Wetter 2007

Schneearmer Winter - Orkan "Kyrill" 18./19. Jänner - mildes Frühjahr/zeitige Pflanzenblüte - zu warme erste Jahreshälfte - Ende Juli abgedroschen - trocken - erst im September ausgiebigeren Regen - etwas Schnee im November und Dezember
 
Jänner
Der Silvester war tagsüber sonnig und mild. Am 1. Jänner 2006 betrug die Temperatur in der Früh + 8 Grad. In den folgenden Tagen gab es ganz wenig Schnee und Morgenfröste, doch der blieb nur einige wenige Tage liegen. Die Temperaturen blieben dann bis Mitte Jänner sehr mild (bis zu + 10 Grad). Die Winterschigebiete in den Alpen hatten noch immer viel zu wenig Schnee, nur in den höheren Lagen gab es genug. Um den 12. Jänner gab es heftige Stürme. Westeuropa war davon besonders betroffen.  In der Nacht vom 18. auf 19. Jänner fegte abermals ein Orkan ("Kyrill") über Europa. Auch unser Gebiet war davon betroffen: Schäden an Dächern, umgestürzte Bäume. Doch die Schäden bei uns hielten sich in Grenzen. Zahlreiche Gebiete in Österreich, vor allem in Oberösterreich, wurden von "Kyrill" viel schwerer verwüstet. In der Nacht vom 22. auf 23. Jänner fiel etwas Schnee und am 23. Jänner (Dienstag) begann es dann richtig zu schneien (ca. 20 cm). Auch der Wind ging heftig. In den nächsten Tagen fielen die Temperaturen bis unter minus 10 Grad. Am Wochenende (24./25. Jänner) wurde es wieder wärmer und die Temperaturen stiegen über null Grad. Ein Großteil des Schnees ging wieder ab. Dieses Wetter blieb auch in der nächsten Woche so, zeitweise begleitet von heftigen Stürmen.
Februar
Die ersten Wochen im Februar waren weitgehend schneefrei und viel zu warm. Die Morgentemperaturen lagen in klaren Nächten einige Grad unter null, sonst etwas darüber. Einige sonnige Tage wechselten sich mit bewölkten, nebeligen Tagen ab.
Die zweite Februarhälfte war auch zu warm, wie eigentlich schon der ganze Winter, und schneefrei.
März
Auch der März blieb lange Zeit schneefrei und warm. In der Monatsmitte gab es einige sonnige, warme Tage. Am 20. März kam nochmals der Schnee zurück und es schneite über Nacht (auf den 21. März) ca. 20 cm. Die Temperaturen blieben knapp unter null. In den nächsten Tagen stiegen die Temperaturen tagsüber wieder etwas über null. Am 24. März regnete es den ganzen Tag, doch die Schneedecke hielt noch. In den nächsten Tagen verschwand aber die Schneedecke, die restlichen Märztage waren recht sonnig, aber "frisch" und teilweise windig. Morgens lagen die Temperaturen immer um den Nullpunkt.
April
Die erste Aprilwoche war teilweise sonnig und warm, aber es gab oft "frischen, kühlen Wind". Die Landwirte erledigten die Aussaat des Sommergetreides in wenigen Tagen.  Die Äcker waren trocken und so ging die Arbeit zügig von statten.
Der ganze April war fast gänzlich ohne Regen, viel zu trocken und auch viel zu warm. Die Temperaturen stiegen teilweise über 20 Grad. Einige Male gab es auch kalten Wind von Osten/Nordosten und einige Morgenfröste. Die Blütenpflanzen, welche normaler erst im Mai blühten, zeigten schon im April (ca. 2 Wochen früher als normal) ihre Pracht. Auch der Raps begann schon ca. 1,5 Wochen vor Monatsende mit der Blüte. Grund war wohl das warme und trockene Wetter.
Mai
Um den 5./6. Mai kam der erste, langersehnte Regen. Es stellte sich nun ein wechselhaftes Wetter ein - einige schöne Tage, dann wieder kühler und Regen. Der Regen war ein Segen für die Natur und die Landwirtschaft. Die Woche vom 18. bis 24. Mai war schon fast sommerlich heiß. Die letzte Woche im Mai war dann etwas kühler mit etwas Regen. Die Landwirte begannen mit dem Silieren des ersten Wiesenschnittes.
Juni
Im Juni herrschte eigentlich schon sehr sommerliches Wetter. Es gab nur zu Beginn einige kühlere Tage. Es regnete zu wenig, nur einige Gewitter brachten etwas Niederschlag. Am 21. Juni gingen im Westen Österreichs Unwetter nieder (Tirol, Salzburg, Alpenvorland, Wien...), doch unser Gebiet bliebt verschont, es fiel nur etwas Regen. Das schwülwarme Wetter brachte uns am 22. und 23. Juni Gewitter. Die letzten Tage im Juni waren kühler, und es gab einige Niederschläge und windige Tage.
Juli
Bis etwa Mitte Monat war es für den Juli zu kühl. Ab Mitte des Monats herrschte in Österreich und auch bei uns extreme Hitze (im Südosten von Österreich bis fast +40 Grad - neue Hitzerekorde). Die Woche davor war etwas kühler und brachte doch einigen, schon lange ersehnten, Regen. Ab 18. Juni und in den nächsten zwei Tagen gab es in der Nacht Gewitter mit Niederschlag. Auch die Getreideernte setzte schon ab Mitte des Monats ein, vor allem Raps und Roggen. In weiten Teilen von Österreich war die Ernte zu diesem Zeitpunkt schon abgeschlossen, überall aber um 1 bis 2 Wochen früher als normal. Die letzten Julitage waren trocken und warm, aber nicht sehr heiß. Ab und zu gab es etwas Regen, doch es blieb weiterhin zu trocken. Ende Juli war die Getreideernte auch bei uns zum größten Teil abgeschlossen.
August
