Die Geschichte der Schrift

Die Entstehung der Schrift ist im Detail nicht nachvollziehbar. Vermutet wird die Entstehung vor ca. 5000 Jahren in Mesopotamien. Quellen deuten darauf hin, dass die europäische Schrift auf das sogenannte ursemitsche Alphabet, welchem als Vorbild die ägyptischen Hieroglyphen diente, zurückzuführen sind. Über die Griechen gelangte die Schrift zu den Römern. Für die europäische – letztlich österreichischen-deutschen – Schriftentwicklung hat der Einfluss des Römischen Reiches entscheidende Bedeutung. Zwischen dem 2. Jhd. v. Chr. und der Zeitwende entstand die römische Abwandlung des griechischen Monumentalschrift, genannt "Capitalis". Zu dieser Zeit wurde auch das heute noch für den europäischen Sprachraum gültige Alphabet festgelegt.

Im Mittelalter nahm die katholische Kirche die Ausbildung wahr. Damit wurde die "lateinische" Schrift zur Schrift des Mittelalters. In dieser Zeit war die Kunst des Schreibens hoch entwickelt – aber auch zeitraubend – und wurde von "Schreibmeistern" ausgeübt.

Um die Mitte des 15 Jhd. Revolutionierte der Mainzer Goldschmied Johannes Gutenberg durch die Erfindung des Druckens die Vervielfältigung des geschriebenen Wortes. Gutenberg hatte bei der Schaffung der Schrifttypen die Schreibmeister zur Vorlage genommen.

Die folgende vereinfachte Übersicht zeigt die Entwicklung bis hin zu Kurrent- bzw. zur lateinischen Schreibschrift

Entwicklung der Schrift

Kurrent war bis zur NS-Zeit die unangefochtene Schrift in Österreich und Deutschland. Auch in den Anfängen der NS-Zeit wurde die Frakturschrift - und damit auch die Handschrift Kurrent - als "Deutsche Schrift" gefördert. Im Jahre 1941 wurde sie per Erlass vom 03.01.1941 (Original im Bundesarchiv Koblenz, Bestand NS 6/334) als "Schwabacher Judenlettern" verboten.

Bis zum Schuljahr 38/39 wurde in Österreich - damals schon Ostmark - die Kurrentschrift als Erstschrift in der Volksschule unterrichtet und gelehrt.

Zwar wurde 1951 mit Erlass des Bundes-Ministerium für Unterricht - Zl. 24828-IV/18/51 - die Kurrentschrift als Zweitschrift in Form des Schönschreibens wieder eingeführt, jedoch wird dies seit ca. Mitte der 70-iger Jahre nicht mehr praktiziert.

Auch müssten Eingaben bei Behörden in Kurrent nach wie vor behandelt werden, da noch immer Personen leben, welche nur Kurrent schreiben können.