Fam. Wagner: Ortschronik von Reinberg-Litschau - 4. Juli 2012

Aus den NÖN vom 4. Juli 2012

Jubelpaare in zwei Pfarren

Ehepaar verlasste eine 350-seitige Ortschronik
INTENSIVE RECHERCHEN /
Ortsgeschichte Reinberg-Litschaus, sowie die Chronik der einzelnen Häuser wird genau beleuchtet.

EGGERN, WEISSENBACH / Die Streusiedlung Reinberg-Litschau verfügt jetzt über eine umfassende Ortschronik. Dafür verantwortlich sind das Ehepaar Martha und Franz Wagner aus Weißenbach (Bezirk Waidhofen). Martha Wagner wuchs in Reinberg-Litschau auf. Bei den Recherchen, die sie gemeinsam mit Gatten Franz für ihre Familiengeschichte durchführte, entstand die Idee für die Ortschronik. "Das geschichtliche Interesse war groß, dass es aber ein Buch mit 350 Seiten werden wird, damit haben wir nicht gerechnet", blickt das Ehepaar Wagner auf die letzten drei Jahre zurück, in denen es intensiv Material für die Chronik gesammelt hatte. Beim Landesarchiv St. Pölten, der Außenstelle in Bad Pirawarth, in den Pfarrarchiven Eggem, Eisgarn und Gastern sowie im Diözesanarchiv in St Pölten waren Martha und Franz Wagner ständig zu Gast.

Martha Wagner erfasste über 19.000 Personen

Ihre intensiven Recherchen stellte Franz Wagner zu einem interessanten geschichtlichen Streifzug, der leicht lesbar ist, zusammen. Am Beginn widmet er sich der Entwicklung und der Geschichte des Ortes, die bis ins Jahr 1728 zurückreicht.

Gattin Martha durchleuchtete die Chronik der einzelnen Häuser und ermittelte dabei auch alle bisherigen Besitzer. "Bei diesen Recherchen habe ich 19.000 Personen erfasst. Das ist schon besonders interessant, in die oft jahrhundertelangen Familiengeschichten zu blicken", so die Pensionistin, die auch viele alte Fotos von den Hausbesitzern zur Verfügung gestellt bekommen hatte.

Das Buch "Reinberg-Litschau - Geschichte und Häuserchronik der Streusiedlung am Litschauer Reinberg" wurde in der Bücherei Janetschek gedruckt. "Die Ortsgemeinschaft übernimmt die Kosten", so das Ehepaar Wagner. Das Buch wird am 7. Juli um 19 Uhr im Rahmen des Sommerfestes der Öffentlichkeit präsentiert.

"Faszinierend war für uns, mit welch harten Lebensbedingungen die Menschen bis 1900 zu kämpfen hatten. Die Kindersterblichkeit lag bei bis zu 50 Prozent", betont Franz Wagner, der als Postamtsleiter (zuletzt in Waidhofen) tätig war. Außerdem war für ihn auch neu, dass es bereits seit 1760 Heimarbeiter in Reinberg-Litschau gegeben hat. "Für die Textilindustrie wurde Wolle gesponnen und ab 1800 auch gewebt. Die Industriebetriebe aus Schwechat lieferten die Materialen mit Pferdegespannen an und holten auch wieder die fertige Wolle bzw. fertigen Stoffe ab", so Wagner.

Die Chronik kann bei Hannes Kainz von der Ortsgemeinschaft Reinberg-Litschau unter 0664/2522155 sowie beim Ehepaar Wagner unter 02864/26023 bestellt werden.

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