Wetter 2010

Teilweise sehr kalter Jänner und Februar - Kälteeinbruch 1. Märzhälfte - kühler, regnerischer Mai - viel Regen im Juni (späte Heuernte) und Juli - späte, verzögerte Ernte im August (Nässe in den Feldern) - sehr warmer November - kalter, schneereicher Dezember
 
Jänner
Der 1. Jänner war mild und trocken, Tagestemperaturen um +7 Grad und teilweise sonnig. Ab 4. Jänner wurde es kühler und der Winter kehrte zurück. In der Nacht gab es Temperaturen um -5 Grad, tagsüber um null Grad. Ab 7. Jänner bis zum 10. Jänner gab es Schneefälle, die Schneedecke erreichte ca. 20 cm. Am 11. Jänner fiel das Thermometer in der Früh auf -12 Grad, tagsüber war es teilweise sonnig und kalt. In den nächsten Tagen lagen die Temperaturen einige Grad unter null. Vom 15. bis 17. gab es nochmals Schnee. Besonders in der Nacht vom 17. auf 18. Jänner fielen ca. 10 cm feuchter Schnee. Am 18. Jänner stiegen tagsüber die Temperaturen knapp über null, es taute ein wenig. Ab 21. Jänner begannen die Temperaturen auf ca. - 10 Grad zu fallen, es gab kaum Tageserwärmung. Es gab auch kaum nennenswerte Niederschläge. In der Nacht von 25. auf 26. Jänner fielen die Temperaturen auf -19 Grad. Ab 27. Jänner stiegen die Temperaturen auf null Grad und tagsüber etwas darüber. Es gab etwas Schneefall, tagsüber teilweise Sonnenschein; Sonnenschein war in den letzten Wochen rar. Bis Ende Jänner blieb das Wetter unverändert.
Februar
Der Februar begann wie der Jänner geendet hat. Tagsüber die Temperaturen etwas im Plus, in der Nacht etwas im Minus. Es gab ab und zu etwas Schnee, manchmal etwas Sonne. Ab 5. Februar fielen die Temperaturen wieder, nachts auf ca. -7 Grad, tagsüber etwas unter null. Vom 9. auf 10. Februar schneite es etwas. In der nächsten Nacht, 10. auf 11. Februar, kamen ergiebigere Schneefälle, einige Zentimeter. Die Temperaturen lagen um -5 Grad. Ab 12. Februar blieb das Wetter konstant: kaum Sonne, ab und zu ein paar Schneeflocken, tagsüber knapp unter null und in der Nacht einige Grad darunter. Ab 20. Februar wurde es milder, tagsüber taute der Schnee etwas und die Sonne kam etwas mehr hervor. Der 21. Februar war besonders sonnig, doch die Luft blieb noch kalt, einige Grad über null ermöglichten tagsüber etwas Tauwetter. In der Nacht sanken die Temperaturen in klaren Nächten unter - 5 Grad und darunter. Die Sonne machte sich in den letzten Wochen sehr rar. In den nächsten Tagen lag die Temperatur tagsüber knapp über null, in der Nacht etwas unter null. Es blieb trübe und es taute etwas. Die Nacht von 24. auf 25. Februar blieb frostfrei, und der 25. Februar war sonnig und warm. Es taute stark, es war der erste schöne warme Tag. Der Februar ging mit Temperaturen über null zu Ende, am 27. Februar gab es etwas Regen.
März
Der 1. März war sonnig, der 2. nur mehr teilweise. Die Schneedecke war durch das Tauwetter schon dünner und zeigte vereinzelt schon den Erdboden. Am Abend des 2. März sanken die Temperaturen auf null Grad, und es fielen ein paar Flocken. In den nächsten Tagen sank in der Nacht die Temperaturen auf ca. minus 5 Grad, am Tag lagen die Temperaturen um null Grad. Ab und zu schien die Sonne. Am späten Vormittag des 6. März begann es ziemlich heftig zu schneien, es hielt fast den ganzen Tag an. In der Nacht auf 7. März sanken die Temperaturen auf -14 Grad. Der 7. März wurde sonnig und kalt. In den nächsten Tagen sanken die Temperaturen nachts bis auf - 14 Grad; tagsüber war es sonnig, aber kalt. Ab 11. März wurde es milder - um null Grad, doch es schneite die nächsten Tage etwas, am 13. März sehr ausgiebig. Die nächsten Tage brachten nochmals etwas Schnee, tagsüber lagen die Temperaturen  knapp über null, in der Nacht unter null. Am 17. März wurde es etwas wärmer und trocken, etwas Schnee schmolz. Am 18. März stellte sich Frühlingswetter ein: Die Temperaturen stiegen tagsüber auf fast +15 Grad, es war zum größten Teil sonnig. Der Schnee begann zu schmelzen, die Schneedecke war schon dünn und zeigte große Löcher. Am 21. März regnete es etwas. Die nächsten Tage brachten warmes, sonniges Wetter, der Schnee war bis etwa 25. März fast zur Gänze verschwunden. Die Morgenfröste nahmen ein Ende und tagsüber stieg das Thermometer auf über 15 Grad. Gegen Ende des Monats wurde es etwas kühler und unbeständiger, am 31. März gab es Regen.
