Klimageschichte

Klimaentwicklung seit 1760 (Sommer - Winter)
Wärmere Winter: Die österreichische Temperaturkurve seit 1760
Österreich besitzt Aufzeichnungen aus dem Stift Kremsmünster, die bis ins Jahr 1767 zurückreichen. Die weltweite Erhebung setzte erst um 1850 ein, übrigens zum Höhepunkt der sogenannten "kleinen Eiszeit".

Das Klima in seit der letzten Eiszeit

1450 bis 1850 n. Chr.
"Kleine Eiszeit": Nach der relativ warmen Periode setzte eine Klimawende ein: Die Temperaturen fielen deutlich und lagen etwa 1 bis 1,5 Grad unter den heutigen. Die Gletscher rückten weiter in die Täler vor. Kalte Winter und nasse Sommer führten zu Missernten, Hungersnöten und einer Häufung von Sturmfluten und Überschwemmungen.

900 bis 1300 n. Chr.
"Kleines Klimaoptimum": Warmphase mit trockenen Sommern und milden Wintern im frühen Mittelalter, die Temperaturen lagen etwa ein Grad über den heutigen. Grönland war tatsächlich grün und wurde besiedelt, in Schottland war sogar Weinanbau möglich.

4000 v. Chr. bis 1000 n. Chr.
Abkühlung auf heutige Temperaturen. Die Ufer des Nils sind nicht mehr sumpfig, aber regelmäßig überflutet und erlauben die Entstehung der ägyptischen Hochkultur. Nordafrika wird die Kornkammer des römischen Reiches.

8000 bis 4000 v. Chr.
Klimaoptimum: die wärmsten Jahre der Nacheiszeit (Holozän). Die Temperatur liegt etwa ein bis zwei Grad höher als heute und das Klima ist erheblich feuchter. Das Abschmelzen des Inlandeises führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels.
In der Sahara wachsen Oliven, Zypressen und Lorbeer, der Wasserspiegel des Tschadsees am Südrand der Sahara liegt 40 Meter höher als heute. Die Induskultur erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt. In Mitteleuropa herrscht wärmeleibender Eichenwald vor.

vor rund 10 000 Jahren
Wende zwischen Eiszeit und Nacheiszeit (Holozän).

vor 14 000 bis 10 000 Jahren
Phase starker Klimaschwankungen: schnelle und kurzfristige Wärme und Kälteperioden wechseln sich ab.

vor rund 18 000 Jahren
Höhepunkt der letzten Eiszeit (Würm/Weichseleiszeit)
Die Temperaturen liegen acht bis zehn Grad unter den heutigen Werten.
Das Inlandeis hat seine größte Ausdehnung: Breite Teile Europas, Asiens und Nordamerikas liegen unter einer Eisschicht von mehreren Tausend Metern Dicke. Die Gletscher Skandinaviens reichen südlich bis Berlin, die Alpengletscher erreichen München. Durch das im Eis gebundene Wasser fällt der Meeresspiegel um rund 120 Meter.


Auch das Waldviertel war in seiner Geschichte immer von Klimaänderungen betroffen.
Das Mittelalter war eine warme Klimaperiode ("Mittelalterliche Optimum" - Weinbau war im Waldviertel möglich). Dann setzte eine Klimawende ein. Die "Kleinen Eiszeit" von 1250-1850 die Temperaturen erneut. Kühle Sommer und strenge Winter führten auch des öfteren im Waldviertel zu Missernten und Hungersnöten. 

Die Eiszeit

Temperaturveränderungen in den letzten 150 000 Jahren
Klimaentwicklung
(Nach neueren Datierungen liegt der Beginn der Würmkaltzeit bei ca. 110.000 Jahre v.H.)

