Theater in Gastern "Schlafzimmergesrpäche" - 1999

 
Neue NÖN ("Waidhofner Zeitung") vom 31. März 1999

Drei Betten als Bühne

Beziehungsprobleme und Psycho-Trips in zwei Akten

GASTERN - Partnerschaftliche Probleme stehen im Mittelpunkt der Komödie "Schlafzimmergespräche". Premiere war am 27. März.

Bereits im Vorjahr sorgte die Theatergruppe Gastern mit einem eher ungewöhnlichen Stück für eine positive Überraschung. Mit der zweiaktigen Komödie "Schlafzimmergespräche" gelingt es der Gruppe auch heuer, kreative Akzente zu setzen.
Bereits zu Beginn setzt Regisseurin Silvia Schlosser auf einen Überraschungseffekt: Statt wie üblich in einem Raum spielt sich die Handlung von "Schlafzimmergespräche" in drei, voneinander unabhängigen, Schlafzimmern ab. In diesen drei Räumen entwickelt sich in der Folge eine Reihe von Szenen, in denen vier Paare ihre partnerschaftlichen Probleme, Schwierigkeiten und Wünsche offenbaren.
Silvia Schlosser inszenierte mit "Schlafzimmergespräche" eine flotte Komödie, deren Ziel sowohl die vordergründige Unterhaltung als auch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Problemen der Partnerschaft ist. Mit der Einführung von drei Handlungsebenen in Form von drei auf der Bühne präsenten Schlafzimmern gelang Schlosser zudem ein erstklassiger dramaturgischer Schachzug. Die raschen Wechsel zwischen den Szenen und den Handlungsräumen sorgen dafür, daß "Schlafzimmergespräche" trotz zahlreicher umfangreicher Dialoge niemals Gefahr läuft, langweilig zu werden. Gleichzeitig ermöglicht die Szenerie aber auch den Wechsel zwischen ernsthaften und weniger ernsthaften Gesprächssituationen, die nicht ausschließlich auf den Unterhaltungswert plakativer Pointen angewiesen sind.
Wie im Vorjahr überzeugt auch heuer die geschlossen gute und ausgeglichene Leistung des Ensembles. Die Stützen des Ensembles stellen nach wie vor die drei Kases-Schwestern Birgit, Elisabeth und Eva dar. Mit sprachlicher Präzision, einer ausdrucksstarken Umsetzung der Charaktere und einer atemberaubenden Bühnenpräsenz setzen sie die drei vollkommen unterschiedlichen Rollen der Trude, der Jane und der Kate um.
Mit einer ausgezeichneten Leistung kann auch Rainer Bräuer der Rolle des Edwin gerecht werden. Teilweise schelmisch, teilweise skurril - so legt er die Rolle des alternden, grantelnden, aber nichtsdestotrotz liebenswürdigen Pantoffelhelden an.
Die wohl schwierigste Aufgabe hat Eva Altmann als leicht neurotische Susannah zu meistern. Ständig auf einem Selbsterfahrungs-Trip, psychisch labil und in ihrer Funktion als "Heulsuse" der Partyschreck schlechthin, gelingt es Altmann, dieses seelische Wrack ernsthaft und glaubwürdig zu verkörpern.
Weitere Aufführungen gibt es am 4./5. und am 10./11. April jeweils um 19.30 Uhr im Pfarrstadl. Kartenreservierungen: Tel.: 02864/2417.

DANIEL LOHNINGER
 
Theater in Gastern - die Akteure
hinten stehend: Melanie Rausch - Frühwärts (Souffleuse), Christian Neuditschko (Trevor), Ewald Immervoll - Grünau (Malcolm), Gerald Appel - Frühwärts (Lichttechnik)
sitzend: Silvia Schlosser - Gastern (Regie), Elisabeth Kases - Ruders (Trude), Rainer Bräuer - Gastern (Edwin), Eva Altmann - Wiesmaden (Susannah), Birgit Kases - Ruders (Jane), Eva Kases - Ruders (Kate), Bernhard Fürnkranz (Nick), Sabine Burian - Ruders (Hintergrundeffekt)
Weiters haben mitgeholfen, die Aufführung zu verwirklichen: Friedrich Wenisch - Gastern (Beleuchtung), Zina Rajnoch - Frühwärts (Bühengemälde), Tischlerei Kases - Ruders (Bühnenbau).
   
Aufführungstermine: Samstag, 27. März 1999
Palmsonntag, 28. März 1999
Ostersonntag, 4. April 1999
Ostermontag, 5. April 1999
Samstag, 10. April 1999
Sonntag, 11. April 1999

jeweils um 19.30 Uhr

 
"Schlafzimmergespräche"
Ewald Immervoll - Grünau, Eva Kases - Ruders, Christian Neuditschko
 
"Schlafzimmergespräche"
Birgit Kases - Ruders, Christian Neuditschko (verdeckt), Bernhard Fürnkranz
 
"Schlafzimmergespräche"
Birgit Kases - Ruders, Bernhard Fürnkranz
 
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