April
Am 1. April (Gründonnerstag) schneite es abends etwas, vermischt mit Regen. Am nächsten Tag in der Früh lag eine dünne Schneedecke, die jedoch tagsüber wieder verschwand. Die ersten Apriltage brachten auch Morgenfröste. Der 3. und 4. April waren sonnig. In der Nacht von 4. auf 5. April gab es ergiebigen Regen. Die nächsten Tage waren sonnig, aber es herrschte relativ kalte Luft. In der Früh gab es leichten Morgenfrost. Am 9. April wurde ist kühler und windig. Am 10. April gab es Regen mit etwas Graupelschauer. Die nächsten Tage waren kühl, und es gab auch wieder etwas Regen. Vom 12. bis 15. Mai regnet es bei kühlen Temperaturen täglich. Ab 18. April begann sich das Wetter zu bessern. Der 19. April war warm und sonnig, die nächsten Tage waren auch sonnig, aber etwas kühler. In den vergangenen Tagen konnte die Frühjahrssaat ausgebracht werden. Am 22. und 23. April gab es Morgenfrost. Der 24. April war den ganzen Tag sonnig und warm. Der 25. April war etwas kühler, man hörte Donner und es gab etwas Regen. Ab 26. April wurde es frühsommerlich warm, die Tagestemperaturen lagen über 20 Grad.
Mai
Der 1. Mai brachte etwas Abkühlung und einigen Regen. Auch die nächsten Tage brachten Regen und waren etwas zu kühl. Der Regen begünstigte das Wachstum auf den Wiesen und der Aussaat auf den Feldern. Das kühle, oft mit Regen versetzte, Wetter blieb bis über die Monatsmitte hinaus. Die erste Maihälfte war so kühl wie seit über 20 Jahren nicht. Zu Pfingsten (23. und 24. Mai) war das Wetter schön. Die darauf folgenden Tage brachten fast täglich kleinere Gewitter mit Regenschauer. Vor allem das südliche Niederösterreich und Burgenland waren von unwetterartigem Regen und Überschwemmungen betroffen. Es blieb aber weiterhin zu kühl. Gegen Monatsende hin wurde das Wetter etwas schöner, nur am 30. Mai nachmittags gab es kurzen heftigen Regen. Am 31. Mai wurde es schon wieder kühler und windiger.
Juni
Die ersten beiden Tage im Juni waren kühl (ca. 8 Grad tagsüber) und es regnete fast die ganze Zeit. Der 3. Juli (Fronleichnam) war noch bewölkt und kühl. Ab 4. Juli begann eine hochsommerliche Wetterperiode, Tagestemperaturen bis fast + 30 Grad. In dieser Woche wurde zum größten Teil die Heuernte eingebracht bzw. siliert. Der 12. Juni war noch schwül und heiß, am Abend gab es ein Gewitter und etwas später nochmals ordentlichen Regen. Die Temperaturen fielen die nächsten Tage auf unter 20 Grad. Am 13. Juni gab es abends nochmals Regen. Der 14. Juni war wieder trocken und etwas sonnig. Die nächsten Tage waren kühler (um 15 Grad), kaum Sonne und regnerisch, besonders am 18. gab es abends ausgiebigen Regen. Ab 21. Juni wurde es wieder wärmer und sonniger, die Tageshöchsttemperaturen lagen um 20 Grad. Es gab aber auch etwas Regen (21. und 25. Juni). Ab 28. Juni begann eine hochsommerliche, heiße Wetterphase. Bei den letzten wenigen Wiesen wurde das Heu geerntet. Die Tageshöchsttemperaturen stiegen auf über 30 Grad. Am 30. Juni gab es abends Gewitter mit etwas Regen.
Juli
