Wetter 2006

Schnee bis Ende März (Schneebruch, Schäden an Dächern) - späte Aussaat und späte erste Heumahd -  Hochwasser Ende Juni - Juli heiß - August kühl und nass (schwierige Ernte) - warm und trocken bis zum Jahresende
 
Jänner
Die Schneefälle hielten im neuen Jahr an, die Temperaturen bewegten sich um null Grad. Ganz Österreich hatte eine geschlossene Schneedecke.
Erst um den 5. Jänner beruhigten sich die Schneefälle, die Schneedecke hatte nun schon enorme Ausmaße erreicht. Die Straße zwischen Gastern und Wiesmaden wurde gesperrt ("Benützen auf eigene Gefahr"). Unter der Schneelast umgestürzte Bäume und herabgebrochene Äste machten das Passieren der Straße teilweise nicht möglich bzw. gefährlich. Ungefähr 3 Bäume lagen auf der Eisdecke des "Wagner-Teiches". Die Sonne kam auch tagsüber nicht durch, es herrschte eine Wolken- bzw. Nebeldecke. Die Temperaturen blieben daher beim Nullpunkt oder knapp darunter.
Am Beginn der 2. Jännerwoche herrschte einige Tage tagsüber wunderbares, sonniges Winterwetter. In der Nacht fiel das Thermometer bis unter -10°. Gegen Ende der Woche kam wieder die Nebel- bzw. Wolkendecke, die sich auch tagsüber nicht auflöste. Die Temperaturen lagen nur bei ca. -5°, doch am Wochenende (14. und 15. Jänner) machte ein Ostwind bzw. Südostwind das Wetter sehr unangenehm kalt.
Die nächste Woche (ab den 16. Jänner) brachte wieder etwa Schnee. Der Wind führte zu einige Schneeverwehungen, die Sonne kam erst gegen Ende der Woche etwas durch. Die Temperaturen lagen nur einige Grad unter null.
Am Sonntag, 22. Jänner, gab es einen regelrechten Temperatursturz. In der Früh lagen die Temperaturen noch um null Grad, am Abend bereits unter -10 Grad. In den Wochen zuvor herrschte in Russland bereits extreme Kälte (bis zu -40 Grad). In den nächsten Tagen fiel das Thermometer nachts bis zu -20 Grad. Am 24. Jänner lag die Temperatur in der Früh bei -21 Grad. Tagsüber blieben die Temperaturen noch unter -10 Grad. Gegen Ende der Woche waren die Minusgrade nicht mehr ganz so extrem.
Februar
Die ersten Tage im Februar brachten tagsüber etwas Sonnenschein um null Grad. Am 1. Wochenende gab es etwas Schnee. Die Temperaturen fielen in der Nacht für einige Tage wieder unter -10 Grad. Der 7. Februar brachte Wind und Schneeverwehungen. In der Nacht von 7. auf 8. Februar gab es nochmals reichlich Schnee mit Verwehungen. Die Temperaturen lagen aufgrund des Westwetters um null Grad. Die nächsten Tage brachten nochmals Schnee und Verwehungen. Erst am Wochenende (11./12. Februar) beruhigte sich das Wetter. Der Schnee und die Verwehungen führten zu großen Schneelasten auf den Dächern, dies beunruhigte bei uns vereinzelt Hausbesitzer. Einige räumten die Schneelasten von den Dächern. Die Temperaturen blieben einige Grad unter null. Der Schnee fiel im extremen Ausmaß im Nordalpenraum (Salzburg, Oberösterreich, Mariazeller Raum und Ostbayern). Einige Hallen stürzten dort unter der Schneelast ein. Einsatzkräfte (Feuerwehren, Bundesheer...) räumten dort im großen Ausmaß Schnee von den Dächern.
In der Nacht vom 15. auf 16. Februar begann es wärmer zu werden und damit zu tauen. Doch die Schneedecke blieb bestehen. In der letzten Februarwoche wurde es wieder kälter und das Tauwetter hörte auf. In der Nacht vom 25. auf 26. Februar kam etwas Schnee. Auch am Nachmittag des 26. Februar (Sonntag) schneite es wieder.
März
In den ersten Märztagen gab es einige recht kalte Tage, die Temperaturen lagen in der Früh bis unter -10 Grad. Am ersten Märzwochenende (4. und 5. März) gab es nochmals recht heftige Schneefälle mit Verwehungen. Die Temperaturen lagen einige Grad unter null.
Um den 7./8. März kam Tauwetter. Die Temperaturen lagen auch in der Nacht schon einige Grad über null. Die Schneedecke blieb aber noch. In der Nacht vom 11. auf 12. März kam der Winter mit etwas Schneefall und Wind zurück. Die Temperaturen lagen um minus 5 Grad.
Die Woche vom 13. März (Montag) an war noch winterlich, es gab einige, teils heftige, Schneegestöber. Am 19. März (Sonntag) gab es endlich tagsüber Tauwetter. Die Temperaturen kletterten tagsüber bis auf +10 Grad. Der Nebel löste sich gegen Mittag auf und nachmittags schien die Sonne. Das Tauwetter dauerte dann die ganze Woche an. Am Wochenende (25./26. März) blieben die Temperaturen auch nachts über null Grad. An diesen Tagen gab es auch Regen. Tagsüber stiegen die Temperaturen schon über +10 Grad. Die Schneedecke war aber noch intakt, Straßen und Hauszufahrten aber schon frei.
Am Montag, 27. März, gab es einen wunderschönen Tag. Die Temperaturen stiegen tagsüber über + 15 Grad. In dieser Woche begann die Schneedecke nun endlich zu schmelzen und gegen Ende der Woche war der meiste Schnee weg. Es gab aber auch einige heftige Regenfälle. Einmal gab es sogar ein Gewitter. Die Schneeschmelze und der Regen führten zu Überschwemmungen an der Thaya und der March. Bei Dürnkrut im Weinviertel brach sogar ein Damm der March und die March überflutete die Ortschaften Dürnkrut und Angern. Der viele Schnee und das anschließende Abrutschen hatte bei uns an den Dächern zahlreiche Schäden angerichtet (kaputte Ziegel - teilweise wurden auch Ziegel samt den Latten heruntergerissen, verbogenen Schneehacken etc.).
