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ÖSTERREICHS KLIMA IM LETZTEN MILLENNIUM

 

1000- 1899

Das mitteleuropäische Klima des zu Ende gehenden Jahrtausends kann in drei Hauptabschnitte unterteilt werden. Zu Beginn des Millenniums herrschte zunächst eine vom Ende des 1.Jahrtausends her andauernde wärmere Phase, die oft als das "mittelalterliche Optimum" bezeichnet wird (9. bis 12. Jahrhundert). Die Alpengletscher waren ähnlich klein, evt. noch etwas kleiner als heute.
Ab dem 13.Jahrhundert kam es zu einer Abkühlung, die bereits zu einzelnen Gletschervorstößen führte. Zur vollen Entwicklung kam die zweite Hauptphase des Millenniums, die "kleine Eiszeit", mit dem markanten Temperatursturz in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts. Gleichzeitig ansteigende Sommerniederschläge ließen die Alpengletscher stark vorstoßen. Die Gletscherzungen erreichten dabei Gebiete, die seit dem Ende der letzten Eiszeit nicht mehr überschritten worden waren. Im 17., 18. und der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts kam es zwar auch zu kürzeren wärmeren Phasen, insgesamt jedoch sorgten die meist höheren Niederschläge dafür, dass sich die Gletscher während der gesamten Kernphase der kleinen Eiszeit nur wenig von dem Maximalstand um 1600 zurückzogen. Über eine dieser kürzeren Phasen mit höheren (Sommer-) Temperaturen um 1800 sind wir in Österreich bereits durch direkte Messreihen informiert. Die längste österreichische Temperaturreihe (Stift Kremsmünster) reicht bis 1767 zurück. Alle weiter zurückreichenden Zeiten sind nur durch indirekte Klimadaten abgedeckt, wie Gletscherstände, Baumringanalysen und historische Quellen. Die Sommertemperaturen lagen um 1800 etwa auf dem hohen Niveau der beiden letzten Jahrzehnte des 20.Jahrhunderts, die Winter waren damals allerdings deutlich kälter als heute. Das Zusammentreffen von Temperaturrückgang und Niederschlagsanstieg sorgte in den folgenden Dezennien vor 1850 zum letzten großen Gletschervorstoß der kleinen Eiszeit, der in Österreich wieder etwa bis zu den Endmoränen des 1600er Vorstoßes führte. Heute noch erkennen wir bei alpinen Wanderungen die markante Vegetationsgrenze, die auch jetzt noch – nach 150 Jahren – den Gletscherhochstand um 1850 markiert. Die schüttere bis gar nicht vorhandene Vegetation innerhalb der 1850er-Moränen zeigt, wie lange es dauert, bis sich im Hochgebirgsklima die durch einen Gletschervorstoß vernichtete Vegetationsdecke wieder erholt.
Nach 1850 kündigt ein erster Schub an Sommerwärme und –trockenheit das Ende der kleinen Eiszeit und den Übergang zum aktuellen Warmklima des 20. Jahrhunderts an. Die Gletscher gehen 20 bis 30 Jahre hindurch rasch zurück und lassen einen Saum von Endmoränen zurück, der ihren Maximalstand anzeigt. Zweimal noch meldet sich kurzzeitig die kleine Eiszeit zurück – mit den strengen Wintern um 1890 und den sehr kühlen Sommern der 1910er Jahre, bevor die Erwärmung des 20.Jahrhunderts voll einsetzte. Unterbrochen durch geringfügige Gletschervorstöße in den Jahren vor 1920 und 1980 zogen sich die Gletscher stark zurück und bewegen sich in Richtung des Minimalstandes zu Beginn des Millenniums, zur Zeit des mittelalterlichen Klimaoptimums.
Insgesamt war das 20.Jahrhundert in Österreich um 0.35oC wärmer als das 19., besonders stark war dieser Trend im Winter (20.Jahrhundert um 0.7oC wärmer), während die durchschnittlichen Sommer in beiden Jahrhunderten im Mittel gleiches Temperaturniveau hatten. Es ist damit etwa mit dem 11. und 12. Jahrhundert vergleichbar, alle anderen Jahrhunderte des Jahrtausends waren kühler.

