Raabs

Die Burg hat eine bewegte Vergangenheit:

1100 von Bretislov von Mähren wochenlang belagert.
1176 Einfall der Böhmen und Mähren im Kampf gegen Herzog Heinrich II.
1230 neuerlicher Einmarsch von Böhmen im Ministerialenaufstand.
1282 nach Einnahme Stützpunkt böhmischer Adeliger bei Gewaltaktionen gegen Österreich.
1328 fiel Johann von Böhmen ein.
1385 von Böhmen unter Nikolaus von Ostrawa hinterhältig erobert und besetzt, jedoch von den Puchheim zurückgewonnen.
1426 bis 31 in den Hussitenkriegen schwer in Mitleidenschaft gezogen.
1620 Belagerung und Eroberung durch Herzog Maximilian von Bayern.
1645 wegen Einfalls schwedischer Truppen von Kaiserlichen besetzt.
1809 Einquartierung französischer Soldaten, württembergischer Dragoner und hessischer Infanterie.
1790 und 1847 rückte Militär gegen die Bauern vor, die wegen zu hoher Robotleistungen protestierten bzw. die Robotzahlung verweigerten.

Von der Internetseite www.genealogie-mittelalter.de


Raabs
------
Burg und Stadt an der Thaya, Nieder-Österreich

Mit der 1074 erwähnten "silva Rogacs" (MGH D H. IV. 271) scheint doch eher das Gebiet von Raabs gemeint zu sein. Die Burg und ihr Herr Gottfried (wohl aus der Sippe der späteren Burggrafen von Nürnberg; vgl. MIÖG 31, 114) werden 1100 genannt (Cosmas III/12). Die Herrschaftsgründung selbst ist analog zu der von Hardegg zu sehen; eine angeblich "außerhalb der Mark liegende reichsunmittelbare Grafschaft Raabs" (K. Lechner) findet in den Quellen keine Stütze. Gottfrieds Nachfolger, die domini bzw. nobiles de Rach(e)z, erscheinen nach 1170 als comites und cognati der BABENBERGER (V. Bertholdi c. 14; UBOE I, 120, 128), von denen sie um 1220 auch teilweise beerbt wurden. Aus den "redditus vacantes de comitissa in Ragz ibidem" (Lf, Urbar I/1, 39ff.) wird im "österreichischen Interregnum" (1246-1251) unter den Grafen von Hardegg eine Herrschaft mit Landgerichtssprengel, die König Ottokar II. 1260 an die ROSENBERGER vergibt. 1274 wird mit Burg Litschau ein zweiter Herrschaftsmittelpunkt mit Raabs an die Maissauer, auf den mit Litschau setzten die Grafen von Hirschberg Erbansprüche durch. 1358 lösten die Puchheimer die Maissauer im Pfandbesitz ab. Raabs erscheint um 1230 erstmals als forum, die angebliche Marktnennung um 1200 im "Landbuch" (Dt. Chr. III, 718) gehört zu 1278/80.

Literatur:
----------
K. Lechner (Das Waldviertel, VII, 1937), 57-61, 98-103 [problemat.] - Ch. Tepperberg, Die Herren von Puchheim im MA [Diss. Wien 1978] - B. Rigele, Die Maissauer [Diss. Wien 1990].


Gottfried I. Herr von Gosham

-------------
- 1084

Einziger Sohn des Ulrich I. von Gosham

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

-------------------------------------------------------------------------------------

Dr. Wilhelm Wegener: Seite 299

*****************

2. Gottfried I.

F. und einmaliges Vorkommen c 1084 HEINRICH IV. empfiehlt brieflich dem Bischof Rupert von Bamberg unter Hinweis auf die Verdienste U(dalrichs) und seines Sohnes G(otefrid) aus Anlaß von des letzteren vorzeitigem Tode dessen parvuli mit der Bitte, dem Sohne (3) das väterliche Lehen zu geben von Guttenberg, Bamberger Regesten n 542 (zu 1085/87).

