Ortschronik von Weißenbach - ab 1900 bis 1992


1900 - 1904 

Gründung des Kirchenbau-Vereines, Renovierung der Kirche, Ankauf der Glocken.

1905 

Verbandstag der Feuerwehren des Bezirksverbandes Dobersberg in Weißenbach (17 Wehren mit 187 Mann nahmen teil.)

1906 

Weihe der neuerbauten Pfarrkirche in Gastern.

1908 

Pfarrer Johann Matula verlässt Gastern, Florian Spiegl wird neuer Pfarrer in Gastern.

Feier zum 60jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef.

1914 - 1918 

Verschiedene Geld- und Materialsammlungen für die Soldaten- und Verwundetenbetreuung.

Zeichnung von Kriegsanleihen (20.000 Kronen).

Ablieferung der 1904 angekauften Glocken.

Spanische Grippeepidemie im Ort.

10 Soldaten aus Weißenbach sind gefallen bzw. gelten als vermisst.

1919 

Schwere Unwetter richten große Schäden im Ort an.

1920 

Projekt Elektrifizierung in Weißenbach wird vorgestellt, die hohen Kosten machen aber die Durchführung unmöglich.

Volkszählung: 130 Männer, 133 Frauen, 48 Häuser, 62 Wohnungen.

1922 

Bezirkstag des Feuerwehrverbandes Dobersberg in Weißenbach (aus Anlass 25 Jahre FF Weißenbach).

Ausbesserung der Ortsteiche, die nun als Löschwasserbehälter dienten.

Ankauf von 2 Glocken - die größere hat 60 cm Durchmesser, wiegt 117 kg, Stimmung E; die kleinere hat 48 cm Durchmesser, wiegt 61 kg, Stimmung Gis. Die Lieferung erfolgte seitens der Firma Karl Kutter, Wien, am 20. Feber 1922. Die Glockenweihe am 26. Feber nahm Pfarrer Spiegl vor. Die damals herrschende Inflation ist am Preis von 357.700 Kronen erkennbar.

Als neuer Pfarrer kommt Franz Gruber nach Gastern.

1923 - 1924

Sehr strenger Winter, viel Schnee, arge Verkehrsbehinderungen, große Schäden bei den Obstbäumen, in den Wäldern und beim Wild.

Einführung der Schillingwährung (10.000 Kronen = 1 Schilling, 100 Kronen = 1 Groschen).

1925 Bezirksgericht Dobersberg wird aufgelassen, Weißenbach kommt zum Bezirksgericht Waidhofen/Thaya.
1927

Grippe-, Feuchtblattern- und Keuchhustenfälle nehmen stark zu, was eine Schulsperre notwendig machte.

Oktober: seitens des Krankenhauses Waidhofen/Thaya wird für Krankentransporte ein Sanitätsauto in Betrieb genommen (Kosten für 1 km 6o g bei Tag, 80 g bei Nacht).

1928

16. April: Eröffnung der Postautobuslinie Kautzen - Waidhofen/Thaya. 
Weißenbach ab 8.15 Uhr und 16.50 Uhr
                       an 12.25 Uhr und 20.35 Uhr 
Fahrpreis Weißenbach - Waidhofen an der Thaya 1,60 S einfach.

Der Neubau der Brücke über den Ortsbach wird vom Bezirksstraßenausschuss bewilligt und durchgeführt.

Tierarzt Robert Gapp lässt sich in Kautzen nieder.

1928 - 1929 

Überaus strenger Winter, dem ein heißer Sommer folgt.

April: Postautobusverbindung Waidhofen an der Thaya - Horn - Wien wird aufgenommen; Fahrpreis Waidhofen - Wien 9,80 S.

1930 November: Nationalratswahl. In der Gemeinde Kleinmotten waren 360 Personen wahlberechtigt, es gab 309 abgegebene Stimmen, davon 12 für den Schoberblock, 212 für die Christlichsoziale Partei, 69 für die Sozialdemokraten und 14 für die Nationalsozialisten. 2 Stimmen waren ungültig.
1931  Dr. Max Röckl, Gemeindearzt in Kautzen, wird Schularzt in Weißenbach (Honorar 1 S pro Schüler).
1932  Gastern wird zur Marktgemeinde erhoben.
1934 

Volkszählung: Weißenbach hatte 256 Einwohner, davon 10 Ausländer, 50 Häuser. Ferner gab es 21 Pferde, 258 Rinder, 10 Schafe, 167 Schweine, 817 Stück Geflügel und 4 Bienenstöcke.

