1986 - aus der Pfarrchronik (Gedenkbuch)

Neue NÖN ("Waidhofner Zeitung")

Zwei verdiente Männer nun zu Ehrenbürgern ernannt

GASTERN. - Der Gemeinderat hat mit einstimmigem Beschluß Altbürgermeister Josef Fasching und Pfarrer Geistl. Rat Josef Keil zu Ehrenbürgern der Marktgemeinde ernannt. Die Überreichung der Ehrenbürgerurkunden erfolgte am 30. 1. im Rahmen einer Feier, an der LAbg. ÖR Bgm. Rabl, BH Hofrat Dr. Steininger und die Gemeindevertreter teilnahmen.
Bgm. Mayer würdigte in seiner Ansprache die Verdienste der beiden Geehrten und betonte, daß sich beide - obwohl nicht in der Gemeinde geboren - doch sehr für das Wohl der Gemeinde eingesetzt und gearbeitet haben.
In der Amtszeit von Bgm. Fasching von 1966 bis 1970 und von 1975 bis 1985 wurden bedeutende Vorhaben wie der Amtshausbau, Straßenbaumaßnahmen, Schulumbau, Kindergartenbau und die Errichtung einer Aufbahrungshalle durchgeführt.
Unter Pfarrer GR Keil, der seit 1974 als Seelsorger in Gastern wirkt, wurden auf seine Initiative hin viele Aktivitäten im kirchlichen Bereich, der mit dem Bereich der Gemeinde eng verbunden ist, gesetzt, wobei besonders die Neugestaltung des Altarraumes, die gesamte Innenrenovierung der Kirche und die Anschaffung einer neuen großen Glocke in der Pfarrkirche zu erwähnen sind. Pfarrer Keil hat auch eine Broschüre über die Geschichte von Gastern zusammengestellt.
Pfarrer GR Keil feierte am 1. 2. seinen 75. Geburtstag.
Im Rahmen dieser Feier wurden auch zwei Gemeindefunktionäre geehrt, die lange Zeit dem Gemeinderat angehörten und anläßlich der Gemeinderatswahl 1985 aus ihrer Funktion ausschieden. LAbg. ÖR Bgm. Rabl überreichte GGR a. D. Josef Hermann aus Frühwärts und Gemeinderat a. D. Erich Dangl aus Weißenbach die Silberne Ehrenplakette des Verbandes der NÖ Gemeindevertreter der ÖVP.

Pfarrer Keil - Bgm. Mayer - Altbürgermeister Fasching
GASTERN - Zu Ehrenbürgern der Marktgemeinde Gastern wurden Altbgm. Josef Fasching und Pfarrer GR Josef Keil ernannt.

Am 1. Februar 1986 feierte der Pfarrer seinen 75. Geburtstag! Um 15.00 Uhr war ein Festgottesdienst, zu dem alle Pfarrangehörigen geladen waren. Zum anschließenden Essen im Gasthof Müllner waren alle Mitarbeiter des Pfarrers geladen.
Der Pfarrer sprach über sein bisheriges Leben. Es war voll Gnade. Das schönste Geschenk zum 75. kam von oben: die wiedererlangte Gesundheit.

Während der Jänner mildes Wetter hatte, kam anfangs Februar der Winter mit voller Macht über Österreich. Am 8. Februar hatte wir - 20o, es schneite viel. Es gabe viele Schneeverwehungen - Schneehöhe bis 2 m. Besonders Steiermark war arg betroffen. Jahrzehntelang hat es dort keine solchen Winter gegeben wie jetzt. In manchen Gegenden brach der Verkehr zusammen.

Der Winter kam heuer spät, hielt aber lang an. Ende Februar gab es noch Temperaturen untern minus 20o. Im März wurde es etwas wärmer. In den Nächten aber immer um 0o! Bei Tage selten über +10o. Zum "Frühlingsanfang" war der erste wärmere Tag, in der Sonne +20o! am 22.3. schneite es wieder bei uns - Temperaturen um 0o!

Letzte Woche im April und Mai sehr warm + 25o.

Neue NÖN ("Waidhofner Zeitung")

Hohe Auszeichnung für F. Wenisch sen.

