Die Besiedlung von Wiesmaden

Der Ort Klein Zwettl hatte auf dem Rücken des Reinberges ausgedehnte Wiesenfläche von der Herrschaft Heidenreichstein (1652). Als erster Siedler erscheint im Taufbuch im Jahre 1738 Jakob Fitzthum "ex pascuis Zwetlensis" (von den Zwettler Weideflächen mit seiner Gattin Helena Weisgramin aus Gastern).

Lange Zeit findet nun der Ort Wiesmaden keine Erwähnung mehr in den Pfarrbüchern. Anscheinend hatte Fitzthum keinen rechten Erfolg bei seiner Kolonistentätigkeit gehabt. Erst 1762 taucht ein neuer Siedler auf: Johann Eder. Dieser Name verliert sich aber ebenso wie der vorige und erst mit Peter Leffler, Bauer in "Heidenreichstein-Wiesmaden", zieht ein Name ein, der ziemlich lange bodenständig blieb. Wie aus den Registern klar hervorgeht, blieben auch nicht alle anderen Siedler auf dem neuen Kulturboden: Maisinger (1764), Stroff (1766), Elzand (Ölzand) (1767). Dass die ehemaligen Weideflächen nicht sehr ertragreich waren, beweisen schon die Berufseintragungen der Einwohner von Wiesmaden. Die Bezeichnung Bauer findet man sehr selten. Entweder waren die jungen Kolonisten Weber, Handwerker, wie Maurer und Zimmerleute, oder Kleinhäusler. Die kleine Landwirtschaft lief nebenbei zur Erleichterung der ohnedies kargen Existenz.

Bis zum Jahre 1784 gab es in Wiesmaden noch nicht mehr als 6 Häuser. Nach den Hausnummern geordnet waren sie von folgenden Familien bewohnt:

  1. Thomas Müllner und Eva, Weber.
  2. Adam Schandl und Katharina, geb. Maisinger, aus Wiesmaden, Weber und Bauer. Der letzte Schandl auf Nr. 2 war Ignaz, von dem der Hof auf den heutigen Besitzer Franz Grünberger überging.
  3. Thomas Prager und Margarete, geb. Permesser aus Eberweiß, Zimmermann.
  4. Philipp Schrenk und Katharina, geb. Königshofner vom Litschauer Reinberg.
  5. Philipp Hieß und Anna Maria Dallinger, aus Gastern, Weber.
  6. Hans Georg Stocker und Anna Maria Weisgram aus Arnolz, Weber.

Im Jahre 1832 lassen sich nach den Matriken bereits 24 Häuser feststellen. Die Bewohner waren größtenteils wieder Weber und Handwerker, also Kleinhäusler. Man kann sagen, dass mit dem 3. Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts die Besiedlung von Wiesmaden, die vornehmlich vom Reinberg her erfolgte, beendet war. Heute besitzt diese Streusiedlung 28 Hausnummern.

Glockturm in Wiesmaden
Glockenturm in Wiesmaden

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