Die Gemeinde Kleinmotten hatte damals 639 Einwohner, davon 14 Ausländer, 134 Häuser. Es gab 46 Pferde, 618 Rinder, 24 Ziegen, 16 Schafe, 325 Schweine, 1891 Stück Geflügel und 20 Bienenstöcke.

1935 Maßnahmen für den Luftschutz (Entrümpelung der Dachböden) werden angeordnet.
1937

Versammlungen der "Vaterländischen Front' im Ort sollen der Propaganda gegen den Nationalsozialismus (Hitler) dienen.

Pfarrer Gruber verlässt Gastern. Sein Nachfolger ist Johann Träxler.

1938

27. März: NSDAP-Versammlung in Weißenbach.

10. April: Volksabstimmung: in der Gemeinde Kleinmotten waren 388 Personen wahlberechtigt; es gab 388 "Ja"-Stimmen.

Erhebung der Kulturflächen in der Kat. Gemeinde Weißenbach:

Ackerland  226,29 ha
Wiesen  48,50 ha
Hutweiden  7,53 ha
Gärten  1,47 ha
Waldungen  30,14 ha
Getreideanbau  128,28 ha
Kartoffel, Rüben 47,52 ha
Kleeanbau  39,32 ha
Wiesen u. Weiden 56,03 ha
unproduktive Flächen 8,84 ha

Viehbestand: 17 Pferde, 242 Rinder, 87 Schweine.

21. Juni: die Sonnwendfeier für die Gemeinde Kleinmotten findet in Weißenbach statt.

Im Septembertreffen Flüchtlinge aus dem Sudetengebiet ein. Tschechisches Militär besetzt die Grenze.

Oktober: Maul- und Klauenseuche tritt stark auf.

1939

Feber: Volksgasmasken werden ausgegeben und Luftschutzmaßnahmen angeordnet.

Mai: das Standesamt Gastern nimmt seine Tätigkeit auf.

1. September: Beginn des Zweiten Weltkrieges. Lebensmittelkarten und Bezugs- scheine für Waren werden ausgegeben.

1940 - 1943 Heilkräuter- und Altmetallsammlungen bringen gute Erfolge, desgleichen die Sammlungen für das Winterhilfswerk.
1944  Familien aus bombengefährdeten Gebieten Deutschlands finden in Weißenbach Unterkunft.
1945

9. Mai: sowjetische Truppen treffen in Weißenbach ein. Eine provisorische Ortspolizei wird aufgestellt.

Novemberwahl: Gemeindeergebnis: Sozialistische Partei 94 Stimmen, Österreichische Volkspartei 219 Stimmen, Kommunisten 0 Stimmen.

Der Zweite Weltkrieg forderte im Ort 27 Gefallene und Vermisste.

1947

Strenger Winter mit viel Schnee; Grippeepidemie.

Juni: im Ort wird der elektrische Strom eingeleitet.

Im Herbst Kinderlähmung häufig aufgetreten.

1948 Maikäferjahr; erstmals werden Kartoffelkäfer gefunden.
1949

Jänner: Masernepidemie.

Mai: schwere Unwetter verwüsten den Ort.

Juni: Kartoffelkäferplage.

September: Nationalratswahl - Gemeindeergebnis
Österreichische Volkspartei: 304 Stimmen
Sozialistische Partei: 53 Stimmen
Linksblock (Kommunisten): 4 Stimmen
Unabhängige (VdU): 14 Stimmen

1950

Mai: Gemeinderatswahl
Österreichische Volkspartei 12 Mandate
Sozialistische Partei 1 Mandat

Feuerwehr Weißenbach erhält neue Motorspritze.

1953

Feuerwehr Weißenbach erhält neues Feuerwehrhaus.

Errichtung einer Viehwaage im Ort.

