Sprüche, Bauernregeln, Weisheiten, ...

Spruch über das Längerwerden des Tages nach der Wittersonnenwende (von Herrn Otto Lutz aus Frühwärts)
Am heiligen Oabend, woas a Muckn giahnt, (Anmerkungen gähnen)
auf Silvester, woas an Hahn Schritten macht,
auf Hl. Drei König an Sprung,
auf Lichtmessn a Stund.

Vom Internet: Franz Gumpenberger ist Richter, Volkskultur-Experte, Gestalter und Moderator von Volksmusiksendungen in Radio Oberösterreich. Jeden zweiten Samstag schreibt er in den OÖN die Volkskultur-Kolumne "Da Gumpenberger" (Homepage der oberösterreichíschen Nachrichten 31.1. 2004))
Z'Weihnachten um an Muckngamitzer,
z'Neujoahr um an Hahnenschrei,
z'Dreikönig um an Hirschensprung,
z'Liachtmess um a ganze Stund.
Das Jahr steht wieder im Wachstum.

 
Pauli Bekehrung - 25. Jänner
Pauli Bekehrung - "hoab hin - hoab her" (halb hin - halb her)
Dieser Spruch sagt aus, dass der Winter zur Hälfte vorbei ist. Weiters sollte noch das halbe Heu (Viehfutter) vorhanden sein, damit es bis ins Frühjahr reichte. Manche nehmen hier auch den 2. Februar (Maria Lichtmess) als Bezugspunkt.

 In der Literatur wird Pauli Bekehrung auch als "Halbwintertag" bezeichnet.

 
Vitus (Veit) - 15. Juni
Wer in Veitl net traut, der kriagt a kua Kraut. (Wer dem Veit nicht traut, kriegt auch kein Kraut.)
 
 
"Wos der Mann im Pinkel huamtrogt, trogt die Frau in der Schürzn fuart."

Bedeutung: Was der Mann "im großen nach Hause bringt (verdient, "Geld"), gibt seine Frau "im kleinen" wieder aus (vormals auch zuviel, bzw. "mehr als der Mann nach Haus bringt oder verdient").

 
Pflanz

Pflanz - Schmuck, Zierde
"Pflanztiachl" - Stecktuch in der Brusttasche eines Herrensakkos
"Pfanzstiefeln" - hier Stiefeln oder allgemein Dinge, die nicht unbedingt zweckmäßig sind sondern nur schön ausschauen oder modisch sind - sie sollen die Trägerin "ziehren".
"pfanzreissen oder treibt an Pflanz" - Unsinn (mit jemanden) machen; mit jemanden ein Spaß treiben oder zu Narren halten ("pflanzen")

 
"Im Frühjoahr net zowen, im Hirbst net krowen." (Frau Litschauer aus Weißenbach)

Bedeutung: Im Frühjahr darf nicht zu ungeduldig werden mit der Aussaat und dem Bestellen der Felder. Eine zeitige Aussaat bringt eigentlich nichts bzw. wirkt sich eher negativ auf die zukünftige Ernte aus. Die Herbst sollte man aber zügig die Ernte einbringen und die Arbeiten verrichten (zowen - im Sinne von "zappeln", ungeduldig werden; krowen - die Arbeit, seine Tätigkeit zu langsam verrichten bzw. nicht nichts "weiterbringen" bei seinem Tun).

 
Wetter in der Fastenzeit und Ostern:
"Sind die erste 14 Tage schön, dann sind die nächsten 14 Tage schiach. Sind die ersten 14 Tage schiach, dann sind die nächsten 14 Tage schön und auch Ostern". (von Frau Hermine Steiner aus Kautzen)

14 Tage im Sinne von 2 Wochen bzw. jeweils der Hälfte der Fastenzeit.
 
"Wie waun zwei Betlmauna in Stecka (Bettelstab) tauschen"
In Sinne: Zwei habe Probleme bzw. haben nichts, und wollen sich gegenseitig helfen. Doch keinem kann wirklich geholfen werden bzw. die Probleme bleiben weiterhin bestehen.
 
"Keine Märzennebel - keine Sommergewitter" (Kautzen August 2007)

Bedeutung: Keine Nebel im März, ein trockener Sommer ohne ausreichende Gewitterregen.

 
"Wenn Nebel am letzten April hängen, kommen diese in 100 Tagen als Gewitter herab." (Kautzen August 2007)