Die erste Augusthälfte war warm, aber nicht sehr heiß. Die Temperaturen lagen tagsüber um etwa 20 Grad. In der Nacht vom  9. auf 10. August gab es ergiebigeren Niederschlag (kleine Überschwemmung in Dobersberg), sonst war es aber zu trocken und die 1. Monatshälfte blieb ohne weitere Niederschläge. Am 17. August regnet es ein wenig, auch in der Nacht vom 19. auf 20. August, sonst war es warm. Das Wochenende (25. und 26. August) war spätsommerlich sehr warm, fast schon heiß. Die letzten Tage im August waren kann kühler und brachten ein wenig Regen.
September
Die ersten beiden Septembertage waren noch warm, am 3. September kühlte es merklich ab und brachte relativ ausgiebigen Regen. Bei Familie Andreas und Maria Steiner in Wiesmaden müsste schon der Brunnen tiefer gegraben werden, jeder hofft nun auf genug Regen. In Kautzen musste schon seit einigen Wochen Wasser gespart werden, Gartengießen und Autowaschen wurde untersagt. Am 5. September abends begann es zu regnete und es regnet fast 2 Tage - ca. 100 mm wurden in unserer Gegend gemessen. Im Alpenvorland kam es zu Überschwemmungen. Die Wasserreserven für die Hausbrunnen konnten sich nun endlich erholen, da seit dem August des vorigen Jahres ausgiebige Niederschläge eigentlich fehlten. Die nächsten Tage waren kühl und wechselhaft mit etwas Regen. Ab 13. September folgten warme und sonnige Tage.
Am 18. September kühlte es ab und es gab Wind und Regen. Am 20. September gab es das erste Mal in der Früh null Grad und Morgenfrost. Die nächsten Tage waren tagsüber mild und sonnig, wenn auch der Wind etwas kalt war, und die Nächte waren klar. In der Früh lagen die Temperaturen aber über null Grad. Die restlichen Tage im September waren wechselhaft; es gab kühle, regnerische Tage und sonnige, milde Tage. Erstmalig in diesem Jahr konnten in der letzten Septemberwoche Pilze in größerer Anzahl gesammelt werden, der Regen machte dies nun erst möglich.
Oktober
In der ersten Oktoberwoche wurden nun viele Pilze gefunden. Die letzten Tage im September und die ersten Tage im Oktober waren sonnig und mild ("Altweibersommer"). Die Tage um den 4. und 5. Oktober waren dann recht nebelig, die Sonne kam nicht durch. Die folgenden Tage waren wieder überwiegend sonnig und mild, der "Altweibersommer" setzte sich fort. Bei klaren Nächten lag die Temperatur in der Früh aber nur mehr knapp über den Nullpunkt. Die Tage vor Monatsmitte waren sonnig, aber schon recht kühl; in der Früh gab es Morgenfrost (bis - 3 Grad). Am 17. Oktober war ist noch einmal relativ warm (ca. 10 Grad), bedingt durch die Bewölkung. Dann stellte sich die Wetterlage um, der Wind kam aus dem Norden bzw. aus nordöstlicher Richtung, es wurde merklich kühler und brachte etwas Regen. Am 19. Oktober mischten sich zum Regen einige Schneeflocken bzw. Schneegriesel.  Am 20. Oktober schneite es erstmals in diesem Jahr vor Sonnenaufgang etwas, alles war etwas "angezuckert". Nachmittags ging der Schnee aber wieder ab. Die nächsten Tage waren trüb und teilweise etwas regnerisch. Erst gegen Monatsende wurde es trocken, die Sonne ließ sich kaum blicken. Die Temperaturen lagen um etwa 8 Grad.
November
Allerheiligen war ein sehr sonniger Tag. Die nächsten Tage waren dann nicht mehr so schön. Am 6. November schneite es vormittags, aber der Schnee blieb nur wenige Stunden liegen. Am 10. und 11. November schneite es ausgiebiger (ca. 10 bis 15 cm), am 11. November ging aber die Schnee in Regen über. Der Schnee blieb uns die nächsten Tage aber erhalten. Es kam ab und zu ein wenig dazu. In der Nacht vom 15. auf 16. November gab es in Ostösterreich (südliches NÖ) heftige Schneefälle, welche auf der Allanderautobahn A21 zu einem Verkehrschaos führte. Bei uns schneite es nur mäßig. Die Nacht von 16. und 17. November war sternenklar und ziemlich kalt (ca. - 7 Grad). Die nächsten Tage waren niederschlagsfrei und milder, am 18. November gab es etwas Sonneschein und die Temperaturen stiegen tagsüber etwas über null Grad. Die Schigebiete in den Alpen konnten sich schon seit Ende Oktober über eine ausgezeichnete Schneelage freuen.
Die nächsten Tage waren trübe und nebelig, vom 22. bis 24. November stiegen die Temperaturen etwas über null Grad und der wenige Schnee schmolz. Am 26. November schneite es bei Temperaturen knapp unter null etwas. Die letzten Tage brachten ab und zu etwas Sonne. Am 30. November schneite es in der Früh einige Zentimeter, doch schon nachmittags begann der Schnee zu schmelzen.
Dezember
In den ersten Tagen schmolz der restliche Schnee. Die Temperaturen lagen um etwa +5 Grad. Der 3. Dezember war sehr windig. Die ersten beiden Wochen waren schneefrei, die Temperaturen lagen meist etwas unter null Grad. Die Sonne zeigte sich nur selten. Erst zur Monatsmitte gab es einige "Millimeter" Schnee, die Temperaturen lag meisten zwischen -5 bis -3 Grad. Die Woche vor Weihnachten war kalt - um -6/7 Grad - und es bildete sich Raureif. Es gab kaum Sonne und damit kaum Tageserwärmung. Am 24. Dezember schneite es etwas. Die nächsten Tage waren etwas milder (-3/4 Grad). Zum Jahresende gab es etwas Schnee.
 