GASTERN. - Eine hohe Auszeichnung überreichte Pfarrer Geistl. Rat Josef Keil im Rahmen des Gottesdienstes zu Christi Himmelfahrt an den Mesner Friedrich Wenisch sen.
Die Mesnergemeinschaft der Diözese St. Pölten hat Friedrich Wenisch für sein langjähriges verdienstvolles Wirken in der Pfarre Gastern ihre höchste Auszeichnung, die Goldene Ehrennadel, verliehen. Der Geehrte übt den Mesnerdienst in der Pfarrkirche seit dem Jahre 1950 aus und wird nun dabei von seinem Sohn Fritz tatkräftig unterstützt.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß - wie aus der von Pfarrer Keil verfaßten Geschichte von Gastern zu ersehen ist - der Mesnerdienst in Gastern seit dem Jahr 1881 von einem eigens bestellten Mesner ausgeübt wird. Vorher war es so üblich, daß jeder, der eine Bauernwirtschaft übernahm, zwei Jahre hindurch unentgeltlich an Sonn- und Feiertagen den Mesnerdienst leisten mußte.

Das Wetter im Mai: Hochsommerliche Temperaturen +35o. Fronleichnam Regen, Abkühlung bis 4o früh - bei Tage 10 bis 15o, das kühle Wetter hält auch anfangs Juni an. Heuer keine Fronleichnamsprozession.
Die 2. Junihälfte war sehr heiß (+30o am Fenster, Sonne +40o). Wenig Regen, einige Gewitter.

Bundespräsident  Kurt Waldheim wurde am 8. Juli in sein Amt eingeführt. Gegenkandidat von der SPÖ war Kurt Steyrer. In der Stichwahl vom 8.6.1986 siegte mit 54 % der Stimmen Dr. Kurt Waldheim. Er war 12 Jahre Generalsekretär bei der UNO (Vereinte Nationen). Vor der Wahl von der SPÖ als auch von den Juden schwer angegriffen, besonders aus New York. Man verdächtigte ihn als ehemaliges Mitglied der N.S.D.A.P. (Nazi), konnte ihn aber nicht nachweisen.

St. Pölten - Landeshauptstadt von NÖ. Einstimmiger Beschluß des NÖ Landtages am 10. Juli 1986. Nach einer Volksabstimmung in NÖ stimmte eine große Mehrheit für eine eigene Landeshauptstadt (vorher Sitz in Wien). Beworben haben sich die Städte: Wr. Neustadt, Baden, Tull, Krems und St. Pölten. In engere Wahl kamen Krems und St. Pölten.

Im September 1985 trat Kardinal Franz König von seinem Amt als Erzbischof von Wien zurück. Nach langem Warten wurde Mittel Juli 1986 ein Benediktinermönch neuer Erzbischof von Wien, ein frommer Priester, Marienverehrer, bisher Rektor der Wahlfahrtskirche Maria Roggendorf bei Hollabrunn. 1974 wurde er Direktor des Aufbaugymnasiums in Hollabrunn.

Nach einem schönen Sommer gab es auch einen warmen und trockenen Herbst. Vielfach gab es schon Wassernot. Am 13.10. kam der ersehnte Regen.

Das Jahr 1986 war ein besonders fruchtbares Jahr; vor allem gab es Obst in Hülle und Fülle. Zwetschken und Äpfel mußten zum Teil auf den Komposthaufen geworfen werden.

Nationalratswahl 1986: Nach der Wahl zum Vorsitzenden der FPÖ des Jörg Haider an Stelle von Norbert Steger zerbrach die bisherige kleine Koalition der SPÖ mit der FPÖ. Es kam zur Neuwahl des Nationalrates am 23. November 1986. Vom Ergebnis der Wahl waren alle überascht.
SPÖ: 80 Mandate - Verlust 10, ÖVP: 77 Mandate - Verlust 5. Gewinner waren die "Grünen" und FPÖ mit Haider. Die FPÖ hat nun 18 Mandate; die Grünen ziehen erstmals in das Parlament mit 8 Mandaten. Die Verlierer sind die Großparteien. Am meisten enttäuscht ist die ÖVP, die sich unter Mock die relative Mehrheit erhoffte. Mit der Regierungsbildung wurde Bundeskanzler Vranitzky betraut. Er soll mit der ÖVP eine große Koalition eingehen.

Nach langem Warten auf den Winter kam er Mitte Dezember mit viel Schnee, wie wir ihn schon lange nicht hatten. Zu Weihnachten gab es bei uns 1/2m hoch Schnee. Nach Weihnachten hatten wir einmal früh auch -16o. Sonst gab es nur einige Grad unter Null.

Statistik zum Jahresschluß 1986: Seelenanzahl 1.500, Kommunionen 16.000, 500 Osterbeichten, Taufen nur 11 (1985 - 18), Hochzeiten 4 (1985 - 6), Begräbnisse 20 (1985 - 28) - davon 18 Personen über 70 Jahre/davon 15 über 75 Jahre/10 über 80/6 über 85/davon Johann Hirschmann im 90. Lebensjahr.

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