1900-1999

Die Jahresmittel der Lufttemperatur lagen in den ersten Jahrzehnten des 20.Jahrhunderts eher unter dem Durchschnitt. Erst 1934 bis 1939 war es einige Jahre lang deutlich wärmer als zuvor, unmittelbar darauf folgte aber das extrem kühle Jahr 1940. Mitte der Vierzigerjahre begann wieder eine mehrjährige warme Periode, danach eine Abkühlung mit dem Tiefpunkt 1956. Von den späten Fünfzigerjahren bis Mitte der Achtziger wechselten einander kältere und wärmere Jahre ab wie gewohnt, wenn auch auf etwas höherem Niveau als 50 Jahre zuvor.
Gegen Ende des Jahrhunderts setzte dann die vieldiskutierte Erwärmung ein, auf deren Ursachen an dieser Stelle nicht eingegangen werden soll.

Tabelle 1: Dezennienmittel der Lufttemperatur (Grad C) einiger österreichischer Orte

Die Differenz zwischen den höchsten und tiefsten Jahresmitteln beträgt drei bis fünf Grad C. Wärmstes Jahr war verbreitet 1994, das an vielen Orten den wärmsten Sommer dieser hundert Jahre aufwies und auch in den übrigen Jahreszeiten sehr mild war. Demgegenüber steht als kältestes Jahr 1940, in dem ein sehr strenger Kriegswinter und ein sehr kühler Sommer zusammenkamen.

Tabelle 2: Maximale und minimale Temperatur-Jahresmittel (Grad C)

Der einfacheren Berechnung wegen werden in der Klimatologie die Jahreszeiten aus kompletten Monaten errechnet (Frühling sind die Monate März bis Mai usw...).
Die jeweils wärmsten und kältesten Jahreszeiten fallen nur teilweise österreichweit in ein und dasselbe Jahr. So wurde der kühlste Sommer verbreitet im Jahr 1913 festgestellt, ein Jahr zuvor war allgemein der kälteste Herbst verzeichnet worden. Je nach Region waren die Winter 1928/29, 1939/40 oder 1962/63 die kältesten. Frösteln in einem besonders kalten Frühling mussten unsere Vorfahren im Norden und Osten Österreichs schon im Jahr 1900, die West- und Südösterreicher erlebten den kältesten Frühling 1970.
Die wärmsten Jahreszeiten fallen keineswegs nur in die "treibhausverdächtigen" Neunzigerjahre. Zwar brachte der Winter 1997/98 verbreitet die höchsten Mitteltemperaturen, in Oberösterreich war aber der Winter 1915/16 der wärmste. Die mildesten Frühlinge (1920, 1934 und 1946) lagen durchwegs in der ersten Hälfte des Jahrhunderts. Verbreitet erfreuten wir uns 1992 oder 1994 an den wärmsten Sommern, außer im Süden, wo der Sommer 1952 noch etwas wärmer gewesen war. Und der wärmste Herbst wurde meist 1961, 1982 oder 1987 beobachtet.
Der höchste Einzelwert der Temperatur wurde am 27.7.1983 in Dellach im Drautal mit 39.7 Grad C gemessen, der tiefste am 11.2.1929 in Zwettl mit –36.6 Grad. Der Februar 1929 brachte noch zahlreichen Orten in Niederösterreich von Laa a.d. Thaya über Orth a.d. Donau bis Wr. Neustadt Temperaturen unter –30 Grad. Vereinzelt (Tamsweg, St. Paul im Lavanttal, Reutte) wurden derartige Werte damals auch in anderen Bundesländern gemessen. Noch kälter war es nur im arktischen Klima des Sonnblicks: dort las der Wetterwart am 1.1.1905 –37.2 Grad ab. Temperaturen von 39 Grad oder knapp darüber traten in diesen hundert Jahren mehrmals auf: 1950 in Andau und Leibnitz, 1957 in Enns, Horn und St. Pölten sowie 1992 in Mistelbach. Damals wurden 39.0 Grad C am 29. August, also ungewöhnlich spät im Jahr, gemessen.

