Eine Mutterpfarre von 13 Pfarren

Aus KircheBunt Nr. 14 vom 7. April 2002
Auszug von Seite 12 aus der Serie "Pfarrgemeinden im Blickpunkt"

 
Das Gebiet von Raabs ist uralter Siedlungsraum, was zahlreiche Funde aus der Jungsteinzeit beweisen. Die Geschichte der Pfarre geht auf die Zeit der Wiederbesiedelung des Gebietes Anfang des 9. Jahrhunderts zurück. Von Bayern ausgehend setzte damals eine neue Siedlungstätigkeit ein, Befestigungsanlagen zum Schutz der Grenze wurden errichtet. So entstand auch auf dem Felsen hoch über der Vereinigung der beiden Thayaflüsse unter Führung eines Edlen namens Ratgaoz eine solche Befestigungsanlage, von der man annehmen kann, dass sich innerhalb ihrer Mauern bereits eine Kirche aus Holz befand. Herausragende Bedeutung erhielt der Ort nach 1050, als er sich zum Hauptort der Grafschaft Raabs entwickelte. Die Weihe der westlich der Burg erbauten romanischen Kirche "zu Maria Himmelfahrt auf dem Berg" nahm 1080 der heilige Bischof Altmann von Passau vor.

"Mutter" für 13 Pfarren

Im Laufe der Geschichte gingen aus der Urpfarre 13 weitere selbstständige Pfarren hervor. Die ältesten Tochterpfarren sind Thaya und Dobersberg, die noch im Lauf des 12. Jahrhunderts ihre Eigenständigkeit erlangten. Es folgten Puch, Aigen, Speisendorf, Obergrünbach, Münchreith, Großsiegharts und Großau. Dobersberg wurde seinerseits Mutterpfarre von Kautzen, und Thaya von Pfaffenschlag, Gastern und Eggern.

 

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