--------------------------------------------------------------------

Kinder:

Gottfried II.
- nach 14.5.1147

Konrad I.
- ca. 1143

Ulrich II.
- ca. 1140

Gebhard IV. Bischof von Regensburg
um 1055/60-14.7.1105


Gottfried II. Herr von Raabs (1100-1147)
  Burggraf von Nürnberg (1105-1147)

- nach 14.5.1147

Ältester Sohn des Herrn Gottfried I. von Gosham und einer unbekannten Gemahlin

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

--------------------------------------------------------------------------------------

Dr. Wilhelm Wegener: Seite 299

*****************

3. Gottfried II.

F. siehe 2;

(1089) Gottfried, Bruder des Bischofs Gebhard (6), rät diesem zur Entfremdung eines Gutes der Paulsnonnen in Regensburg; (1097) nach acht Jahren macht ein Königsgericht die Sache rückgängig, udZ. Gotefridus frater episcopi Archival Zs. nF 11, 267

(1093 Jan./Juni Bamberg) G(ottfried, kaiserlicher Getreuer aus Nürnberg als Gesandter HEINRICHS IV. bei Bischof Rupert von Guttenberg, Bamb. Reg. n 565

1100 Gottfried Inhaber der Burg Raabs Cosmas III, 12 ed Bretholz 172

(1105) HEINRICH IV. verleiht die Burghut zu Nürnberg Gottfried und Konrad von Ragaza Meisterlin, Nürnberger Chronik cap. 14/6, vgl. aber oben 1093 Jan/Juni

1125 7/5 Cunradus et Gotefridus de Norimberg Beyer, Mittelrhein. UB 1, 510

1147 4/2 Gotefridus de Nurinberg patruus Conradi de Rietfeld Stumpf 3, 137 f n 112

IV. 1147 Mai Godefridus comes de Nurimberg Stumpf 3548.

--------------------------------------------------------------------------------------

Karl Lechner: Seite 209,219

***********

"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Auch ein anderes großes Hoheitsgebiet kam - wenigstens teilweise - an den Herzog. Es handelt sich um die Grenzgrafschaft Raabs, ein reichslehenbares Hoheitsgebiet, das 1156 zusammen mit der Mark im neuen Herzogtum aufging, aber noch bis weit ins 14. Jh. hinein seine territorialrechtliche Sonderstellung zeigte. Das "castrum Racouz (Rakouz)" und sein Burgherr Gottfried werden bei der Schilderung der böhmisch-mährischen Thronkämpfe um 1100 von Cosmas von Prag in seiner Chronik genannt, wobei aber der Herzog von Böhmen und nicht der Markgraf von Österreich dem RAABSER zu Hilfe kam.

Cosmas von Prag berichtet in seiner "Chronica Boemorum", III/12 zum Jahre 1100 von den Kämpfen des böhmischen Herzogshauses mit seinen mährischen Verwandten, bei denen der Burgherr auf Rabbs durch die letzteren von seiner Burg vertzrieben wurde, worauf er sich an den böhmischen Herzog wandte, der die Burg Raabs zurückeroberte und sie dem rechtmäßigen Besitzer zurückgab. Der RAABSER wendet sich also an den böhmischen Herzog und nicht etwa an den Markgrafen von Österreich.

Kinder:

Gottfried III.

- nach 16.4.1160

Literatur:

----------

Karl Lechner: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246, Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 209,219 -


Konrad I. Herr von Raabs
  Mit-Burggraf von Nürnberg

-----------
- c 1143

Jüngerer Sohn des Gottfried I. von Gosham und einer unbekannten Gemahlin

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

-------------------------------------------------------------------------------------

4. Konrad I.

F. nicht ausdrücklich erwähnt, doch läßt die gemeinsame Belehnung von 3 und 4 mit der Burghut zu Nürnberg erschließen, daß es sich um Brüder handelt, ähnlich die Bezeichnung von 8 als Brudersohn von 3 1147 4/2, wobei allerdings noch die Herkunftsbezeichnung Rietfeld unterzubringen ist; die Bezeichnung von Raabs läßt aber keinerlei Zweifel; eV. (1105) siehe 3; 1125 7/5 siehe 3;

(1127) tyrannus ille Conradus, qui toto pene anno in castelno Nurnbergensi moratur, behelligt in Abwesenheit des Bischofs Otto I. Bambergische Besitzungen Ebonis vita Ottonis Jaffe 5, 641

c 1130 (Konrad) nobilis de Rachze, Verwandter des Abtes Berthold von Garsten (110-1142), hat einen kleinen Sohn Ulrich, denn der Teufel anficht AA SS Juli tom. 6, 482;