Tabelle 3: Maximale und minimale Temperatur-Einzelwerte (Grad C)

Die Entwicklung der Niederschlagsmengen in den jüngsten hundert Jahren kann nicht anhand weniger Stationen gültig für ganz Österreich beschrieben werden, weil selbst auf geringe Entfernung schon ganz unterschiedliche Trends feststellbar sind. Dennoch sollen auch hier die Messdaten der bereits zuvor verwendeten Orte angeführt werden.

Tabelle 4: Dezennienmittel der Niederschlagsjahressummen (mm)

Insgesamt weisen Wien-Hohe Warte und Klagenfurt einen fallenden Trend auf, in Kremsmünster dagegen steigt er. In Innsbruck verläuft der Trend nahezu gleichbleibend. Gemeinsam ist den hier betrachteten vier Messorten ein Niederschlagsmaximum um1910-1915. Danach entwickelten sich die Niederschlagsmengen aber sehr unterschiedlich.
In Wien-Hohe Warte zeigt sich ein beinahe stetiger Rückgang, nur in den Vierzigerjahren kurz unterbrochen, bis Mitte der Achtziger. Klagenfurt weist eine Unterbrechung des fallenden Trends von etwa 1950-1970 auf, während in Innsbruck nur der deutliche Anstieg von den Vierziger- zu den Fünfzigerjahren auffällt. In Kremsmünster wurde der generelle Anstieg jeweils in den Dreissigern und Siebzigern durch Rückgänge unterbrochen. in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ist ein mehr oder weniger ausgeprägter Anstieg zu bemerken.

Tabelle 5: Maximale und minimale Niederschlagsmonats- und –jahressummen (mm)

Beim Betrachten der extremen Monats- und Jahressummen erkennt man den Mangel an Übereinstimmung unter den verschiedenen Regionen. Einzig die minimalen Monatssummen fallen an drei Orten in den Oktober, wenn auch in verschiedenen Jahren. In Klagenfurt hat es dagegen in diesen hundert Jahren sieben praktisch niederschlagsfreie Monate gegeben, aber keinen davon im Oktober (zweimal im Jänner, viermal im Februar und einmal im November).
Erwähnt sei noch, dass in einem verregneten Sommer annähernd gleich viel Niederschlag fallen kann wie im jeweils trockensten Jahr. In Wien brachte der Sommer 1959 mit 406 mm Niederschlag sogar etwas mehr als das gesamte Jahr 1932.
Auswahl einiger bedeutender Wetter- und Klimaereignisse
Diese Zusammenstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Entsprechend des stetig besser werdenden Informationsflusses können Ereignisse der jüngsten Vergangenheit vollständiger erfasst werden.

Ereignisjahr

Beschreibung des Ereignisses

1111

Lienz wird vom Schleinitzbach und Grafenbach fast zur Gänze zerstört

1338-1340

Österreich wird von einer verheerenden Heuschreckenplage heimgesucht

1342

Donauüberschwemmung mit 6000 Toten

1347

Matrei in Osttirol wird vom hochwasserführendem Bretterwandbach vollständig zerstört - zahlreiche Tote

1458/1459

Missernten führen 1458 und 1459 zu Notlagen in Wien;

allgemein herrscht eine Hungersnot

1501

Die Donau überschwemmt im August für 10 Tage Wien

1572/1573

extrem kalter Winter: der Bodensee ist für 60 Tage bis zum 1. April vollständig zugefroren

1580-1590

feucht-kalte Sommer lassen in Österreich den Weinbau zusammenbrechen

1658

Die einzige Donaubrücke Wiens (Brigittenau) wird im Februar durch einen Eisstoß völlig zerstört

1669

der größte bekannte Ausbruch des Lahnbaches zerstört im Juni in Schwaz 14 Häuser, 42 Tote, 152 Häuser sind bis zum 1.Stock vermurt

1680-1685

sehr kalte Winter in Mitteleuropa, am kältesten ist es im Jänner 1684

1689

bei Lawinenabgängen im Montafon 120 Tote, 119 Häuser zerstört; im Tiroler Paznaun 29 Tote und 800 Häuser zerstört

1712

Überschwemmung und Verschlammung von Kirchschlag am Wechsel am 2. August mit nahezu völliger Zerstörung und 42 Toten

1737

Der hochwasserführende Schmittenbach verwüstet am 3. Juli Zell am See

1787

Allerheiligen- Hochwasser mit verheerenden Folgen in Wien

1804

große Murschübe am Schesatobel (Vorarlberg) riegeln die Ill ab und verwüsten den Talboden

1817

höchster bekannter Wasserstand des Bodensees – ab Juli 89 Tage lang mehr als zwei Meter über dem Normalpegel

1829/1830

 

lang andauernder Frost: die Donau und Nebenflüsse frieren zu. Mit dem einsetzenden Tauwetter überschwemmt die Donau Ende Februar die Vorstädte Wiens, 74 Menschen ertrinken. Es ist der kälteste Winter seit Beginn der Messungen 1767.