1956 Nationalratswahl: Gemeindeergebnis
Österreichische Volkspartei 217 Stimmen
Sozialistische Partei 127 Stimmen
1957 60jähriges Bestandsjubiläum der Feuer- wehr Weißenbach, verbunden mit der Weihe des neuen Feuerwehrhauses.
1960 Gemeinderatswahl: Dir. Horst Bodenstein
wird zum Bürgermeister der Gemeinde Kleinmotten gewählt.
1962

Wasserleitungsbau für Weißenbach, ferner werden Kanalisationsarbeiten im Ort eingeleitet.

Seit der letzten Volkszählung verlor die Gemeinde Kleinmotten 80 Einwohner.

1964

Ausbau der Landesstraße von Weißenbach nach Gastern.

Beginn der ersten Asphaltierungsarbeiten der Ortsstraßen.

1966

Die Gemeinden Kleinmotten und Gastern beschließen die Bildung einer Großgemeinde (Gemeindezusammenlegung).

 Sommer: arge Unwetter mit Sturm und Wolkenbrüchen.

1967 1. Jänner: die Großgemeinde Gastern nimmt ihre Tätigkeit auf.
1970 Ankauf eines Kleinlöschfahrzeuges (Ford Taunus) für die Ortsfeuerwehr.
1971 Erweiterung der Wasserversorgungsanlage (neue Brunnen).
1972  Beginn der Regulierung des Ortsbaches in Weißenbach.
1974 Pfarrer Johann Träxler geht in Pension. Josef Keil kommt als neuer Pfarrer nach Gastern.
1975 Errichtung eines Feuerlöschteiches im Ort.
1977 Dach der Kirche wird repariert, gleichzeitig werden auch andere Instandsetzungs- arbeiten durchgeführt.
1978 Bau von Güterwegen in der KG Weißenbach beginnt, ein Projekt, das in mehreren Jahresetappen durchgeführt wird.
1980 Turmuhrreparatur und -umbau.
1984 Erneuerung der Elektroinstallation in der Kirche, Ankauf neuer Beleuchtungskörper.
1985

Errichtung eines Zubaues zum Feuerwehrhaus.

Die Kirche wird innen ausgemalt.

1988

Ausrüstung der Ortsfeuerwehr mit schwerem Atemschutz.

Ankauf eines gebrauchten Tanklöschfahrzeuges 2000 (Mercedes 911) mit Allradantrieb und Anbauseilwinde.

1989 Pfarrer Josef Keil geht in Pension. Nach Johannes Stern (Kautzen) übernimmt Markus Kupczak die Seelsorge in der Pfarre.
1990 - 1991

Die Kanalbauarbeiten in Weißenbach worden begonnen. Sie sind die Voraussetzung für den Ausbau der Ortsdurchfahrten (Bundesstraße, Landesstraße) samt Gestaltung der Gehsteige und Nebenflächen.

Pflasterung des Platzes vor dem Feuerwehrhaus.

1992 Feber: Mag. Marian Sawinski übernimmt die Pfarre Gastern.
August: der neue Volksaltar in der Kirche wird geweiht.

Derzeit umfasst die Kat. Gemeinde Weißenbach 338,5 ha; in den 57 Häusern leben 124 ständige Einwohner, dazu kommen etwa 20 Zweitwohnsitzer.
Zum Ortsvorsteher ist derzeit Erich Dangl bestellt.
Die Feuerwehr Weißenbach - Kommandant ist Oberbrandinspektor Johann Schandl - zählt 36 aktive Mitglieder und 5 Mann der Reserve.
Der Marktgemeinde Gastern steht derzeit Karl Mayer als Bürgermeister vor, als Vizebürgermeister ist Franz Zimel im Amt.
Im Gemeindevorstand ist die Kat. Gemeinde Weißenbach durch den geschäftsführenden Gemeinderat Johann Wagner und die Gemeinderäte Erich Schandl und Walter Winkelbauer vertreten.

Diese Ortschronik wurde aus der Dokumentation "Die Filialkirche Weissenbach in der Pfarre Gastern" vom Kultur- und Museumsvereines Thaya entnommen. Als Quellen dienten die Chronik der Volksschule Weißenbach (Band 1 und 2), die "Geschichte von Gastern" von Pfarrer Josef Keil und das Archiv der Gemeinde Gastern.

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