Ort und Gut Gastern

Gastern ist ein Straßendorf. Die Häuser, - die meisten von ihnen Bauernhöfe, - stehen entlang zweier gleichlaufender Straßen, die am oberen und unteren Ortsende zusammen kommen. Die Fläche dazwischen wurde und wird heute noch landwirtschaftlich genutzt. Teile davon sind allerdings in den letzten Jahrzehnten verbaut worden. Es bildet sich allmählich eine dritte Häuserzeile.

Der Ort liegt in einer Seehöhe von 490 Metern am Fuße des Reinberges. Er ist zwölf Kilometer von Waidhofen an der Thaya und 10 Kilometer von Heidenreichstein entfernt.

Waidhofen an der Thaya ist jedoch Bezirks- und Schulstadt, und auch das zuständige Krankenhaus befindet sich dort, so daß die Bevölkerung von Gastern schon immer nach Waidhofen hin orientiert war. Auch sind die Verkehrsbedingungen nach Waidhofen günstiger.

Die Bedeutung Heidenreichsteins für die Einwohner Gasterns lag vor allem darin, daß man dort Arbeit und Beschäftigung finden konnte. Doch das hat sich gerade in den letzten Jahren geändert. Viele haben in Heidenreichstein ihren Arbeitsplatz verloren. Sie mußten sich in den umliegenden Orten Arbeit suchen oder wurden zu Wochenendpendlern, das heißt. sie arbeiten die Woche über irgendwo in größeren Städten oder auf Großbaustellen und verbringen nur das Wochenende in ihrem Heimatort. Denn außer in ein paar Gewerbebetrieben, die einige Facharbeiter beschäftigen, gibt es im Ort Gastern keine Arbeitsmöglichkeit. Das Pendlerdasein ist für die Gasterner jedoch nicht neu: Schon seit alters her zogen die Bauern zum Getreideschnitt und zur Weinlese ins Weinviertel, um dort bei der Ernte zu helfen. Sie besserten mit dieser Lohnarbeit ihr karges Einkommen in der Heimat auf.

Die Bevölkerung von Gastern lebt heute hauptsächlich von der Landwirtschaft, von der Arbeit in den Webereien und von Einkommen aus der Beschäftigung im öffentlichen Dienst.

Gastern verfügt über alle Einrichtungen, die zum reibungslosen Funktionieren einer Gemeinde erforderlich sind. Gemeindeamt, Volksschule, Gendarmerieposten, Postamt, Bank, Kindergarten, ein Kaufhaus und zwei Gasthäuser befinden sich im Ort Gastern hatte sogar einen Arzt, der sich hier im Jahre 1954 ein Haus baute, das seit 1970 im Besitz des Herrn Oberlehrer Lehninger ist. Medizinalrat Dr. Wimmer verlegte nämlich 1966 seine Ordination nach Thaya und betreut seither von dort aus seine Patienten in Gastern.

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