1862

mit einem Wasserstand von 3 bis 4 Meter über dem Normalstand werden vom 2. bis zum 10. Februar weite Teile Wiens überflutet - Die Donauregulierung wird beschlossen

1880

nach einem starken Eisstoß werden am 4. Jänner die südlich von Wien gelegenen Donaugemeinden überschwemmt

1882

Vom 16. bis zum 20. September und am 27. Oktober ereignen sich in Kärnten und in Tirol zwei Hochwasserkatastrophen gigantischen Ausmaßes

1884

Zell am See ist nach Ausbrüchen des Schmittenbaches zweimal von katastrophalem Hochwassern betroffen.

1910

Hochwasserkatastrophe im gesamten Einzugsgebiet des Rhein verwüstet das ganze Land; im Montafon werden alle Brücken weggerissen - Vandans wird völlig zerstört und unbewohnbar. In Dornbirn wird am 31.8. mit 336,0 Liter/m² die absolut größte österreichische Tagesniederschlagsmenge gemessen

1915

am 10. August meldet Schaueregg am Wechsel mit 650 mm den höchsten Eintages-niederschlag Österreichs

1916

am 10. Juli wird in Wr. Neustadt die bisher stärkste Windhose beobachtet: 32 Tote, 116 Verletzte und 150 beschädigte Gebäude sind die Bilanz

 

Am 13. Dezember ereignet sich die größte Lawinenkatastrophe im Frontbereich mit Italien mit weit mehr als 3000 Toten

1917

Kärnten verzeichnet den schneereichsten überlieferten Winter. In Kornat wird am 30.1. mit 363 cm die absolut größte österreichische Schneehöhe in Tallagen gemessen (neben der Station am Sonnblick auf 3105 m mit 11 Meter 90cm am 9. Mai 1944).

1921

verheerendes Traisenhochwasser: schwer betroffen ist Lilienfeld ( Särge werden aus den Friedhofsgräbern gespült )

1925+1926

jeweils im August zwei Murenkatastrophen im Raum Bodensdorf am Ossiacher See: 1925 sind vier Orte 2 m hoch vermurt – 1926 wird die Kirche schwer beschädigt, der Friedhof fortgeschwemmt

1929

Ganz Österreich erlebt ab dem Jänner einen katastrophalen Winter - im Februar bildet sich auf der Donau ein Eisstoß. Stift Zwettl verzeichnet am 11.2. mit –36,6°C die absolut tiefste in Österreich gemessene Temperatur ( neben dem Sonnblick, Seehöhe 3105 m, mit –37,2°C am 1. Jänner 1905).

1946

in Wien Hohe Warte wird am 18. Februar mit 139 km/h die größte Böenspitze seit Beginn der Messungen registriert

1947

In der Semmering-Wechselregion fallen am 5. Juni innerhalb von 7 Stunden 325 mm Niederschlag

1948

aus der Umgebung von Innsbruck wird am 17. Juni der stärkste Hagelschlag seit über 30 Jahren gemeldet

 

ab dem 10. August werden in Tirol die größten Hochwasserstände seit 1776 verzeichnet: es kommt zum Bruch des neuen Inndamms bei Zirl; am 11. August steht auch der Hauptplatz von Schwaz unter Wasser

1950/1951

Katastrophenwinter, im Jänner sterben in Österreich bei 37 Lawinenabgängen 135 Menschen, 79 Häuser werden zerstört; schwere Schneelastschäden an Stromleitungen und Brücken, und in den Wäldern fallen 350.000 Festmeter Holz an, davon die Hälfte in Tirol.