Die hochsommerliche Wetterphase von Ende Juni ging weiter. Ab 5. Juli wurde es merklich kühler (Tageshöchsttemperaturen um 20 Grad, in der Früh unter 10 Grad), am 6. Juli gab es einige Millimeter Regen. Ab 8. Juli wurde es wieder sonniger und wärmer. Es begann eine hochsommerliche, heiße Wetterphase. Die Tageshöchsttemperaturen stiegen auf bis zu über 35 Grad. Es gab keine Niederschläge. Am 15. Juli gab es abends ein Gewitter mit wolkenbruchartigem Regen. Ab etwa 19 Uhr fielen in einer Stunde ca. 60 mm Regen. Der 16. und 17. Juli waren wieder drückend schwül und heiß. Am 17. Juli gab es wieder ein Gewitter, und es regnete in der Nacht dann insgesamt ca. 30 mm. Die nächsten Tage waren teilweise sonnig, teilweise bewölkt. Am 23. und 24. Juli gab es Regen. Der 25. Juli war sonnig, die nächste Tage mehrheitlich trüb. Am 30. Juli gab es ausgiebig Regen, der 31. Juli war sonnig und warm. 
August
Der 1. und 2. August waren noch sonnig und heiß, es konnte der Raps gedroschen werden. Dann wurde das Wetter wechselhaft und kühler, Tageshöchsttemperatur max. 20 Grad. Am 3. August gab es Regen, in der Nacht vom 5. auf 6. August, und ebenfalls am 7. August regnete es den ganzen Tag. In Teilen Niederösterreichs (nördliches Weinviertel und nordöstliches Waldviertel) gab es Überschwemmungen. Ab 8. August wurde es wieder wärmer und sonniger, die Temperaturen stiegen tagsüber auf etwa 25 Grad. Am 8. August gab es nur einen ganz kurzen Regenschauer, am 9. August mehrere kleinere. Der 10. August war sonnig, einige Mähdrescher kamen zum Einsatz auf Äckern, die nicht zu nass waren und das Befahren erlaubten. Das Wetter war tagsüber meistens sonnig, Temperaturen bis etwa 25 Grad. In der Nacht vom 12. auf 13. und 13. auf 14. August gab es ausgiebige Niederschläge, im Osten von Österreich führten diese zu lokalen Überschwemmungen. Die nächsten Tage waren wechselhaft und mäßig warm (Tageshöchsttemperaturen um 20 Grad), gelegentlich gab es Regen (16. und 17. August). Ab 21. August stiegen die Temperaturen wieder auf fast 30 Grad. In den Tagen 21. bis 23. August war es möglich, fast die Ernte zur Gänze abzuschließen. Ab 23. August gab es in der Nacht wieder Regen, ebenso am 24. August vormittags. Am 27. August gab ist in der Nacht Regen bis in den Vormittag hinein. Der 28. und 30. August waren kühl und wechselhaft: etwas Regen, manchmal ein bisschen Sonne. Der 31. August war regnerisch und sehr windig.
September
Die ersten Septembertage waren herbstlich, größtenteils bewölkt. Die Tagestemperaturen lagen etwas unter 20 Grad. Am 4. September regnete es vormittags ausgiebig. Die Frühtemperaturen lagen ab 4. September nur mehr etwa bei 5 Grad. Der 5. September war zum größten Teil sonnig, aber recht kühl. Die nächsten Tage waren bewölkt und nebelig, am 8. September nieselte es den ganzen Vormittag. Die Frühtemperaturen lagen um 10 Grad, die Tageshöchsttemperaturen knapp unter 20 Grad. Am 9. September wurde es sonniger und etwas wärmer (späte Sommertage), der 13. bis 15. September waren wieder trüber, kühler und mit ein paar Regentropfen. Der 16. September war wieder sonnig und mild. Auch die  nächsten Tage waren spätsommerlich schön, sonnig und warm,  tagsüber um 20 Grad, in der Früh aber schon in niedrigen einstelligen Bereich nach klaren Nächten. Ab 25. September änderte sich das Wetter: der 25. und 26. September waren regnerisch und kühl, die nächsten Tage waren zum größten Teil bewölkt und  es gab etwas Niederschlag, nur der 28. September war fast den ganzen Tag sonnig.
Oktober
Der 1. und 2. Oktober waren ohne Sonne, aber trocken. Ab 3. Oktober begann eine sonnige, tagsüber warme Periode. Ab 10. Oktober gab es einige leichte Morgenfröste. Das sonnige Wetter ging am 15. Oktober zu Ende. Es war tagsüber bewölkt und teilweise etwas nebelig. Ab 16. und 18. Oktober gab es etwas Regen. Die nächsten Tage brachten tagsüber zeitweise Sonne, am 22. Oktober gab es kräftigen Morgenfrost bei ca. -4 Grad mit viel Reif auf den Wiesen. Der 23. und 24. waren mit etwa 10 Grad tagsüber recht mild, aber kaum Sonne. In der Nacht gab es etwas Regen. Die nächsten Tage waren kühl, am 27. und 28. gab es Morgenfröste mit einigen Grad unter null, tagsüber war es teilweise sonnig. Ab 29. Oktober wurde es milder.
