Das Dorf Gastern

Das Dorf Gastern zeigt eine linsenförmige Anlage. Die beiden Orts-Hauptwege umranden den Anger, linsenförmig. Die Gehöfte liegen an den "Randstraßen". Diese beiden Randstraßen vereinigen sich an den beiden Dorfausgängen zu je einer Straße, die mit einer Wendung den Ort verlassen (Weißenbach und Garolden). Die Abzweigung nach Klein Zwettl bildet eine Ausnahme von der Regel.

Der Anger diente früher als Weide für das Vieh, wenn es wegen schlechten Wetters oder Unsicherheit nicht ausgetrieben werden konnte. Er wurde aber auch als Versammlungsplatz der Gemeinde, später als Marktplatz verwendet. Der Dorfbach fließt in der Mitte, entlang des Angers. Einige Querwege stellen die Verbindung zur Kirche her, die bei älteren Orten nicht auf dem Anger, sondern seitens auf einer Anhöhe steht und oft als Verteidigungsstelle benutzt wurde. Um die Kirche lag hier auch der Friedhof, der 1787 vor das Dorf hinaus an die Straße nach Klein Zwettl verlegt wurde. Zu beiden Seiten des Tores stand am neuen Friedhof noch bis vor einiger Zeit der sinnreiche Spruch geschrieben:

Was Ihr seid,
das waren wir!
Was wir sind,
das werdet Ihr!

Auf dem Dorfanger liegt auch der Feuerlösch- und Schwemmteich. Früher war das Haus Nr. 32 das Halterhaus. Heute steht auch das Feuerwehrhaus auf dem Anger.

Hinsichtlich der Gründung ist man der Ansicht, dass das Angerdorf planmäßig angelegt wurde, es ist die typische Siedlungsform des 12. und 13. Jahrhunderts.

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