Kurrentschrift

ist eine unter Ausbau der Verbindungsmöglichkeiten und Abschleifungen der Formen entwickelte, fließende, in der Regel der schräggestellten Schrift. Treibend für die Entwicklung ab der Renaissancezeit Ende des 15. Jahrhunderts wirkten die Zunahme der Schreibtätigkeit und der Wunsch, schneller zu schreiben. Ihre Benennung ist mit "Lauf-Schrift" zu übersetzen [currere (lat.) = laufen]. Sie ist die allgemein gebräuchliche Verkehrsschrift der Neuzeit bis Anfang des 20. Jahrhunderts. Die lateinische Kursive [cursus (lat.) = Lauf], aus der sich die heutige Schreibschrift entwickelt hat, wird bis dahin im deutschen Sprachraum nur für Fremdwörter und Hervorhebungen verwendet.

Besonderheiten:

Das Alphabet der Kleinbuchstaben hat gegenüber der Normalschrift einen Buchstaben mehr. Für das s gibt es zwei verschiedene Zeichen, das lange und das runde s, letzteres auch Schluss-s genannt. Es gibt vier Regeln für die Verwendung dieser beiden Zeichen:

  1. Das lange s gehört an den Anfang eines Wortes oder einer Silbe.
  2. Das runde oder Schluss-s findet sich nur am Wort- oder Silbenende.
  3. Die Buchstabenverbindungen (Ligaturen) sch, st, sp und die Verdoppelung ss erfordern stets das lange s.
  4. Stehen s und ch, s und p sowie s und t nicht als Ligatur, sonder treffen zur "zufällig" zusammen, so ist das Schluss-s zu verwenden (z. b. Häus-chen, Has-pel, Volks-tum).

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