November
Die ersten Tage im November lagen die Tageshöchsttemperaturen um 10 Grad. Nur am 2. November gab es Regen. Tagsüber war es teilweise recht sonnig. In der Früh gab es keinen Morgenfrost, viel zu warm für November. In den nächsten Tagen gingen die Temperaturen etwas zurück, es war teilweise nebelig. Am 8. November regnete es. Der 11. November war recht windig. Ab 12. November stiegen die Temperaturen wieder stark an, es hatte tagsüber um +15 Grad. Der 13. November war sonnig und mild. Ab 15. November änderte sich das Wetter: Es war meist nebelig und trüb, die Temperaturen lagen um etwa 8 Grad. Ab und zu gab es etwas Regen. Die nächsten Tage waren weiterhin meist nebelig und trüb, die Temperaturen sanken am 19. November auf etwa 5 Grad. Am 19. November gab es etwas Regen, einige Schneeflocken mischten sich unter den Regen, blieben aber nicht liegen. Am 24. November kam der erste Schnee, die Landschaft war etwas „angezuckert“. Die Temperaturen lagen einige Grad unter null. Nur der 27. November war einigermaßen sonnig, daher sank die Temperatur am Abend fast bis auf -10 Grad. Am nächsten Morgen lagen die Temperaturen aufgrund der aufgezogenen Bewölkung nur mehr knapp unter null. Am 28. und 29. November schneite es mehr, es gab ca. 10 cm Neuschnee.
Dezember
Am 1. Dezember gab es wieder starken Schneefall (Verkehrsprobleme in weiten Teilen Österreichs, besonders im Süden und Osten). Der 2. Dezember war tagsüber sonnig, ab 3. Dezember gab es nochmals ausgiebigen Schneefall, die Schneedecke betrug nun ca. 15 bis 20 cm. Der 4. und 5. Dezember waren frei von Niederschlägen, es war nebelig und die Sonne kam aber nicht durch. Die Bäume und Sträucher waren voller Raureif. Die Temperaturen lagen zwischen -5 und - 10 Grad, je nachdem ob es aufklarte oder nicht. Nur am 5. Dezember in der Früh lag die Temperatur bei ca. -15 Grad. Am 6. Dezember kam nochmals etwas Schnee dazu. Am 7. Dezember regnet es etwas, die Temperaturen lagen um null Grad. Es begann leicht zu tauen, die Straßen wurden frei, aber die Schneedecke blieb. Am 8. Dezember gab es einige Stunden Sonnenschein. Ab 10. Dezember gab es jeden Tag Schneefälle. Am 11. und 12. Dezember lagen die Temperaturen um null Grad, dann fielen die Temperaturen auf -5 Grad bis fast -10 Grad. Ab 13. Dezember trug der Wind noch zu heftigen Schneeverwehungen bei, der Straßenräumdienst war ständig im Einsatz. Ab 16. Dezember beruhigte sich das Wetter, der Wind legte sich. Am 16. Dezember war es sehr kalt - unter -15 Grad. Der 17. Dezember war trübe, die Temperaturen lagen um - 5 Grad. Der 18. und 19. Dezember waren tagsüber teilweise sonnig, am 19. Dezember war es aufgrund der klaren Nacht in der Früh sehr kalt - unter - 15 Grad. Ab 20. Dezember drehten die Temperaturen leicht ins Plus und der Schnee begann teilweise zu schmelzen. Die Tage bis zum 24. waren teilweise sehr nebelig, die Sonne kam selten durch. Ab und zu gab es etwas Regen. Der 24. Dezember war trüb, es gab ebenfalls etwas Regen und die Temperaturen lagen noch im Plus. Der 25. Dezember war windig, es schneite etwas und der heftige Wind führte zu leichten Verwehungen. Die Temperaturen begannen zu sinken. Ab 26. Dezember lag die Morgentemperatur bei ca. - 10 Grad. Die nächsten Tage waren kalt (-5 bis -10 Grad), ganz wenig Schneefall, teilweise windig und fast ohne Sonne. Am 30. Dezember sank das Thermometer in der Früh auf ca. -15 Grad, der Tag war sonnig. Am 31. Dezember wurde es dann milder, die Temperaturen blieben knapp unter null. Der Silvester war trübe, es gab ein paar Schneeflocken.
 