Ein Blick in die Vergangenheit bis in die letzte Kaltzeit und davor zeigt: Klimaänderungen hat es seit jeher gegeben und offensichtlich auch extreme und plötzliche Veränderungen. Während der letzten Kaltzeit, als die Gletscherzungen des skandinavischen Inlandeises bis an die Grenzen des heutigen Hamburger Stadtgebietes reichten, war es im globalen Mittel etwa 4°C kälter als heute. In der Übergangsphase dieser Klimaepoche zur gegenwärtigen Warmzeit, die etwa vor 11 000 Jahren begann, gab es heftige Temperaturschwankungen von 5-7°C in wenigen Jahrzehnten, die die Änderungen der letzten einhundert Jahre bei weitem übertrafen. Allerdings hat man Belege dafür bislang nur regional, d.h. auf Grönland und in der Nord-Atlantik-Region, gefunden. Wahrscheinlich ereigneten sich solche Klimawechsel aber auch in der letzten Kaltzeit selbst und möglicherweise auch in der Warmzeit davor, der Eem-Warmzeit. Demgegenüber weisen die letzten 10 000 Jahren, d.h. die gegenwärtige Warmzeit, ein ausgesprochen stabiles Klima auf. Dennoch hat es auch in der Nacheiszeit immer wieder Phasen gegeben, in denen die globalen Durchschnittstemperaturen über einen längeren Zeitraum um einen halben Grad oder mehr geschwankt haben. Wärmere und kältere Perioden waren dabei oft mit bestimmten historischen Ereignissen verknüpft.

Das Holozän

Temperaturveränderungen in den letzten 11 000 Jahren
Klimaentwicklung

Warme Klimaperioden

Vor 6000 bis 7000 und noch einmal vor 4000 bis 5000 Jahren, im sog. "Hauptoptimum" der Nacheiszeit, war das Klima möglicherweise schon einmal deutlich wärmer als heute - und feuchter. Die Menschen wurden in dieser Zeit sesshaft, und es entstanden die ersten Hochkulturen. Satellitenaufnahmen zeigen, dass es Flusssysteme in der Sahara gab; und die biblischen Berichte über die "Sintflut" fallen ebenfalls in diese Epoche. Warm war es auch zur Römerzeit ("Römisches Optimum"), was Hannibal den Übergang über die Alpen erleichterte, und noch einmal im Mittelalter ("Mittelalterliches Optimum"), wodurch es den Normannen möglich wurde, Grönland (das "grüne Land") für 200 Jahre zu besiedeln und weit vor Kolumbus Amerika zu entdecken. In England wurde im Mittelalter sogar Wein angebaut.

Kältere Klimaperioden

Dazwischen lagen kühlere Perioden. Um 1000 v.Chr. war es wahrscheinlich um 1-2°C kälter als heute. Nicht ganz so kalt zeigte sich das "Pessimum der Völkerwanderungszeit", das die germanischen Völker aus dem Ostseeraum in den Mittelmeerraum getrieben hat. Nach der "Klimawende" zwischen 1200 und 1400, mit der das "Mittelalterliche Optimum" zuende ging, sanken in der sog. "Kleinen Eiszeit" von 1250-1850 die Temperaturen erneut. Kühle Sommer und strenge Winter führten z.B. in England zu Missernten und Hungersnöten.

Das wärmste Jahrhundert seit tausend Jahren

Allerdings sind die Daten bis zum Mittelalter mit vielen Unsicherheiten behaftet. Die Temperaturen für diese Zeit werden aus sogenannten Proxy-Daten (indirekten Quellen wie Baumringen, Pollen, Tiefseesedimenten, Eiskernen usw.) abgeleitet, deren Interpretation z.T. umstritten ist. Auch für die folgenden Jahrhunderte muss man auf Proxy-Daten zurückgreifen, die aber ab 1400 eine bessere Einschätzung des vergangenen Klimas erlauben.

Temperaturveränderungen seit 1400 (N-Halbkugel)
Klimaentwicklung

Danach scheint kein Jahrhundert in den letzten 600 oder sogar 1000 Jahren so warm wie das 20. Jahrhundert gewesen zu sein. Niemals hat es innerhalb von 100 Jahren eine Temperaturschwankung von 0,5°C oder gar mehr gegeben; und noch weniger ereignete sich in 30 Jahren ein Anstieg von 0,4°C wie in den letzten drei Jahrzehnten.

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