Awaren

Awaren, früh-ma. Reitervolk; besetzten 568 das Karpatenbecken und hatten bis Anfang des 7. Jh. auch die Oberherrschaft über weite Bereiche Mittel- und O-Europas inne. Ihre reiche archäolog. Hinterlassenschaft findet sich im Karpatenbecken und seinen Randbereichen, in Ö. vornehmlich im Wr. Becken und im N-Bgld. Die Funde zeigen zwar starke reiternomadische Traditionen, jedoch auch german. und bes. byzantin. Komponenten. Mit der starken awarischen Macht im Hintergrund erfolgte die slawische Besiedlung des heutigen Kä., der Stmk. und NÖ. Nach der erfolglosen Belagerung von Konstantinopel 626 büßten die A. ihre Vormachtstellung ein. In dieser Schwächeperiode gründete der fränk. Kaufmann Samo ein Slawenreich, wohl in Böhmen und Mähren, vielleicht reichte es auch noch in das heutige Ö. Auch die Alpenslawen, im 8. Jh. Karantaner genannt, werden sich zu dieser Zeit von den awarischen Ansprüchen frei gemacht haben.

Im 8. Jh. kam es offenbar zu einem Versuch, die awarische Oberherrschaft über den Alpenraum wiederzuerrichten. Die Karantaner unterwarfen sich daher dem Baiernherzog und akzeptierten auch die nun einsetzende Missionierung.

Hzg. Tassilo III. suchte bei den A. Rückhalt gegen Karl d. Gr. Nach seiner Niederlage kam es zu den A.-Kriegen (791-96), die mit der Zerstörung des A.-Reichs endeten. Zumindest bis 728 bestand ein abhängiges, von den Karolingern eingerichtetes Fürstentum der A. "zw. Steinamanger und Carnuntum" unter getauften Khaganen