(vor 1139 30/6) Bischof Otto I. von Bamberg (+ an diesem Tag) trägt dem Burggrafen Konrad von Nürnberg den Schutz des Klosters Münchaurach auf Ber. d. hist. Ver. f. Mittelfranken 21 (1852), 63; IV.

c 1140 Cunradus de Ratgoz beschenkt auch für die Gattin N.N. und Sohn Cunrad Garsten OÖ UB 1, 120 f n 8.

-------------------------------------------------------

Kinder:

Konrad II.
- um 1192

Ulrich III.

- c 1170


Konrad II. Herr von Raabs und Rietfeld
  Burggraf von Nürnberg

um 1125/30- um 1192

Sohn des Burggrafen Konrad I. von Nürnberg aus dem Hause RAABS und einer unbekannten Gemahlin

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

-------------------------------------------------------------------------------------

8. Konrad II.

F. siehe 4 zu c 1140

(1144) Laa dominus Udalricus de Tekkendorf, dominus Chonradus de Rietfeld Brudersohn von 3 siehe da

1147 16/5 Wien Chunradus comes de Ragitze, Ulricus de Berneke OÖ UB 2, 230 ff n 155 ff

1151 Sept. siehe 7

1156 17/9 Cunradus de Rakze Stumpf 3755

1158 28/1 siehe 7

c 1160 Cunradus filius Cunradi de Ratgiz schenkt auch für seine Gattin Hiltigart an Garsten OÖ UB 1, 121 n 9, vgl. 126 n 13

1161 Conrad de RachzeE FRA II 69, 490 ff n 358

1163 15/2 Conradus prefectus Nurenbergensis Stumpf 3974; IV.

1190 25/8 Wien Cunradus pref. de Nurenberg (de Rakcze) MBR 68 n 49

es ist sehr fraglich, ob der in der Urkunde des Herzogs Leopold von Österreich und Steiermark von 1192 (nach 8/5) Graz genannte Chunradus comes de Ragatz, cognatus noster, damals noch lebte (OÖ UB 2, 433 ff n 297)

schon 1192 (statt 1190) 8/7 erscheint Burggraf Friedrich von Nürnberg Stumpf 4759, es ist nicht glaubhaft, dass die Neubesetzung so rasch erfolgte.

Gemahlin Hildegard siehe oben c 1160

1225 2/7 wird eine Stiftung der Hiltigardis prefectissa an die Nürnberger Schotten erwähnt MB 31 a, 519 ff n 273.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Karl Lechner: Seite 183,209

***********

"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Es gibt genug Beispiele, daß Hochedle eigenständig regionale Vogteirechte ausübten. Ein Beispiel - allerdings gewöhnlich falsch interpretiert - betrifft den gemeinsamen Verzicht auf das Vogteirecht über einen Besitz des Klosters Garsten in der Grafschaft Raabs (Waldviertel) durch Herzog Liupold und den Grafen Konrad von Raabs um 1177. Es handelt sich nicht etwa darum, daß der Graf von Raabs nach 1156 den Blutbann von den BABENBERGERN zu Lehen nehmen mußte, sondern Herzog Liupold hat als Vormund des unmündigen und kränklichen Sohners Markgraf Otakars III. von Steiermark (* 19.VIII.1163) die allgemeine Hausvogtei über das Kloster Garsten, Graf Konrad von Raabs aber das spezielle Vogtrecht über Klostergüter in seiner Grafschaft ausübt.

Um 1150 schenkte Graf Konrad von Raabs großen Waldbesitz, der seinem Vorfahren regia auctoritate übergeben worden war, an Kloster Garsten. Der Rang der Grafen von Raabs, die zugleich Inhaber der Burggrafschaft Nürnberg waren, die Ausübung des Blutbanns, das Burgen- und Befestigungsrecht und eine öffentliche Grafschaftssteuer, eine Futterabgabe ähnlich dem "Marchfutter", heben diese Grafschaft hervor; auch später kommen noch gewisse auf diesen Rang hindeutende Realpertinenzen vor. Um 1191/92 starben die alten Grafen von Raabs aus.

