Baiern

Baiern, Bajuwaren, lat. Baiovarii, german. Stamm, der sich im 5. und 6 Jh. zw. Donau und Alpen aus verschiedenen Stammesgruppen bildete. Während des 4. und 5. Jh. waren Germanen als röm. Söldner an der Donau angesiedelt worden, aus Böhmen kamen größere Gruppen von Markomannen und Elbgermanen. Von durchziehenden oder sich auflösenden ostgerman. Stämmen (Skiren, Heruler) blieben Reste zurück. Nach der Auflösung der röm. Herrschaft Ende des 5. Jh. breiteten sich die vorwiegend in Weilern oder kleinen Dörfern lebenden B. nach S bis in die Alpentäler und entlang der Donau aus, vermischten sich mit Romanen und Resten der Langobarden und besiedelten das heutige OÖ., Sbg. und Ti. bis Säben und in das Pustertal. Um 550 wird der Stamm erstmals als Einheit genannt, stand aber schon unter fränkischer Oberhoheit. Er gliederte sich in Gaue, 6 Familien bildeten die adelige Oberschicht, die in der "lex Baiuvariorum" genannt ist. Zum führenden Geschlecht wurden Mitte des 6. Jh. die burgundischen Agilolfinger (bis 788). Um 600 setzte die christl. Mission ein, um 700 unter fränkischer Oberhoheit, getragen von Emmeram, Rupert und Corbinian.

Von den B. wurde vor und in der Karolingerzeit die Kolonisation Ostösterreichs und Karantaniens getragen. Nach 955 wurde eine Mark im Verband des Herzogtums Bayern erschlossen und besiedelt. Seit dem 10. Jh. wuchsen aus Bayern die ö. Länder, zuerst 976 das Herzogtum Kä., 1156 Ö. und 1180 die Stmk., dann auch das Erzbistum Sbg. und die Grafschaft Ti. als eig. Länder heraus.