Über Unglücksfälle und andere Todesursachen

Seit dem Jahre 1784 wurden im Sterbebuch die Todesursachen eingetragen. Waren außergewöhnliche Todesursachen, so wurden diese in die Rubrik "Anmerkungen" eingeschrieben. Ein einziger Unglücksfall, nämlich der folgende, wurde vor 1784, ohne dass es dafür eine Vorschrift gegeben hätte, eingetragen.

In Ruders ist am 12. Juli 1728 Josef Creitzer, 13 Jahre alt, während er Rinder weiden sollte, zu Mittag unversehends im Feldteich beim Baden ertrunken.

In Weißenbach Nr. 15, am 4. Juni 1788 im 45. Lebensjahr, Josef Dangl, Hausinhaber: Ist nicht versehen worden, da er vom Gerüst in den Stadel heruntergefallen und ob sogleich tot geblieben ist. Ist auch beschaut worden.

Ein Kindesmord in Klein Motten: Am 15.Dezember 1793 starb in Mottenhöf Nr. 54 der zweijährige Knabe Michael Pani an einer tödlichen Verwundung. Nota: Dieser Knab ist von seiner eigenen Mutter umgebracht worden.

In Garolden ist am 2. Mai 1806 Antonia Doiflin, 3 Jahre alt, ertrunken (Die Toifl-Familie war auf der Mühle!). Nota: Ist beschaut worden von Theophilos Koeberl, Chyrurgus in Thaya, in Gegenwart des Jakob Pischinger und Partholomäus Wagner, Geschworene (Gemeinderäte) von Garolden.

In Garolden hat sich am 14. Jänner 1797 der Viehhirt Jakob Mayer beim Nachhauseführen des Holzes auf dem Eise sehr beschädigt und ist gestorben.

In Weissenbach starb am 16. Juli 1812 ..... , ein Müllermeister, an Lungensucht. Auch kamen öfters durchs Husten ganze Knospen lebender Läuse (!) aus dem Halse heraus.

In Garolden starb 1817 eine Frau an Lungenschwindsucht und abgegangenen zweibohnenähnlichen Steinen.

In Weissenbach Nr. 24 ist 1822 das Kind Anton Prager ( 1 1/2 Jahre) im Hausbrunnen ertrunken. Ärztliche Hilfe ist bestmöglichst angeordnet und landgerichtlich beschaut worden. Von Seite der löblichen Herrschaft Dobersberg.

In Wiesmaden Nr. 2: Adam Schandl, ein 72-jähriger Ausnehmer, wurde 1825 unversehens beim Jagen als Treiber erschossen und von den Wundärzten Peter Feigl und Gottlieb Köberl im Beisein des herrschaftlichen Landgerichtes Heidenreichstein gerichtlich beschaut.

In Ruders starb 1847 Josef Kreuzer an schwerem Blutschlag, wobei das angeblich zufällig genommene Gift die nächste Ursache gewesen sein. mag.

In Gastern starb 1847 der 56-jährige Ausnehmer Mathias Schinner (Nr. 27) an brandiger Zerstörung des Unterschenkels infolge eines Schusses. Alte Leute aus Gastern wissen heute noch zu berichten, dass jener Schinner und sein Kumpan, ein gewisser Jakob Zimmel (Nr. 30), unverbesserliche Wilderer waren, welche die Reviere bis Buchbach (ca. 10 km) unsicher machten.

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