1984 - aus der Pfarrchronik (Gedenkbuch)

In den letzten Jahren wurden die Großkaufhäuser immer mehr und die kleinen Kaufleute mußte zusperren! Bei uns gingen in Pension Herr Anton Kases, Hauptstraße 21, einige Jahre später Weidinger Maria, St. Martins-Platz 2, und heuer mit Ende März Mandl Anton, Hauptstraße 15. Ende März ging auch der Bäckermeister Wingelhofer Herbert in Pension. Einen eigenen Bäcker haben wir nun in Gastern nicht mehr. Wohl aber eröffnete Pichler Josef eine neues Geschäft, einen Selbstbedienungsladen, wo man auch Brot (Gebäck) bekommen kann, daß die Bäckerei Kases aus  Thaya liefert.

Der Winter dauert heuer lange. Bei uns gab 2 kurze strenge Perioden, sonst war es meist mild. Heute, am 4. April habe es schuhhoch Schnee!

Zum Karfreitag wurde vom Pfarrer ein Kreuz angeschafft, geschnitzt vom Bildhauer Kaindl, Amaliendorf - Kosten 3.500 S.

Das Wetter ist heuer kalt, regnerisch, wenig Sonne. So war es im Mai, Juni. Noch am 4. Juli mußte der Pfarrer den "Radiator" in der Kanzlei einschalten (14o) - draußen 10o.

Am 8. Juli wurde es endlich warm. Es kam zu einer Hitzewelle, Temperaturen in der Sonne 40o und darüber. Die starke Hitze brachte furchtbare Unwetter. In Bayern wurde vielfach die Ernte vernichtet. Hagel wie Tennisbälle zerschlug Dächer, Fenster, selbst Flugzeuge wurde schwerstens beschädigt. Das Unwetter richtete großen Schaden auch in Österreich an, kam zu uns am 12.7. ca. 1/2 12 Uhr nachts. Es schaute aus wie "zum Weltuntergang". Stürme, Regen, Blitz auf Blitz. Dächer wurden beschädigt, Bäume umgerissen.

Nach einem verregneten Sommer kam ein schöner Herbst. Die Ernte war trotz des schlechten Wetters sehr gut.

Unsere Diözese wurde 1785 von Passau abgetrennt. Anläßlich des 200 Jahrjubiläums unseres Bistums fand eine Diözesanwallfahrt nach Altötting und Passau statt. Auftakt zum Jubiläum! Die eigentliche Jubiläumsfeier wird zu Christi Himmelfahrt (16. Mai 1985) in St. Pölten stattfinden. Aus der ganzen Diözese kamm mit 50 Busse rund 2.500 Gläubige. Am 26. Oktober (Staatsfeiertag)  zogen wird mit unseren Bischöfen um 14 Uhr in die Basilika Altötting ein, dort war zunächst eine Marienandacht, abends 19 Uhr Gemeinschaftsmesse der Bischöfe in Konzelebration mit den Dechanten, dann Lichterprozession. Am 17.10. (Samstag) Fahrt nach Passau, dort um 1/2 11 Uhr Gottesdienst, anschließend Mittagessen. Essen und Quartiere waren vorausbestellt.
Wir fuhren mit einem Autobus der Firma Steiner: Gastern 20 Leute, Kautzen 16, Litschau 13. Überall fuhr auch der Ortspfarrer mit. Die Feiern in Altötting und Passau waren ein einmaliges Erlebnis. Man traf viele Bekannte (Priester und Pfarrkinder von früheren Wirkungskreisen).

NÖN ("Waidhofner Zeitung")

Leopold Köck ist verstorben

GASTERN. - Gestorben ist am 23. November Leopold Köck aus Gastern im Alter von 83 Jahren. Der Verstorbene war eine geschätzte Persönlichkeit. Wenige Worte, aber viel Arbeit und Hilfsbereitschaft prägten seinen Lebensweg und seinen bäuerlichen Beruf. Entsprechend groß war auch die Trauergemeinde.
LAbg. Bgm. ÖR Rabl, Abordnungen der Gemeinde, des Pfarrkirchenrates, des Raiffeisen-Lagerhauses und der Freiwilligen Feuerwehr begleiteten ihn auf seinem letzten Weg.
Leopold Köck war jahrzehntelang Pfarrkirchenrat, lange Zeit Ortsbauernrat, Gemeinderat und Ortsvorsteher. Der Freiwilligen Feuerwehr Gastern gehörte er als unterstützendes Mitglied an.
Pfarrer Geistl. Rat Keil würdigte die Verdienste des Verstorbenen in der Pfarrgemeinde in einer Ansprache in der Pfarrkirche. Bgm. Fasching brachte den Dank der Marktgemeinde Gastern für die Hilfsbereitschaft und Mitarbeit in den öffentlichen Institutionen am offenen Grab zum Ausdruck.

 

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