WEISSENBACH. Gem. Gastern. Polit. Bez. Waidhofen a. d. Thaya

Ehem. Längsangerdorf mit Gartenäckern nordwestl. von Waidhofen a. d. Thaya am Altbach. - Urk. 1112. - Anger seit 19. Jh. verbaut. Drei- und Vierseithöfe, wenige schlichte Putzfassaden.

FILIALKIRCHE hl. Andreas, am N-Rand des ehem. Angers gegenüber der Querstraßenmündung. Kleine, spätgot. Hallenkirche, einheitlich um 1400/1. H. 15. Jh.; 2. Patrozinium hl. Bartholomäus. Erneuerungen 1689. Renov. 1901 - 04, Rest. 1954.

Weißenbach, Filialkirche

A u ß e n b a u. Dzt. unverputztes Bruchsteinmauerwerk bestimmend. Langhaus, im S und N gedrückt spitzbogige, mehrfach profilierte Portale, Walmdach mit Dachreiter von 1903. Eingezogener, niedrigerer, einjochiger Chor mit 5/8Schluß. Durchgängiger, profilierter Sockel; 2bahnige Maßwerkfenster (z. T. erneuert). Ziegeldächer.

I n n e r e s. Langhaus, 2schiffige, 3jochige Halle; Kreuzrippengewölbe in Achtseitpfeiler und polygonale Wandvorlagen übergehend, an der W-Wand auf profilierter Konsole, östl. Rippenscheidbogen über dem eingezogenen, gekehrten, rundbogigen Triumphbogen gegabelt. Am Triumphbogen spätgot. Steinkanzel, 3seitiger Korb auf Achtseitpfeiler mit anschließendem Stiegenaufgang, Brüstungsholzgesims 17. jh. Hohe, 2achsige Orgelempore über stark gedrückten, abgefasten Spitzbogenarkaden, den westl. Schiffspfeiler einfassend, Kreuzrippenunterwölbung mit Schlusssteinen, in der SW-Ecke Stiegeneinbau. Granitplattenboden, z. T. von altem Estrich überdeckt. Im Chor Kreuzrippengewölbe in Rundstäbe übergehend, vom Triumphbogen durch selbständigen Gurtrippenbogen abgesetzt; südl. Portal zu bar., quadrat. Sakristeianbau mit Stichkappentonne.

A u s s t a t t u n g. Hochaltar um 1660/70, Säulenädikula mit Sprenggiebel, im Auszug Formwiederholung; Mittelfigur hl. Andreas sowie Seitenfiguren Hll. Paulus und Petrus frühes 16. Jh., wenig bar. überarbeitet und 19. Jh. überfaßt; Doppelwappenkartusche; Aufsatzmittelfigur hl. Maria mit Kind spätes 17. Jh., auf Giebelschenkeln spätgot. Statuetten Hll. Katharina und Barbara. - Spätgot. Flügelretabel frühes 16. Jh., von bar. Knorpelwerkkonsole und -aufsatz um 1660 eingefaßt; Marienkrönung, an den Flügeln Hll. Matthäus und Elisabeth von Thüringen, außen Hll. Andreas und Franziskus, dem Meister der Brucker Martinstafel von 1518 zugeschrieben, vielleicht bar. übergangen; 2 Wappen 2. Drittel 17. Jh. Sigismund Trukmüller und Gemahlin. - Schnitzfigur hl. Erasmus auf Rokokokonsole, 2. H. 18. Jh. Gnadenbild Mariahilf in Akanthusrahmen, E. 17. Jh. Votivbild der Familie Sigismund Trukmüllers mit hl. Maria und Kind, 1653 sowie Epitaphbild Trukmüllers mit Grablegung Christi 1659. Bar. Gestühl und Granitweihwasserstein. - Glocke 1636 David Vestnitzer.

RUINE, nördl. des Ortes. Urk. 1142 Sitz eines adeligen Geschlechts, 1628 - 1706 Trukmüller, 1787 Schloß aufgelassen. - Geringe Mauerreste.

KLEINDENKMÄLER. Tabernakelpfeiler, südl.des Ortes, imTypus17.Jh. - Steinhochkreuz, am nördl. Ortsausgang, bez. 1840.