1954

am 10. Jänner ereignet sich die größte zivile Lawinenkatastrophe der Ostalpen, mit Blons im Großen Walsertal als Schwerpunkt. Mit den Lawinenabgängen am 11. gibt es im Bereich Blons alleine 57 Tote

 

ab dem 10. Juni kommt es bis zum 13. Juli zum Jahrhunderthochwasser im Einzugsbereich Donau – Inn: Linz ist schwer betroffen - in Wien lautet der Pegelstand 790 cm

1956

der extrem kalte Winter 1955/1956 erfordert im Jänner die Einstellung der Donau-schiffahrt

1958

Unwetterkatastrophe größten Ausmaßes in den Fischbacher Alpen: am 12. und 13. 8. fallen innerhalb von 8 Stunden 500 Liter/m² - eine regionale Wiederholungs- wahrscheinlichkeit von 300 Jahren - Bilanz: 5 Tote und 200 Millionen Schilling Schaden; auf 280 ha fallen 22.000 Festmeter Schadholz an

1961

am 4. und 5. Juli Durchzug einer ausgeprägten Gewitterfront mit Verwüstungen in allen Bundesländern: in Wien kommt es zu Überschwemmungen in 16 Bezirken, und zu Stromausfällen durch Blitzschläge

 

am 9. August extremes Hagelunwetter in Tirol - in Innsbruck kommt es innerhalb von 20 Minuten zur Zerstörung tausender Fenster, auf den Straßen liegen "Hagelbrei", eingestürzte Bäume, hunderte erschlagene Vögel

 

von 11.-14. Dezember: Überschwemmungen katastrophalen Umfangs in Tirol, Salzburg und Oberösterreich

1964

am 20. Juni kommt es zu enormen Hagelschäden, an einem der längsten Hagelstriche von Salzburg bis Wien.

 

der Oktober weist in ganz Österreich die größten Niederschlagsmengen seit 1901 auf. im November folgen in vielen Bergregionen katastrophale Hangrutschungen

1965

nach großen Neuschneezuwächsen zahlreiche Lawinenabgänge mit vielen Toten im Februar und im März

 

Starkschneefälle bewirken in Tirol und Salzburg am 21.4. den Abgang mehrerer Katastrophenlawinen

 

mit der Schneeschmelze kommt es ab dem 28.4. in Niederösterreich zu extremen Überschwemmungen, auch im Burgenland und in der Steiermark stehen Orte unter Wasser

 

Anfang Mai verhindern außergewöhnlich große Schneehöhen in Tirol den Almauftrieb; in der Seegrube und in der Axamer Lizum liegen stellenweise 5 bis 6 Meter Schnee..

 

ab dem 11. Mai herrscht die zweite Hochwassersituation in der Steiermark, in Nieder-österreich und im Burgenland

 

ab dem 21. Mai Hochwasser in Wien und rund um den Neusiedler See

 

in Wien fällt am 5. Juni eine Monatsniederschlagsmenge an einem Tag ( 60,9mm in 12 Std., 70,6mm in 24Std.). Im Marchfeld stehen 80% des Ackerlandes drei Wochen lang, bis zum 24.6., unter Wasser. In Tirol stehen mit der Schneeschmelze gleichzeitig 10 000 ha unter Wasser

 

am 26. Juni kommt es zu einem Katastrophenhagel im Raum Weiz

 

Am 27.6. sind Stadtteile von Bregenz überflutet; mit 325cm Pegelstand am 29.6. ist dieser der höchste seit 1890 (374 cm).In Tirol und Salzburg herrscht Hochwasser, anhaltend bis zum 2. Juli: in Tirol ist Wattens am schwersten betroffen.

 

am 16. Juli kommt es zu einer Flutkatastrophe in Niederösterreich

 

vom 1. bis zum 3. August besteht eine neuerliche Hochwassersituation mit verbreiteten Schäden in der Steiermark und in Kärnten:

 

ab dem 31.8. führen ergiebige Niederschläge landesweit in Kärnten und in Osttirol bis zum 4. Sept. zur größten Hochwasserkatastrophe in dieser Region seit 1882; am 1. und 2. September fallen in Lienz innerhalb von 48 Stunden 181 Liter/m²; ab dem 4.9. stehen Teile von Villach unter Wasser