Von der Homepage der ZAMG
 
Klimaspiegel
 
Wetter Jahresrückblick 2007

Das Jahr 2007 war bei zumindest normalen Niederschlagsmengen eines der wärmsten seit Beginn der Messreihen. Nur kleinräumig im Außerfern, in Teilen des Pinzgaues und vom Ausseerland bis Mariazell lagen die Jahresmitteltemperaturen weniger als 1,0 °C über dem langjährigen Durchschnitt. In den größten Teilen Österreichs betrugen die Abweichungen 1,0 bis 1,8 °C, von Wien - Innere Stadt nordwestwärts an einigen Messorten auch mehr.

In einigen Landeshauptstädten wurden neue Rekordjahresmittel erreicht (Linz, Eisenstadt) oder die bestehenden eingestellt (St. Pölten, Wien, Klagenfurt); die früheren Höchstwerte stammten aus 1994 oder 2000. In Westösterreich war 2007 verbreitet das drittwärmste Jahr, in Graz - Universität reiht es sich an vierter Stelle ein.

Nach dem fast überall wärmsten Jänner seit Messbeginn blieb das ganze erste Halbjahr sehr warm. Spätestens ab September war es dann in ganz Österreich unternormal kühl. Im Süden wurden zuletzt wieder leicht übernormale Werte erreicht.

Der absolute Höchstwert wurde am 20.7. mit 39,5 °C in Andau gemessen, der absolute Tiefstwert von -19,3 °C am 27.1. in St. Michael/Lungau.

Von Vorarlberg über große Teile Tirols ostwärts bis in das Südburgenland wurden normale Niederschlagsmengen registriert, ebenso im Umkreis der Stadt Salzburg. Sonst lagen die Jahresmengen meist zwischen 110 und 130 % des Normalwertes, in Teilen Niederösterreichs, in Wien und im Raum Eisenstadt bei 130 bis 160 %. Eisenstadt verzeichnete mit 959 mm die größte Jahressumme seit Messbeginn 1936. Von den bis dato vorliegenden Messorten war Retz der trockenste; 570 mm entsprechen aber auch hier 131 % des Normalwertes.

Überall brachte 2007 überdurchschnittlich viele Sonnenstunden. Von den Landeshauptstädten registrierte Klagenfurt mit 2346 die meisten und Bregenz mit 1909 die wenigsten. Im Vergleich zum Normalwert liegt ebenfalls Klagenfurt an der Spitze (125 % von normal 1877 Stunden), Salzburg (114 % von normal 1707 Stunden) und St. Pölten (114 % von normal 1850 Stunden) sind Schlusslichter. Wien erlebte auch ein sehr sonniges Jahr mit 2203 Stunden, entsprechend 124 % von normal 1771.