Die alte Schule und die ersten Lehrer

Die Pfarrchronik von Gastern meldet uns, dass im Jahr 1644 ein Lehrer von der Gemeinde angestellt war. Die Schule musste aber bald aufgelassen werden, da im Stiftsbrief der Pfarre dafür nicht gesorgt worden war, und die Gemeinde überdies für den Unterhalt des Pfarrers aufzukommen hatte. Die Herrschaften waren auch nicht geneigt, dafür einen Beitrag zu leisten.

In der Folge beklagten sich die Chronisten wiederholt, dass hier kein Schulmeister sei (1688, 1712, 1718, 1733, 1754, 1765, 1778). Deshalb gäbe es auch keinen Mesner oder Organisten, außerdem seien die Leute ungebildete und harte Köpfe.

Als 1784 das Vikariat Gastern selbstständig wurde, begann man endlich auch mit dem Bau einer landesfürstlichen Pfarr-Trivialschule, der 1788 beendet wurde; 1824 wurde der Schule ein Stockwerk aufgesetzt. Diese Schule war das Haus Nr. 35 (Dimmel-Kaufmann).

Als ersten Lehrer der neuen Schule in Gastern zeichnen die Kirchenbücher Adam Pichler auf. Die Mutter des Adam Pichler, Anna Cäcilia Pichler ( .... Schulmeisterin, des Ernst Püchler sein Eheweib), starb 1785 auf Nr. 21 (Steiner). Somit scheint Pichlers Vater ebenfalls Schulmeister gewesen sein. Aus seiner Ehe mit Katharina, geb. Brauneis von Nonndorf (bei Vitis?) sind vom Adam Pichler im Taufbuch nur drei Töchter, Sophia, Anna-Maria und Anna, registriert. Nur Sophia bliebt am Leben und heiratete 1802 Leopold Loidolt aus Klein Zwettl (Nr. 16). Zu bemerken ist nur, dass der Schulmeister nicht sogleich nach Vollendung des Schulbaues in seine "Leiterwohnung" einzog, sondern auf Nr. 21 wohnen blieb, da seine Tochter Anna-Maria 1790 in diesem Hauses geboren wurde. In zweiter Ehe war der erste Schulmeister mit Theresia, geb. Dickin aus Reinberg-Heidenreichstein, verheiratet. Das Sterbebuch erzählt uns vom Tode dieses zähen Mannes, der während seiner Dienstzeit in Gastern bestimmt nicht in Rosen gebetet war: Herr Adam Pichler, pensionierte Schullehrer zu Gastern, starb am 28. Oktober 1838 im 90. Lebensjahre an Altersschwäche auf Haus Nr. 26 (Popp - Gasthaus). Das Ansehen, das er sich erworben, ist schon daraus ersichtlich, dass man ihm als "Herrn" bezeichnete hatte, was außer den Angehörigen der Truckenmüller'schen Adelsfamilie sonst nie in den Matriken vorkommt. Wir sehen, Adam Pichler bezog auch schon eine Pension.

Interessant ist auch, dass der Schullehrer häufig bei schreibunkundigen Trauzeugen deren Unterschriften leistete: "Adam Pichler, gebettener Nahmensunterschreiber des Simon Prexster." Von Kalligraphie allerdings kann man hier gerade nicht sprechen.

Ein anderer Schullehrer, Jakob Pandalitschko, scheint bei einer Trauung in Garolden im Jahr 1824 als Namensunterschreiber auf. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass er in Gastern Lehrer oder Schulgehilfe war, denn ein fremder Lehrer hatte wohl kaum des Vertrauen der Einwohner besessen. Die Schulchronik berichtet weder von Adam Pichler noch von Jakob Pandalitschko; wohl meldet sie aber, dass die Schule 1824 zweiklassig wurde, so wäre Pandalitschko der zweite Lehrer gewesen.

Johann Quereser kam 1832 als Schulgehilfe nach Gastern (Schul- und Pfarrchronik). Im selben Jahr vermählte er sich mit Elisabeth Loidolt aus Klein Motten. Er war Sohn des Schullehrers Matthäus Quereser aus Schweiggers. Bei dieser Trauung waren die Zeugen, was selten vorkam, von weither: Anton Sutzmann, Schullehrer aus Waidhofen a. d. Thaya und Leopold Mann, Revierjäger im Stift Zwettl.

Das alte Schulhaus (Nr. 35) wurde nach dem Schulbau (1899) an Anton Dimmel verkauft.

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