 

anhaltende Regenfälle führen am 10.9. und am 28.9. zur zweiten und dritten Hoch-wassersituation in Kärnten

1966

vom 15.bis zum 19.8. kommt es zu einer neuen Hochwasserkatastrophe in Osttirol und in Kärnten, mit noch ärgeren Schäden als 1965

 

am 18.8. Ausuferungen der Flüsse in der Steiermark; die Mur ist südlich von Graz 1,5 km breit

 

vom 3. bis zum 4. 11. fallen in Lienz innerhalb von 24 Stunden 232 Liter/m² - es kommt zur dritten Hochwasserkatastrophe innerhalb von 16 Monaten; bis zum 5. 11. fallen in Osttirol und Kärnten noch größere Niederschlagsmengen als in den Zeiträumen
30.8.-3.9.1965, 15.-19.8.1966

1967

nach einer Hitzewelle kommt es am 27. und am 28. Juni in allen Bundesländern zu Unwettern mit extremen Schäden: alleine in Oberösterreich und in der Steiermark besteht nach Hagelschlägen 32 MILLIARDEN Schilling Schaden

 

ein Warmlufteinbruch am 24.12. bewirkt in Österreich die wärmsten Weihnachten dieses Jahrhunderts (das Tagesmaximum in Wien Hohe Warte beträgt 13,3°C).

1968

Von Februar bis Juni herrscht die trockenste Periode seit 1856 - ab April bestehen bereits schwere Trockenschäden, auf der Hohen Wand (NÖ.) kommt es zu Waldbränden - im Mai müssen 10000 ha Zuckerüben umgebrochen werden - schließlich müssen 20% der österreichischen Ackerfläche neu bestellt werden- ab Mitte Juni wird 50% Ernteausfall erkennbar - ein 40% schlechterer Heuertrag zwingt Viehbauern ab dem Juli zu Notverkäufen. Mit der Hitzewelle, in Wien zwischen dem 16.6. und dem 4.7., zahlreiche hitzekollabierende Personen - Wasser wird rationiert

 

Schweres Glatteis am 7. Dezember im Großraum Wien: viele Fußgänger erleiden schwere Verletzungen, teilweise tödlich

1969

5.-9. Dezember: ergiebige Schneefälle, verbunden mit Sturm, führen im Osten Österreichs zu einer Schneekatastrophe: die Schneehöhe in Wien beträgt am 9.12.
45 cm - neben aperen Stellen bestehen 3m hohe Wächten

1970

Winter 1969/1970 ist außerordentlich schneereich - besonders in Vorarlberg und in Osttirol ereignen sich katastrophale Lawinenabgänge

 

vom 7. bis zum 9. August bewirkt eine Serie schwerster Unwetter Katastrophenschäden in ganz Österreich

 

mit 21,7°C in Wien ist der 3. 11. der wärmste Novembertag seit Beginn der Temperatur-messungen anno 1775

1971

im Juli und August 1971 kommt es zu großen Hitzewellen / am 7. ist St. Pölten mit 38,2°C "Hitzepol Europas"

 

der trockene Sommer und Herbst bewirkt ab November ( bei weiter anhaltender Trocken-heit ) Wasserknappheit in Wien

1972

ab Februar wird die Trinkwasserversorgung eingeschränkt - der Bodensee erreicht am 17.3. den tiefsten Wasserstand seit 1815

 

von April bis August kommt es, besonders in der Steiermark, zu einer Serie von Hochwasserkatastrophen: am 20.4. die erste Hochwasserkatastrophe mit 7 Toten im Bezirk Knittelfeld (Aufräumungsarbeiten dauern zwei Wochen); am 14. und 17. Mai ist das Murtal in Judenburg, und in der Folge in Leibnitz betroffen

 

am 23. Juni Hochwasserkatastrophe im Passail- und im Raabtal

1974

Starke Vereisungen führen am 16. Jänner in Wien zum Zusammenbruch des Stromnetzes.