Von der Homepage der ZAMG
 
Klimaspiegel
 
Wetter Jahresrückblick 2010

War das Jahr 2010 zu kalt?

Ein Frage, die nach einem kalten und teils schneereichen Winter 2009/10, nach dem Vulkanausbruch in Island im April, nach einem stellenweise trüben und verregneten Sommer und einem kalten Start in den Winter 2010/11 durchaus ihre Berechtigung hat. Gemittelt über die Tal- und Beckenlagen lag die Jahresmitteltemperatur 2010 von Österreich um plus 0.2 °C über dem Mittel 1971-2000. In den Bergregionen etwa über 1500 Meter Seehöhe zeigt sich mit einer mittleren Abweichung von minus 0,5 °C jedoch ein anders Bild. Nach den sehr warmen Jahren 2007 bis 2009 ist das Jahr 2010 in den Niederungen jedoch das kälteste seit 2005 und auf den Bergen gemeinsam mit 1996 das kälteste seit 1985.

Niederschlagsschwerpunkt wieder im Nordosten

Auch im Jahr 2010 lag der Niederschlagsschwerpunkt, wie schon im Vorjahr, im Nordosten des Bundesgebietes. In sieben der zwölf Monate lag hier die relative monatliche Niederschlagsabweichung zum Teil deutlich über den vieljährigen Mittelwerten. Zum zweiten Mal in Folge erlangte der Weinbauort Langenlois (NÖ) mit 160 % (2010: 722 mm) der mittleren Jahresniederschlagsmenge Platz Nummer eins der bundesweiten relativen Niederschlagsstatistik. Aber auch in Vorarlberg, im südlichen Kärnten und im Südburgenland lagen die Jahresniederschlagsmengen mit 110 bis 130 % deutlich über dem vieljährigen Mittel.

Sonnenärmstes Jahr seit 1996

Gemittelt über ganz Österreich erreichte die Sonnenscheindauer rund 96 % des vieljährigen Mittels. Auf den ersten Blick scheint es, dass die gesamte jährliche Sonnenausbeute nur leicht unterdurchschnittlich ausfiel. Durch den markanten Anstieg der jährlichen Sonnenscheindauer seit Mitte der Achtzigerjahre fällt das Jahr 2010 aber unter das Sonnenärmste seit 1996. Einige Orte schafften aber immerhin ein leichtes Plus von ein bis vier Prozent zu den klimatologischen Mittelwerten.

Viel Schnee abseits der alpinen Regionen

Die aufsummierten Neuschneehöhen übertrafen im Jahr 2010 abseits der Hoch- und Inneralpinen Regionen weitgehend die vieljährigen Mittelwerte. Südlich der Linie Lienz - Wiener Neustadt und nördlich der Linie Wiener Neustadt – Mondsee erreichten die Neuschneemengen etwa 130-190 % der mittleren Neuschneesummen. An manchen Orten, wie z.B. Retz (NÖ) fiel nahezu die dreifache der sonst üblichen Neuschneemengen und die Schneedecke hielt sich hier mit 78 Tagen im Jahr 2010 etwa 2,5 mal so lange wie im Mittel. Besonders wenig Schnee in Relations zu den Mittelwerten fiel im Oberen Inntal und am Arlberg. Hier summierten sich nur etwa 50 – 70 % der durchschnittlichen Neuschneemengen. In Landeck schneite es mit nur 50 % (Mittel 1971-2000: 107 cm) der üblichen Neuschneemenge und 20 % (2010: 57 Tage) weniger Schneedeckentage relativ selten zu Gast.

