Wetter 1999

Von der Homepage der ZAMG
 
Klimaspiegel
 
 
 
WETTERUEBERSICHT 1999

MILD UND EHER FEUCHT

Die einzelnen Monate dieses Jahres brachten leider mehr negative als positive Hoehepunkte. So waren nach einem warmen Jaenner ausser- gewoehnlich grosse Niederschlagsmengen in Westoesterreich im Februar Ausloeser zahlreicher Lawinenabgaenge, die in der Katastrophe von Galtuer gipfelten. Nach verbreitet unterdurchschnittlichen Februartemperaturen folgten von Maerz bis Oktober eine Reihe mehr oder weniger uebernormal temperierter Monate. Im Mai waren es erneut enorme Niederschlagsmengen in Tirol und Vorarlberg, die mit verbreiteten Vermurungen, Ueberschwemmungen und einem lange andauernden Bodenseehochwasser fuer Aufsehen sorgten. Der Sommer war dann trotz angenehmer Temperaturen in vielen Teilen Oesterreichs durch haeufige und ergiebige Regenfaelle getruebt, wurde dann aber von einem sehr warmen September gefolgt. Einem kalten und im Westen extrem schneereichen November folgte dann der Dezember mit all seinen Wetterturbulenzen (Glatteis, Sturm und Schnee) in der letzten Woche. Die Jahresmittelwerte der Temperatur liegen in grossen Teilen Oesterreichs wie schon 1998 um 0,2 Grad bis 1 Grad C ueber dem Normalwert. Noch etwas waermer war es im Raume Graz und suedoestlich davon. Ein schmaler Landstrich von der Stadt Salzburg ueber das suedliche Salzkammergut und das Ennstal bis zum Raum Mariazell wies nur normale Jahresmittel auf. Die Temperaturextreme des Jahres waren ein Hoechstwert von 36,3 Grad C am 6. Juli in Schwechat und ein Tiefstwert von -22,0 Grad C am 1. Februar in Lienz. Die Niederschlaege lagen in Tirol und Vorarlberg allgemein ueber dem langjaehrigen Durchschnitt, strichweise um ein Drittel oder mehr. Relativ niederschlagsreichster Ort Oesterreichs war das hochwasser- geplagte Reutte mit bis heute 155 Prozent des Erwartungswertes. Hier trat auch am 21. Mai die groesste Tagesmenge von 213 mm auf. Aber auch in Teilen Ober- und Niederoesterreichs, insbesondere suedlich der Donau, in Wien sowie in der nordoestlichen Steiermark und lokal in Oberkaernten wurden ueberdurchschnittliche Niederschlagsmengen ermittelt. Im uebrigen Oesterreich entsprachen die Niederschlaege etwa dem Erwartungswert. Es ist nicht ueberraschend, dass die Sonne im Westen Oesterreichs einige Stunden weniger als normal schien. Bregenz schnitt mit 95 Prozent der Normalmenge und einem Defizit von etwas ueber 70 Stunden dabei von den Landeshauptstaedten am Schlechtesten ab. Die sonnigste Region Oesterreichs war der Donauraum von Linz bis Wien, wo ein Plus von etwa 10 Prozent, das sind 140 bis 180 Stunden, festgestellt wurde.