1975

ergiebige Schneefälle am 30. und 31. März schaffen katastrophale Bedingungen in Tirol, Salzburg und in Kärnten: eine Lawine tötet in Mallnitz 8 Menschen/ 23 Personen werden verschüttet - rund 200 Muren zerstören/beschädigen 10/40 Häuser

 

in Kärnten fällt im März und im April während 3 Niederschlagsperioden 30% der Normal-jahresmenge

 

vom 23. Juni bis zum 5. Juli bestehen katastrophale Hochwassersituationen in Salzburg, Kärnten und in Niederösterreich: 13 Menschen sterben - in Wien ist mit einem Pegelstand von 8 Meter der Handelskai überflutet - in Niederösterreich herrscht entlang der Donau und der Westautobahn am 4. und 5. Juli der Notstand

 

am 22. 8. schwerste Hagelschäden in Salzburg (in der Stadt Salzburg fallen 5cm große Hagelschlossen)

1976

2.-7. Jänner: Sturmkatastrophe mit schweren Schäden im Osten Österreichs: Wien verzeichnet im Jänner an 20 Tagen Sturm - erstmals an 5 Tagen in Folge Böenspitzen über 100 km/h, am 4. den Maximalwert mit 135 km/h, und mit 21,6 km/h wird für Wien das absolut höchste Jännermittel der Windgeschwindigkeit verzeichnet

 

vom 6. Juni bis zum 20. Juli kommt es in Österreich zu einer 6wöchigen Trockenperiode mit Dürreschäden

1978

ein Genuatief bewirkt mit starken Niederschlägen vom 8. bis zum 10. August Katastrophensituationen in Vorarlberg und in Tirol: Gaschurn wird vermurt - das obere Rheintal ist unter Wasser - in Innsbruck ist der Innpegel 1m über der Hochwassermarke: das Stubaital ist am stärksten von Hochwasserschäden betroffen:

 

am 31.5. und am 1.6.: schwere Hagelgewitter in Niederösterreich und in Wien: Randegg registriert 100 l/m² innerhalb von 3 Stunden - das Hochwasser der Kleinen Erlauf wird als 100jähriges Ereignis eingestuft

1979

25. Juni: ein zweihundertjähriges Niederschlagsereignis in Wien: die Station Rathauspark registriert 88,7mm in 24 Stunden, davon 1,3 Liter/m² und Minute, 1 Stunde lang

1982

am 26. Juni extreme Hagelkatastrophe mit Totalschäden im südlichen Niederösterreich, angrenzendem Burgenland und in der Steiermark zwischen Kapfenberg und Fürstenfeld

 

7.und 8.November: heftiger Föhnsturm mit schweren Schäden in Tirol

(am 8.: Patscherkofel 176 km/h, Pertisau 120km/h)

1983

außerordentlich warmes Jahr: Wien erlebt den wärmsten Winter seit 1775, trotz Schneechaos im Februar

 

In Österreich gibt es einen Jahrhundert- Sommer, mit dem wärmsten Juli seit 1859, und dem neuen absoluten österreichischem Temperaturmaximum, 39,7°C, am 27. 7. in Dellach im Drautal

 

die Donau erreicht am 15.11. mit 70 cm den tiefsten Pegelstand seit 100 Jahren, wobei der Schiffsverkehr eingestellt werden muß.

1984

schneereicher Winter im Westen Österreichs; bis zum April gehen zahlreiche Lawinen nieder mit insgesamt 33 Toten

 

am 1. August zerstört extremer Hagelschlag Obstanlagen in der Oststeiermark total - dabei fallen 40 Minuten lang hühnereigroße Schlossen

1985

die Kälteperioden 6. bis 10.1. und 12. bis 23.2. fordern bei Tiefsttemperaturen um -28°C 34 Todesopfer

 

von 3.-8. August: außerordentliche Regenfälle in ganz Österreich führen zu schwersten Hochwässern seit 1975 und 1954

1986

Schneefälle vom 9. bis zum 16. Februar führen im Osten und Südosten Österreichs zur extremsten Schneesituation seit 1963: In Wien kommt praktisch der gesamte Verkehr zum Erliegen - Straßen in den Tiefländern sind verweht, tagelang unpassierbar.

In Sillian, Osttirol wird am 31. 1. mit 170cm die absolut größte österreichische Tages-neuschneemenge gemessen.

