Besiedlung - Stand um 1000

Besiedlungsgang - Stand um 1000

Nach der verlorenen Schlacht gegen die Magyaren im Jahre 907 kam es zunächst zu einer Unterbrechung der in der Karolingerzeit begonnenen Kolonisationstätigkeit im Osten Österreichs. Historiker nehmen aber eine Kontinuität der bestehenden Siedlungen in NÖ an. Für die Siedlungshorste im südlichen Waldviertel können wir dies mit größter Wahrscheinlichkeit annehmen. Hier haben sich die irregulären Strukturen der Siedlungen und Fluren bis in unsere Gegenwart erhalten. Nach der Lechfeldschlacht im Jahre 955 und dem Zurückdrängen der Magyaren bis zur Tulln und bis zum Wienerwald kam es im Zuge der Sicherung der Reichsgrenze im Osten zu einer verstärkten Kolonisationstätigkeit. Bis etwa zum Jahre 1000 konnten die Siedlungsgebiete besonders in nördlicher Richtung erweitert werden. Kleinere Zuwächse erfolgten im südlichen Waldviertel. Bei diesen Kolonisationsvorgängen konnten die bereits in der Karolingerzeit bestehenden irregulären Siedlungstypen in den neu erschlossenen Gebieten zu Gassendörfern weiterentwickelt werden. In diesem Raum ist es zu keiner weiteren Siedlungsexpansion gekommen. Große Mittelgebirgswaldgebiete, wie der Ostrong und der Weinsberger Wald, umschließen diese Siedlungslandschaft. Daher fehlen auch reguläre Siedlungstypen wie Straßendörfer und Angerdörfer.

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