Marterlrenovierung - September 2002

Aus den NÖN vom 11.9.2002

Fünftes Marterl renoviert

VORBILDLICH / Rudolf Zimmermann aus Gastern rettet Kleindenkmäler vor dem Verfall.

GASTERN / Bereits das fünfte Marterl in der Gemeinde hat Rudolf Zünmermann aus Gastern renoviert. Der gebürtige Frühwärtser hat sich das Renovieren von Kleindenkmälern zum Ziel gesetzt.

Nachdem er im Vorjahr eines der beiden "Duelliermarterl" an einem Feldweg zwischen Kleinzwettl und Gastern auf Hochglanz gebracht hat, nahm er heuer das zweite, etwa zweihundert Meter entfernt stehende Bauwerk, in Absprache mit dem Verschönerungsverein in Angriff.

Nach Abschlagen des schadhaften Putzes und Ausbesserung des Mauerwerkes erhielt das Marterl einen neuen Anstrich. Im Zuge der Instandsetzungsarbeiten wurde auch das Dreifaltigkeitsbild von einer Künstlerin aus Prag restauriert und das Kreuz erneuert. Das Marterl trägt nun ein "Caravaca"-Kreuz, - ein doppelbalkiges Kreuz - das im 17. Jahrhundert bei den Jesuiten große Bedeutung als Wirksamkeit gegen die Pest hatte. Errichtet wurde das Marterl vermutlich Ende des 17. bzw. Anfang des 18. Jahrhunderts.

Der Sage nach soll im Bereich der beiden Marterl ein Duell zwischen zwei Brüdern um das Erbe stattgefunden haben, das für beide Bauernsöhne tödlich geendet hatte. Die Legende ist auf einer separaten Tafel neben dem Kreuz, nachzulesen, ebenso ein Gebet gegen die Pest in Kurzform.

Rudolf Zimmermann brachte für die Marterlrenovierung wiederum viele Arbeitsstunden unentgeltlich auf, die Materialkosten wurden vom Verschönerungsverein Kleinzwettl finanziert.

Bei einem "Lokalaugenschein" am 6. September konnten sich Ortsvorsteher Gerhard Kainz und der Obmann des Verschönerungsvereines Kleinzwettl, Christian Schleritzko, von der gelungenen Renovierung des Marterls überzeugen. Sie dankten bei dieser Gelegenheit Rudolf Zimmermann für seinen Einsatz zur Rettung wertvollen Kulturgutes.

HILDE FUCHS

Marterlrenovierung

 

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