Federnschleißen in Wiesmaden - Jänner 2006

Aus den NÖN vom 1.2.2006

TRADITIONELLE WINTERARBEIT /14 Frauen kamen zusammen, um Gänsefedern für die Verwendung in Tuchenten und Polstern zu bearbeiten.

Elf Kilo Federn geschleißt

VON HILDE FUCHS

WIESMADEN / Das Federnschleißen, ehe früher weit verbreitete Gemeinschaftsarbeit, ist heute schon zur Seltenheit geworden.

Erika Deutschmann hat vor sechzehn Jahren wieder damit angefangen und lädt dazu alljährlich in den ersten drei Jännerwochen Frauen aus dem Bekanntenkreis ein. "Es sind auch welche aus den Nachbarortschaften dabei, für die es einen Abhol- und Heimbringerdienst gibt. Die meisten Frauen sind schon seit Beginn dabei und kommen immer wieder gerne. Älteste ist die 87-jährige Maria Schwertberger aus Wiesmaden, die sich in der Runde wohl fühlt", erzählte Erika Deutschmann, die überraschend zum Federvieh gekommen ist. "Eine Bekannte hat mir ein paar Enten geschenkt, ein Jahr darauf habe ich zehn Gänse eingestellt, mittlerweile sind es siebzig Stück geworden."

Heuer kamen vierzehn Frauen zusammen, um die Gänsefedern zu schleißen. Dafür gibt die Hausfrau eine große Menge Federn auf den Tisch, jede Frau nimmt sich ein Häuflein und löst mit einem kleinen Messer den Flaum vom Federkiel ab.

Während der Arbeit kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz, es wird viel geplaudert und gelacht, und als Belohnung gibt es eine gute Jause. Den Abschluss des Federnschleißens bildet der sogenannte "Federntanz", der heuer am 25. Jänner stattfand. Für die Damenrunde gab es dazu ein warmes Essen und Erich Steiner aus Wiesmaden sorgte mit der Ziehharmonika für Unterhaltung.

"An den neun Nachmittagen haben wir insgesamt elf Kilo geschleißte Federn zusammengebracht, aus denen Kammerbetten - das sind gesteppte Tuchenten - und Kopfpölster angefertigt werden. Abnehmer dafür finden sich im Bekanntenkreis", berichtete Erika Deutsehmann.

 
Foto aus den NÖN vom 1.2.2006
Federnschleißen in Wiesmaden