 

27.-29.12.: nördlich des Alpenhaupkammes fallen zwei Meter Neuschnee, 20.000 Touristen sind von der Umwelt abgeschnitten

1987

1.-19. Juli: eine Serie von Unwettern bewirkt katastrophale Folgeschäden : Saalbach wird am 2. und 9. zweimal verwüstet. Am 19.bricht bei Fussach der Rheindamm und das Mündungsgebiet wird völlig überflutet - der Bodensee hat den höchsten Pegelstand seit 1965

 

am 25. August sind nach Unwettern das Ötztal, das Wipptal und das Salzachtal Katastrophenregion, mit 8 Toten und 3 Milliarden S Schaden

1988

nach 70 cm Neuschnee verschütten am 13.3. zwei Lawinen weite Teile von St. Anton am Arlberg - 7 Menschen werden getötet

1990

26.2.-1.3.:Sturmtief "Vivian" richtet in Österreich rund 3 Milliarden Schilling Schäden an; maximale Böenspitzen sind in Hörsching 147km/h, in Wien 130km/h. Es entstehen besonders enorme Forstschäden

 

extremster Hagel verwüstet am 22. Mai rund um Langenlois weite Weinflächen. In der Gemeinde liegt der Hagel 50cm hoch; alleine im Weinbau entstehen 300 Millionen Schilling Schaden auf 400 km² Rebfläche.

1991

seit dem 20. Juli anhaltende Niederschläge führen vom 28.7.-5.8. zur schwersten Hochwasserlage seit 1954: am 28. Juli wird die Stadt Steyr von der Enns 60cm hoch überflutet, ( mit dem höchsten Wasserstand seit 18 Jahren); am 2. August fallen in der Stadt Salzburg in 24 Stunden 130mm, die Salzach tritt aus den Ufern - gleichzeitig ist Steyr das zweite Mal unter Wasser; Am 4. August steigt in Wien der Pegel von 5 auf 7 Meter (Durchflussmenge 9000 m³/Sekunde - 1954 waren es 9600m³/Sekunde); alle Donaugemeinden unter Linz sind vom Hochwasser betroffen - Stadtteile von Krems - Stein stehen zwei Meter unter Wasser

1993

in der Nacht 4./5.Juli: extremer Hagelschlag in Telfs- Innsbruck mit Schlossen bis zu 5cm Durchmesser - im Inntal entstehen schwere Schäden

 

am 18.Juli entstehen extreme Sturm- und Hagelschäden im Gurktal in Kärnten: bei Straßburg gibt es schwere Waldschäden - der Hagel liegt 15cm hoch

1995/1996

in Wien herrscht ein sehr kalter Winter mit 85 Tagen mit Schneedecke ( "normal": 44 Tage)

1996

am21.+22.Juni ist das Kanaltal und Tagliamentotal Katastrophenregion mit schweren Verwüstungen nach Hagelniederschlägen

 

nach Starkregen am 14. und 15. November schwerste Vermurungen im Gailtal: Reisach registriert 110 mm in 12 Stunden, und 170 mm in 24 Stunden

1997

vom 4. bis zum 8. Juli fallen extreme Niederschlagsmengen, und bewirken weite Überschwemmungen in Niederösterreich: am schwersten betroffen ist der Raum um Lilienfeld - von 15.-18. Juli folgt eine zweite Niederschlagsperiode, wobei die Hochwasserregionen wieder betroffen sind. Lunz am See registriert vom 4. bis zum 21.7. 407mm (vom 4. bis zum 8.7. 243 mm) - Wien registriert im Juli mit 244 mm die größte Monatsniederschlagssumme, von 4.-8.7. mit 184mm die größte 5Tagesmenge seit Beginn der Messungen.

1998

21. und 22.Jänner: intensive Schneefälle und Verwehungen im Großraum Wien: auf der A2 verbringen 500 Personen die Nacht im PKW

 

in den Nächten 26./27. Juni und 31.Juli/1.August wird der Raum Hartberg-Oberwart zweimal von Katastrophenunwettern heimgesucht, mit extrem schweren Schäden an allen Gütern

1999

23. Februar: Lawinenkatastrophe in Galtür fordert 38 Todesopfer.

20.-22.Mai "Jahrhunderthochwasser" in Vorarlberg und Tirol, höchster Wasserstand des Bodensees seit mehr als 100 Jahren

Letzte Änderung: Wien, 9. Dezember 1999, Derka
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