Berufe in früherer Zeit

Soweit man aus den Pfarrmatriken des Schulortes erforschen kann, waren seine Bewohner und die der umliegenden Orte durchwegs Bauern und Weber. Die Handwerker, die es daneben gab und die in hohem Ansehen standen, waren Müller, Schmiede, Schneider, Bäcker und etwas seltener Schuster. Im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts gab es auch einen "Krämer". Ein altes Schmiedegeschlecht ist das der Reif (Lorenz Reif, Gemeindeschmied in Gastern, 1786). Das Schneiderhandwerk scheint lange Zeit hindurch (um 1800 und später) eine Privilegium der Tadler gewesen zu sein. In Weißenbach habe es um 1811 einen Gastwirt (vermutlich in der alten Taverne), 1822 einen Rädermacher und 1829 sogar einen Drechsler. Maurer und Zimmerleute mussten vielfach während der warmen Jahreszeit außerhalb des Heimatdorfes ihr Brot verdienen (Einschleppung der Pest im Jahre 1730 durch einen Maurer!). In Gastern besaß auf Nr. 30 Jakob Zimmel als Nebenverdienst zu seiner kleinen Landwirtschaft auch ein Wirtsgeschäft. Im Hause Nr. 1 wohnte 1813 der Holzglasermeister Mathias Dangl (Früher goss man Glas mit Blei in die Fenster ein!). Im Jahre 1787 arbeitete in Klein Zwettl im Gemeindehaus, allerdings nur kurze Zeit, ein Leinwanddrucker, welcher Beruf sonst nie wieder vorkam. 1793 hielt sich dort auch ein Wurzelgraber aus Neu Bistritz auf.

Der Halter oder Gemeindehirt musste für die gesamte Gemeinde das Vieh austreiben. Für die Bauern bestand die Pflicht, ihr Vieh auf die Weide treiben zu lassen. Die Gemeinden nahmen, wie es auch in der hiesigen Umgebung üblich war, jedes Jahr einen Halter auf. Er musste auch einige Kenntnisse in der Tierheilkunde besitzen. Täglich gab er mit Peitschenknall oder mit dem "Bühhörndl" vor- und nachmittags das Zeichen zum Austrieb auf die Gemeindeweide. Er war meist von Hunden begleitet. Als Lohn erhielt der Halter Geld, Naturalien und Viehnutzung. Da die Hirten zu den verachteten Menschen gehörten und unter ihnen manche waren, die bei keiner Schelmerei fehlten, entstanden auf Anregung des Grafen von Lamberg Viehhirtenzünften, u. a. auch in Thaya; diese Zünfte wurde aber bald aufgelöst, da die Gemeinden keine fremden Viehhirten mehr aufnahmen, sondern nur solche, die aus dem eigenen Dorfe stammten, wie Kleinhäusler u. a.

Auch in Gastern und den Nachbarorten war ein lebhafter Wechsel von Hirten. In Gastern war Haus Nr. 32, in Klein Zwettl auch Nr. 32, in Garolden wahrscheinlich Nr. 17 das Halter-Häusel. Von die Hirten in Gastern, die in bunter Folge wechselten, seien nur einige angeführt: Stätter (Halterin), Fraitinger, König, Grünberger, Pfingstner (wohl ein Findelname!), Daschinger und Thallinger. Das Halterhaus lag, wie es auf dem Plan von Gastern ersichtlich ist, auf dem Dorfanger.

up.gif (223 Byte)