Hildegard (von Vohburg?)

Kinder:

Sophia Erbin von Raabs
- nach 1204
Friedrich I. Graf von Zollern
- nach 1.10.1200

Agnes
- nach 1217
  Gebhard IV. Graf von Hirschberg 

Literatur:
----------
Karl Lechner: Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246,Böhlau Verlag Wien-Köln-Weimar 1992, Seite 183,209 -


Sophia von Raabs Gräfin von Zollern
  Burggräfin von Nürnberg

um 1170/75- 1218

Älteste Tochter und Erbin des Burggrafen Konrad II. von Raabs-Nürnberg aus dem Hause RAABS und der Hildegard (von Vohburg?)

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

-------------------------------------------------------------------------------------

9. Sophia

F.u. eV.

1204 domina Sophia nobilis comitissa de Ragoze, filia comitis Conradi, uxor purcravii (Friderici) in Nurenberg, longe post obitum mariti sui comitis Friderici Stiftungsbuch von Zwetl FRA II 3, 436

(1200/03) Herzog Leopold VI. von Österreich kauft von dem Burggrafen Konrad von Nürnberg und seiner Mutter für 2.000 Mark Grafschaft und Markt Raabs Landbuch von Österreich und Steier DChr. 3, 718

vielleicht ist auch die 1221 erwähnte Sophia comitissa de Ernstbrunn FRA II 3, 107 f mit ihr identisch.

------------------------------------------------------

Sophia war die Erbin von Nürnberg, Cadolzburg, Raabs und Abensberg.

Karl Lechner: Seite 209

***********

"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Um 1191/92 starben die alten Grafen von Raabs aus. Die ältere Erbtochter, Sophie, heiratete Graf Friedrich von Zollern, dem sie das Burggrafenamt Nürnberg in die Ehe mitbrachte. Sie wurde zur Stammutter der brandenburgischen Markgrafen und preußischen Könige. Im Herbst des Jaheres 1200 verkaufte sie mit ihrem ältesten Sohn den Markt Raabs, große Besitzungen in der Umgebung sowie die Grafschaftsrechte an den österreichischen Herzog Liupold VI. Der westliche Teil des Raabser Hoheitsgebietes kam als "Grafschaft Litschau" an die jüngere Erbtochter des letzten Grafen von Raabs und ihren Gemahl, den Grafen Gebhard von Hirschberg.

1184
  Friedrich I. Graf von Zollern
1171- nach 1.10.1200

Kinder:

Friedrich II. Stifter der Schwäbischen Linie
1188-30.12.1255

Konrad I.
1186-24.8.1260/10.3.1261

Elisabeth
- 1255
Gebhard III. Landgraf von Leuchtenberg
- 1244
 


Agnes von Raabs Gräfin von Hirschberg

-------------------

um 1170/75- nach 1217

Jüngere Tochter des Burggrafen Konrad II. von Raabs-Nürnberg aus dem Hause RAABS und der Hildegard (von Vohburg?)

GENEALOGISCHE TAFELN ZUR MITTELEUROPÄISCHEN GESCHICHTE

-------------------------------------------------------------------------------------

