägte. Sie trug das Wappenzeichen Florenz', die Lilie, eine Blume aus Gold, als italienisch nach "fiore" nun "Fiorino d'oro" genannt. Im deutschsprachigen sagte man "gulden (= goldener) Pfennig" oder kurz "Gulden" dazu. Der lateinische Name war "florenus" und deshalb kürzte man den Gulden in ganz Europa mit "fl" ab, die holländischen Gulden mit "hfl". In Ungar - dem ergiebigsten europäischen Goldproduzenten des Mittelalters - hießt der Gulden in Abwandlung der Ursprungsbezeichnung Fiorino nun Forint. Kein Wunder, dass auf den Erfolg des florentinischen Goldguldens eine zweite große Handelsstadt, Venedig, mit der Prägung einer eigenen Goldmünze regierte, die nach dem letzten Wort ihre Inschrift "ducatus - Dukat" genannt wurde.

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Die restlichen Europa gab es wenig Gold, dafür umso mehr Silber. In Frankreich und später in Böhmen wurde um 1300 ein "großer Pfennig" geschlagen - der "Denarus grossus", in der Mundart "Groschen". .....

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Und Geld, das nicht stinkt
Sein Sohn Titos hielt das für keine standesgemäße Einkunftsquelle (Anmerkung: Kaiser Vespasian war ein besonders findiger Finanzmann. Um 70 n. Chr. führte er eine Urinsteuer als Kanalgebühr ein.), worauf ihm sein Vater eine Münze unter die Nase hielt und nur meinte: "Num olet?" - frei übersetzt „Geld stinkt nicht". Im allgemeinen Inflationstaumel der spätrömischen Zeit setzte Kaiser Konstantin der Große um 330 n. Chr. eine Münzreform durch. Um dies auch nach außen zu symbolisieren, nannte er seine Goldmünze den "Solidus Aureus“, den "festen, soliden Aureus". Von diesem Solidus leitet sich nicht nur der Name Schilling ab, der Wortstamm ist auch im französischen sou, in italienischen „soldi“ und dem englischen sold enthalten. „Sold“ für Entlohnung ist nur noch im militärischen Bereich üblich, dort gibt es ja auch die Soldempfänger. die „Soldaten“.

Umrechnungshilfe

Gegenwert für 1 Währungseinheit in Schilling per Dez. 1999

Gulden
(Wiener Währung)
(1 fl = 60 Kreuzer)
fl 1820  öS   187,97
fl 1830  öS   208,47
fl 1840  öS   205,81
fl 1850  öS   171,92
Gulden
ab 1.1.1958
(Österreichische Währung)
(1 fl = 100 Kreuzer)
fl 1860  öS   132,77
fl 1870  öS   123,46
fl 1880  öS   119,61
fl 1890  öS   130,67
Kronenwährung ab 1.1.1892
(1 fl = 2 Kronen; 1 Krone = 100 Heller)
K 1900  öS    66,80
K 1901  öS    68,85
K 1902  öS    68,33
K 1903  öS    67,22
K 1904  öS    65,98
K 1905  öS    62,74
K 1906  öS    61,87
K 1907  öS    59,47
K 1908  öS    59,15
K 1909  öS    58,50
K 1910  öS    56,30
K 1911  öS    53,98
K 1912  öS    53,28
K 1913  öS    53,07
K 1914  öS    53,71
K 1915  öS    31,97
K 1916  öS    15,61
K 1917  öS      7,85
K 1918  öS      4,80
K 1919  öS      1,92
K 1920  öS      0,97
K 1921  öS      0,32
K 1922  öS      0,01
100 Kronen
(Inflation !!)
100 K 1923  öS      0,46
100 K 1924  öS      0,39
Altschilling ab 1.1.1925
(1 aS = 10.000 Papierkronen) (1 aS = 100 Groschen)
aS 1925  öS    35,76
aS 1926  öS    36,12
aS 1927  öS    35,06
aS 1928  öS    34,39
aS 1929  öS    33,42
aS 1930  öS    33,11
aS 1931  öS    34,72
aS 1932  öS    34,39
aS 1933  öS    35,06
aS 1934  öS    35,41
aS 1935  öS    35,41
aS 1936  öS    35,41
aS 1937  öS    35,41
Reichsmark ab 26.4.1938
(1 RM = 1,50 aS)
RM 1938  öS    53,64
RM 1939  öS    54,18
RM 1940  öS    53,11
RM 1941  öS    52,08
RM 1942  öS    51,58
RM 1943  öS    51,58
RM 1944  öS    51,09
RM 1945  öS    47,89
RM 1946  öS    38,04
RM 1947  öS    19,37
Schilling ab 21.12.1945
 (1 S = 1 RM)
S 1948  öS    10,87
S 1949  öS      8,87
S 1950  öS      7,74
S 1951  öS      6,07
S 1952  öS      5,35
S 1953  öS      5,39
S 1954  öS      5,25
S 1955  öS      5,12
S 1956  öS      4,98
S 1957  öS      4,79
S 1958  öS      4,74
S 1959  öS      4,67
S 1960  öS      4,59
S 1961  öS      4,45
S 1962  öS      4,25
S 1963  öS      4,13
S 1964  öS      3,98
S 1965  öS      3,78
S 1966  öS      3,71
S 1967  öS      3,56
S 1968  öS      3,47
S 1969  öS      3,36
S 1970  öS      3,22
S 1971  öS      3,08
S 1972  öS      2,89
S 1973  öS      2,69
S 1974  öS      2,46

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