Detaillierter Zusammenfassung: Im Großteil ausgeglichene Temperaturen

Ein detaillierterer Blick auf die Temperaturverteilung Österreichs zeigt, dass im Vergleich zum klimatologischen Mittel 1971-2000, die Jahresmitteltemperatur 2010 von Vorarlberg, über Nordtirol, Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich bis in das Burgenland nahezu ausgeglichen ist. Die Abweichungen bewegen sich hier zwischen minus/plus 0,3 °C. Punktuell wurden in diesen Regionen noch etwas höhere negativen Abweichungen registriert, wie z.B. in Mariazell (St) mit -0,5 °C (Jahresmittel 2010: 5,6 °C) oder der Stadt Salzburg mit -0,4 °C (Jahresmittel 2010: 8,7 °C). Die größten negativen Abweichungen zum vieljährigen Mittel wurden jedoch in den hochalpinen Regionen mit bis zu -0,8 °C in Obergurgl (Jahresmittel 2010: 1,4 °C) erreicht. Die abgesehen von Bergstationen absolut kälteste Temperatur wurde am 27.1. mit -27,6 °C in Gars am Kamp (NÖ) erreicht. Der im Jahresmittel absolut kälteste bewohnte Ort des Bundesgebietes ist mit 3,0 °C St. Jakob/Defereggen (T). Die relativ wärmsten Regionen des Jahres 2010 sind in Osttirol, Kärnten und der Steiermark zu finden. Hier verlief das Jahr 2010 zwischen 0,4 und 0,8 °C wärmer als zum Mittel 1971-2000. Die größte positive Abweichung von 0,8 °C wurde in Lienz (Jahresmittel 2010: 7,8 °C) erreicht. Im Juli, der österreichweit mit +2,6 °C der relativ wärmste Monat des Jahres war, wurden auch die höchsten Temperaturmaxima erreicht. In St. Andrä/Lavanttal (K) erreichte die Temperatur am 22.7. den absoluten Jahreshöchstwert von 37,2 °C. Der Monat Juli war in Graz mit einem Mittel von 22,4 °C auch der wärmste seit Beginn der Messungen im Jahre 1837.

Niederschlagsmengen ausgeglichen bis deutlich übernormal

Im Wald-, Wein-, und Industrieviertel, Wien und Burgenland fiel 30 bis 60 % mehr Jahresniederschlag als es hier durch das vieljährige Mittel zu erwarten ist. Aber auch im Drau- und Gailtal, sowie in Vorarlberg summierte sich im Jahr 2010 um 10 bis 30 % mehr Niederschlag. Wie schon im Vorjahr kam in Langenlois mit 160 % (2010: 722 mm) die relativ größte Regenmenge Österreichs zusammen. Ausschlaggeben für die großen positiven Abweichungen in Ostösterreich waren vor allem die Monate April bis September, in denen im Vergleich zum vieljährigen Mittel durchgehend um 30 – 160 % zu viel Niederschlag fiel. Die größte absolute Jahresniederschlagsmenge summierte sich am Loiblpass (K) mit 2240 mm. In Tirol, Salzburg, Oberösterreich, der Steiermark und Teilen Kärntens fielen den vieljährigen Mittelwerten entsprechende Jahresmengen. Nur in einigen inneralpinen Regionen, wie z.B. im Lungau oder Bad Gastein und im Flachgau blieben die Niederschlagsmengen um 10-20 % hinter den Erwartungen zurück. Der relativ niederschlagsärmste Ort des Jahres 2010 war mit nur 78 % (646 mm) der mittleren Jahresniederschläge St. Michael im Lungau (S). In absoluten Zahlen ausgedrückt ist Mariapfarr mit 620 mm sogar noch hinter den sonst trockenen Weinbauregionen des Weinviertels zurück.

Leicht unterdurchschnittliche Sonnenscheinstatistik

Seit 1996 wurde Österreich nicht mehr so wenig von der Sonne verwöhnt wie 2010 (minus 3 %). Seit dem Jahr 2000 wurde in keinem Jahr das vieljährige Österreichmittel mehr unterschritten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass das Jahr 2010 als besonders trüb und kalt empfunden wurde. Besonders wenig Sonne im Vergleich zum Mittel 1971-2000 schien in Bad Aussee mit nur 86 % (1418 h). Die höchste relative Sonnenausbeute wurde im Jahr 2010 in Feldkirch (V) mit einem Plus von 5 % (1800 h) zum Mittel erreicht. Am absolut längsten konnte man die Sonne in Kärnten auf der Kanzelhöhe (2072 h) genießen.

 

 
Aus den NÖN vom 5. Jänner 2011

Klima - Statistik