10. Agnes

Im Jahre 1249 vermachte Kunigunde von Hirschberg, in 2. Ehe mit Graf Konrad von Wasserburg vermählt, ihre Güter Ragz, Wikartslage, Heidenreichstein, Landstein in Austria letztwillig an Freising. Die Erträgnnisse ihrer Güter Degenperg et Piugen und 60 Pfund Regensburger Münze ex donatione propter nuptias obvenientium prioris matrimonii mei und aus der an sie gelangten Erbschaft von ihrem verstorbenen Bruder Gebhard V. sollten auf Lebenszeit ihrem Gemahl, Graf Konrad von Wasserburg, und nach dessen Tode ebenfalls Freising zufallen. FRA II 31 n 155. Die Aufzählung der genannten Güter läßt nicht auf die Abstammung der Mutter Kunigundes aus dem Hause PEILSTEIN schließen, wie früher angenommen wurde, sondern beweist das Auftreten der HIRSCHBERGER im Gebiet der Herren (Grafen) von RAABS in Nieder-Österreich unmittelbar nach Aussterben der letzteren. Eine enge Verbindung der beiden Geschlechter und Erbfolge ist also unbedingt anzunehmen. Aus dieser Sachlage hat Karl Lechner schon 1924 (Geschichte der Besiedlung und der ursprünglichen Grunbesitzverteilung des Waldviertels, JbLkNÖ N.F. 19, 1924, S. 10-210, hier S. 150-161, insbeondere S. 156 ff.) den Schluß gezogen, dass die Mutter der Kunigunde von Hirschberg (vgl. Vorbemerkung des Herausgebers), eine Tochter des letzten Grafen Konrad von Raabs war, zumal von ihm außer der Sophie (n 10) noch mindestens eine weitere Tochter stammen muß, da zu 1175 von filiae (sic!) die Rede ist. O. Frhr. v. Mitis, Eine Urkunde des Grafen Konrad von Raabs aus dem Jahre 1175, MIÖG 31, 1910, S. 112-114, hier S. 114 (Thaya, 18. April 1175). Zwar ist diese Auffassung Lechners, die sich auf umfangreiche besitzgeschichtliche Untersuchung stützt und ihn zu einem Altmeister der besitzgeschichtlich-genealogischen Methode gemacht hat, gelegentlich in Zweifel gezogen worden oder es sind andere Lösungsvorschläge gemacht worden (vgl. die Arbeiten von Werner Spielberg, Die Grafen von Piugen und Rebegau, von Hohenberg und von Raabs, Monatsblätter des Vereines für Landeskunde von Nieder-Österreich 23, 1924 XI. Band 1924/25, S. 79-86; ders., Zur älteren Genealogie der Burggrafen von Nürnberg, FBPG 37, 1925, Seite 136-145; Die Herkunft der ältesten Burggrafen von Nürnberg, MIÖG 43, 1929, S. 117-123). Lechner hat seine Ansicht jedoch aufrecht erhalten und weiter ausgebaut (Die Grafschaft Raabs, JbLKNÖ N.F. 21, 1928 II Heft 3/4 Festschrift Oswald redlich, S. 77-111, hier S. 82 ff; zuletzt. Besiedlungs- und Herrschaftsgebiete des Waldviertels, Das Waldviertel, 7. Band, Geschichte, hrsg. von E. Stepan, Wien 1937, II. Buch, S. 3-276, hier S. 57-61, S. 100-101). Sie ist dann von Hermann Schreibmüller (siehe oben) 1944 übernommen worden. Zur älteren Literatur noch Joh. Wendrinsky, Die Grafen Raabs, Bll d. Vereines f. LkNÖ N.F. 12, 1878, S. 97-115, 169-210 (Stammtafel S. 191), 361-386; ebenda N.F. 13, 1879, S. 118-152; Josef Lampel, Das Gemärke des Landbuches (4. Forts.) JbLkNÖ N.F. 7, 1908 (1909), S. 1-234 (böhm.-mähr. und ungar. Grenze); P. Benedikt Hammerl, Aus den Vorarbeiten für ein Zwettler Urkundenbuch. Monatsblätter des Vereins für LkNÖ III, 1906/07, S. 257-268. Hier überall die ältere Literatur.

-------------------------------------------------

Karl Lechner: Seite 209

***********

"Die Babenberger. Markgrafen und Herzoge von Österreich 976-1246"

Um 1191/92 starben die alten Grafen von Raabs aus. Die ältere Erbtochter, Sophie, heiratete Graf Friedrich von Zollern, dem sie das Burggrafenamt Nürnberg in die Ehe mitbrachte. Sie wurde zur Stammmutter der brandenburgischen Markgrafen und preußischen Könige. Im Herbst des Jahres 1200 verkaufte sie mit ihrem ältesten Sohn den Markt Raabs, große Besitzungen in der Umgebung sowie die Grafschaftsrechte an den österreichischen Herzog Liupold VI. Der westliche Teil des Raabser Hoheitsgebietes kam als "Grafschaft Litschau" an die jüngere Erbtochter des letzten Grafen von Raabs und ihren Gemahl, den Grafen Gebhard von Hirschberg.