Suizid - 19. Jänner 2013

Anmerkung: Der Mann war in Weißenbach wohnhaft. Es wird gemutmaßt, dass er sich eine Sprengschnur um den Hals gewickelt und gezündet hat.
Aus den NÖN vom 23. Jänner 2013

Schlagzeile auf der Titelseite
Mann sprengte sich in die Luft
Liebeskummer | 42-jähriger Gasterner töte sich in Tschechien.   Seite 7

Seite 7
Suizid aus Liebeskummer

Zerfetzt | 42-jähriger Gasterner sprengte sich im Bahnhofsviertel von Ceske Velenice in die Luft. Auslöser der Tat, bei auch der Kopf abgetrennt wurde, dürfte Eifersucht gewesen sein.

CESKE VELENICE, GASTERN | Ein 42-jähriger Mann aus der Gemeinde Gastern starb am 19. Jänner infolge einer Explosion in einer Neubausiedlung in Ceske Velenice. "Es dürfte sich ziemlich sicher um einen Selbstmord handeln", erklärte die Sprecherin der südböhmischen Polizei, Stepänka Uhlihova dem tschechischen Online-Nachrichten-Portal iDnes.cz.

Die freiwillige Feuerwehr wurde am Samstagmorgen zu einer nicht näher bezeichneten Explosion in der Siedlung "u Nadrazi" (Beim Bahnhof) gerufen. Diese Explosion wurde von einem bis dato noch nicht genau bestimmbaren Sprengstoff - womöglich einer Granate - ausgelöst. "Es könnte sich auch um einen selbst gemachten Explosivstoff oder einen Feuerwerkskörper gehandelt haben. Die Substanz, die die Explosion verursachte, wird in den kommenden Tagen identifiziert", meinte die Sprecherin.

Berichten von Nachbarn zufolge, die den Vorfall mitbekommen haben, wollte der Mann in die Wohnung einer Frau gelangen, die in dem Haus wohnt. Der 42-Jährige war in der Nachbarschaft bekannt. Erzählt wurde auch, dass er eifersüchtig gewesen sei, weil er die Frau nicht für sich alleine hätte haben können. Als sie ihn am Samstag gegen 9 Uhr nicht in die Wohnung ließ, ging er vor die Siedlung und sprengte sich selbst in die Luft, indem er den Sprengstoff offensichtlich in den Mund nahm und zündete. Die Explosion war derart stark, dass sie den Körper des Mannes zerfetzte und auch den Kopf abtrennte. Noch jetzt kann man Spuren des Vorfalles im Ausmaß von mehreren Quadratmetern an der Fassade des Wohnhauses sehen. Auch zufällig vorbeikommende Passanten aus Gmünd berichteten von wilden Szenen mit abgetrennten Körper- und Fleischteilen im größeren Umkreis.

Ein Glück war, dass sich zum Zeitpunkt des Unglücks zumindest sonst niemand in der Nähe befand. Durch die Explosion wurde kein weiterer Mensch verletzt, es entstanden auch keine Sachschäden.

Der Mann hatte eine Sprengbefugnis

Der Tatort wurde von der tschechischen Polizei stundenlang abgesperrt. Vor Ort waren auch die Kriminalpolizei sowie Sprengstoff-Experten, die die Umstände des Ereignisses den ganzen Tag lang untersuchten. Das Bezirkspolizeikommando Gmünd war in die Arbeit vor Ort nicht eingebunden, wie Kommandant Wilfried Brocks erklärte: "Von den tschechischen Behörden wurde nur das Landesamt für Verfassungsschutz und das Bundeskriminalamt um Mithilfe gebeten - um zu klären, wie der Mann an den Sprengstoff kam."

Diese Frage wurde laut Markus Haindl von der Landespolizeidirektion gelöst. "Der Mann besaß aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit eine Sprengbefugnis und wird daher wohl legal an den Sprengstoff gekommen sein", erklärte Haindl auf NÖN-Anfrage. Die Wohnadresse des 42-Jährigen in der Gemeinde Gastern sei auf weiteres Sprengmaterial durchsucht worden: "Dort wurde aber nichts gefunden." Weitere Angaben konnte der Leiter des Büros für Öffentlichkeitsarbeit nicht machen, der Fall sei aus österreichischer Sicht abgeschlossen: "Da der Vorfall in Tschechien geschah und es sich offenbar um Suizid handelte, gibt es für uns keine Zuständigkeit."

Suizid
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