April
Der April brachte für das in diesem Monat typische Aprilwetter. Den schönen Tagen folgten Tage mit Regen und etwas Kälte. An einigen wenigen Tagen gab es Schnee, welcher aber sofort wieder abging. Die Landwirtschaft begann mit der Frühjahrssaat um den 21. April, soweit es die Nässe in den Felder die Bearbeitung erlaubte. Am 27. April gab es im Raum Dobersberg (besonders im Raum Goschenreith, Kleinharmanns, Pleßberg) heftige Niederschläge, welche so lokalen Überschwemmungen führten. Unser Gemeindegebiet blieb davon verschont, bei uns hielten sich die Niederschläge in den üblichen Grenzen. Der letzte April (Maibaumaufstellen) war kalt.
Mai
Aber der Mai begann mit sonnigem Wetter, welches aber durch einen kühlen Ostwind (Südostwind) etwas beeinträchtigt war.
Die Woche vom 8. bis 14. Mai war warm, nur der Wind war etwas frisch. Die Temperaturen stiegen in der Früh von 3 bis 5 Grad tagsüber gegen Ende Woche auf über 20 Grad. In der Nacht vom 9. auf 10. Mai fiel etwas Regen. In der zweiten Maihälfte war das Wetter zwar schön, aber etwas zu kühl. Besonders am 27. und 28. Mai gab es heftige Regenfälle.
Juni
Die erste Junihälfte war kühl, und das Wetter war unbeständig. Erst gegen Mitte Juni wurde das Wetter sommerlich, die Bauern konnten daher erst mit Verspätung mit der Heuernte bzw. dem Silieren der 1. Mahd beginnen. Die Arbeiten konnten durch das schöne Wetter aber zügig durchgeführt werden. Die zweite Junihälfte war sommerlich heiß und teilweise sehr schwül. Gewitter waren daher die Folge. Besonders schwere Niederschläge gingen vom 29. auf den 30. Juni nieder. Das ganze nördliche Waldviertel war betroffen und führte teilweise zu heftigen Überschwemmungen. In Gastern gingen wahrscheinlich über 100 mm Regen nieder. Zahlreiche Keller im gesamten Gemeindegebiet wurden überflutet. Auch kleinere Abtragungen von Erdreich waren die Folge. Ab dem 1. Juli beruhigte sich das Wetter und es wurde wieder mäßig warm.
Juli
Der Juli war sehr heiß und zu trocken. Nur einige Gewitter brachten etwas Niederschlag. Die Temperaturen überschritten vor allem in der 2. Hälfte regelmäßig tagsüber die 30-Grad-Grenze. Wintergerste wurde Mitte Juli geerntet. Die meiste Wintergerste wurde aufgrund des langen Winters aber bereits im Frühjahr umgeackert und auf den Flächen etwas anderes gesät. Der Raps wurde mit ca. 14-tägiger Verspätung erst gegen Ende Juli geerntet. Auch eine Folge des langen Winters.
August
Der 1. August brachte Abkühlung und etwas Regen. Die Temperaturen gingen auf ca. 20 Grad zurück. Am 2. August begann es zu regnen und es blieb fast eine Woche regnerisch und kühl. Die Temperaturen lagen um 10 Grad. Die nächsten Tagen waren im Großen und Ganzen trocken, aber noch immer viel zu kühl. Das Getreide konnte nicht geerntet werden, nur vereinzelt fuhren die Drescher, und es zeigte schon Anzeichen des Auswachsen.
In der zweite Augusthälfte wechselten sich einige schöne Tage mit Regentage ab. Das Getreide konnte mit Mühe eingebracht werden. Ein großer Teil des Getreides war ausgewachsen. Der August war insgesamt viel zu kühl.
September
Die erste Septemberhälfte war warm, sonnig und trocken. Es kam kaum Regen. Die zweite Septemberhälfte blieb wie die erste. Nur an zwei Tagen gab es etwas Regen.
Oktober
Auch der Oktober blieb überdurchschnittlich warm und trocken. Gegen Mitte Oktober gab es einige Morgenfröste. Die Woche um den Nationalfeiertag war besonders mild.
November
Zur Allerheiligen änderte sich das Wetter. Der 1. November wie die folgenden Tage waren sehr windig. Von 2. auf 3. November fiel etwas Schnee und die Landschaft war etwas "angezuckert". Das Wochenende (4. und 5. November) war regnerisch, kalt und windig. Der wenige Schnee verschwand wieder. Ab 6. November wurde es wieder trocken und der Wind legt sich. Das Wetter blieb weiter viel zu warm für November. Besonders um die Monatsmitte gab es sehr warme Tage (tagsüber über +10 Grad), in den folgenden Tagen verhinderte Nebel abermals so hohe Temperaturen. In der Früh lagen die Temperaturen um +5 Grad.
Dezember
Das Wetter blieb wie im November viel zu warm: Kein Schnee, keine Morgenfröste - tagsüber stiegen die Temperaturen, wenn es auflockerte, auf über +10 Grad. In der zweiten Monatshälfte lagen die Morgentemperaturen um null Grad oder etwas darunter. Am 25. Dezember kamen vormittags ein paar Schneeflocken, doch die blieben nur bis zum 26. liegen. Am 28. Dezember  war es in der Früh ziemlich kalt (um -7 Grad), der Tag war aber sonnig. Abends kam der erste etwas ergiebigere Schneefall. In der Nacht vom 30. auf 31. Dezember stiegen die Temperaturen wieder etwas über null Grad. Der Silvester war tagsüber sonnig und mild. Am 1. Jänner 2006 betrug die Temperatur in der Früh + 8 Grad.
 
