Die Bäckerfamilien (Nr. 21) - Woidi, Dangl

Das Haus Nr. 21 in Gastern, das heute dem Bauern Rudolf Steiner gehört, war vor mehr als 250 Jahre im Besitze eines Bäckers und Bauern namens Carolus Woidi und seiner Gattin Maria.

Aus dieser Ehe stammten 5 Kinder: Maria 1686, Magdalena 1688, Gregor 1690, Josef 1691, Thomas (?). Der Tod des alten Carolus Woidi ist nicht zu eruieren; seine Gattin starb 1727, 77 Jahre alt.

Josef Woidi, ebenfalls Bäcker und vermutlich auch gleichzeitig Bauer, heiratete 1725 Elisabeth Gutschütz, eine Wirtstochter aus Gastern. Josef starb 1742. Dieser Ehe entsprossen 6 Kinder: Eva Katharina 1726, Anna Maria 1728 (+ 1746), Josef 1730, Juliana 1733, Laurentius 1735, Maria Magdalena 1738 (+ 1745).

Josef Woidi nahm 1749 die Juliana Wagnerin zur Frau. 10 Kinder entstammten dieser Ehe: Eva Maria 1750 (+ 1750), Anna Maria  1751 (heiratete 1775 den Franz Rausch aus Klein Zwettl), Elisabeth 1754 (heiratete 1779 Johann Georg Marzy aus Gerharts), Urban 1757 (+ 1757), Mattäus 1758, Josef 1758, Lorenz 1763 (+ 1764), Martin 1765 (+ 1765), Helena 1767, Philipp 1773 (+ 1773). Die Mutter Juliana starb 1787 im 60. Lebensjahr an der Abzehrung.

In zweiter Ehe, die 1793 geschlossen wurde, war Josef Woidi, 62-jährig, mit der 60-jährige Witwe Anna Maria Redl verheiratet. Diese Frau starb aber schon im selben Jahre. Josef Woidi starb 1805 an Altersschwäche.

Mattäus Woidi wurde 1787 mit Katharina Redlin aus Rohrbach kopuliert. Er war ebenfalls Bauer und Bäcker und starb 1804 an Lungen- und Halsentzündung. Seine, aus dieser Ehe stammenden Kinder waren: Anna Maria 1789, Johann 1790, Theresia 1793, Elisabeth 1795 (heiratete Josef Dangl, Gastern Nr. 3), Juliana 1799 (+ 1804) und Adam 1803. Katharina starb 1787, ihr Mann 1804.

Johann Woidi heiratete, verhältnismäßig spät, 1830 die Witwe Magdalena Hetzendorfer (geboren 1786) aus Pfaffenschlag. Die Ehe blieb kinderlos. Johann Woidi starb 1866 an Entkräftung.

Josef Dangl, Bauer und Bäcker, stammend aus dem Hause Nr. 20 in Gastern, war mit Eva Strommer aus Illmau verheiratet und kaufte die Wirtschaft und Bäckerei Nr. 21. Josef Dangl erhielt, infolge der großen Anzahl von Dangl-Namen, den Beinamen "Bäcker-Seppl". Sein Sohn Ludwig Dangl, der zweimal verheiratet war, trug den Spitznamen "Bäcker-Seppl-Ludwig". Er verlor sein einziges Kind, eine Tochter, und übergab daher den Besitz seiner Nichte Juliane Prager aus Dietweis, der Tochter seiner Schwester. Juliane heiratete wieder einen Dangl namens Johann, der aber vom Haus Nr. 20 abstammte. Die Ehe blieb kinderlos. Das Anwesen ging ähnlich durch Kauf in den Besitz des eingangs erwähnten Rudolf Steiner über.

Abschließend sei noch erwähnt, dass es in früherer Zeit nicht in jedem Hause einen Backofen gab. Er musste feuersicher sein und wurde jährlich kontrolliert. Die Anzahl der Backöfen war in manchen Orten genau festgelegt und nur ganz bestimmte Häuser, wie z. B. der Pfarrhof oder die Mühle, durften einen Backofen betreiben.

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