Schätze der Region (22) - Serie in den NÖN: Wehrkirche Klein Zwettl - 18. März 2009

Aus den NÖN vom 18. März 2009

MALERISCHER ANBLICK / Kleiner Ort ist von Lage der Kirche markant geprägt.
Kleinod Wehrkirche

Die heil beleuchtete Wehrkirche von Kleinzwettl und die dunklen Häuser und Höfe verleihen dem Ort einen malerischen Anblick. Die weithin bekannte Wehrkirche prägt mit ihrer Lage das Ortsbild.

Sie liegt auf einer Anhöhe, die von einem Wall, einem Graben und einer beinahe in voller Höhe erhaltenen Bruchsteinmauer umgeben ist Die Wehrkirche St. Jakob ist ein selten erhaltenes Kleinod mittelalterlicher Sakralarchitektur. Das im Kern romanische Gotteshaus wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut und besteht aus großteils unverputztem Bruchsteinmauerwerk. In der Romanik, spätestens im 13. Jahrhundert, erfolgte eine Erhöhung. Weitere Umbauten entstanden erst im 14. und 15. Jahrhundert, da wurde die Wehrkirche mit romanischem Langhaus zu einer Kirche mit Toranlage und Zugbrücke ausgebaut sowie zu einer zweischiffigen Hallenkirche erweitert

Unterhalb des Chores befindet sich ein begehbarer Erdstall, der bis unter die Kirchhofmauer reicht. Vermutet wird, dass das Erdbauwerk mit dem Erdstall schon vor der Wehrkirche bestanden hat und ursprünglich ein Hausberg gewesen sei. Der ursprüngliche Einstieg in den Erdstall war nördlich der gotischen Säule. Dieses Stollenwerk wurde jedoch später ausgemauert und dadurch ist der alte Zugang verloren gegangen.

Heute ist der neue Stollen mit diesem Teil verbunden und gegenüber dem alten wesentlich niederer sowie beim Einstieg auch bedeutend schmäler. Die Erdstollen dienten den Menschen früher weniger als Fluchtwege, für die sie die Volkssage meist hält, sie wurden als Versteck genutzt. Zuerst für Menschen und später meist nur mehr für ihren wertvollen Besitz.tümer. Dieser Verwendungszweck kann im Erdstall Kleinzwettl noch eindeutig nachgewiesen werden. Beim Beginn des Rundganges befinden sich Schlitze die ausschließlich zur Absperrung dienten. Zur Luftzufuhr diente das dahinter vorhandene Belüftungsloch. Als im Jahre 1980 die ersten Arbeiten zur Freilegung des Rundganges stattfanden, musste schon nach weniger als einer Stunde der Stollen fluchtartig geräumt werden. Denn der vorhandene Sauerstoff reichte nicht einmal mehr für das Kerzenlicht aus.

Wehrkirche Klein Zwettl