Von der Homepage der ZAMG
 
Klimaspiegel
 
Wetter Jahresrückblick 2006

Das Jahr 2006 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen normal bis deutlich übernormal temperiert. Die Jahresmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs 0,2 bis 1,0 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Für einige Landstriche im Grenzraum Tirol-Salzburg-Kärnten sowie im Süden Ober- und Niederösterreichs und in der Obersteiermark ergaben sich etwa normale Mittel mit Abweichungen von -0,2 bis 0,2 °C. Sehr warm mit Abweichungen bis knapp über 1,0 °C war 2006 auf den Bergen.

Im Jahresverlauf verlief das erste Quartal sehr kühl, danach war nur noch der August 2006 deutlich unternormal. Besonders warm war der Juli 2006, an zahlreichen Orten sogar der wärmste seit Messbeginn. Ungewöhnlich war auch die Folge von vier zu warmen Monaten von September bis Dezember. Von manchen Bergstationen abgesehen erreichte 2006 aber keinen Spitzenplatz in der Liste der wärmsten Jahre.

Der Jahreshöchstwert der Temperatur wurde meist zwischen 20. und 27. Juli erreicht. Absolutes Maximum waren 36,8 °C am 21. Juli in Langenlebarn. Nicht überall fiel das Jahresminimum in den Jänner. Der absolute Tiefstwert stammt aber vom 24. Jänner mit -26,3 °C aus Lunz am See.

Die Niederschlagsmengen lagen vom Bodensee bis zum Neusiedlersee mit 90 bis 110 % des langjährigen Mittels im normalen Bereich. Mehr Niederschlag bis über 130 % des Normalwertes wurde im Norden gemessen. Trocken mit nur 75 bis 90 % verlief 2006 im Süden von Osttirol bis in das südliche Burgenland. Von den derzeit vorliegenden Messstellen war Retz mit 479 mm die niederschlagsärmste.

Allgemein wurden die Normalwerte der Sonnenstunden übertroffen. Von den Landeshauptstädten war 2006 Wien die sonnigste mit 2227 Stunden und Bregenz am Ende der Rangliste mit 1887 Stunden, was aber immer noch 117 % von normal nur 1608 Stunden entspricht. Verglichen mit dem Normalwert schnitt ebenfalls Wien mit 126 % von normal 1771 Stunden am besten ab. Schlusslicht ist hier St. Pölten mit 109 % (2025 statt normal 1850 Stunden). Nach dem rekordträchtig sonnigen Juli 2006 verhinderte vor allem der besonders sonnenarme August da und dort mögliche Jahresrekordsummen.