Das Angerdorf

Elemente des Angerdorfes:

  1. Ein kleines Gerinne inmitten einer Grünfläche = eines Angers im Zentrum der Siedlung ist das bestimmende Element dieser Type.
  2. Nach der Form des Angers, der größtenteils geländebedingt ist, erfolgt die Typeneinteilung in Längs-, Breit-, Dreieck-, Linsen- und Rundangerdörfer.
  3. Der Anger war ursprünglich nicht verbaut (Funktion!), Allmendegut.
  4. Vielfach dient die Verbauung und Nutzung des Angers auch heute noch der gesamten Gemeinschaft: Kapelle, Kirche, Volksschule, Gemeindehaus, Gemeindeschmiede, Milchsammelstelle, Feuerwehrhaus, Gemeinschaftskühlhaus, Gemeindebrunnen, Löschteich.
  5. Ein einheitlicher Abschluss des Angers erfolgt meistens durch Randstraßen. Seltener führt nur eine Straße durch den Anger, von der die Zufahrten zu den Gehöften führen.
  6. Entlang des Angers beziehungsweise der Randstraßen sind streng reguläre Baublöcke angeordnet (einer, zwei oder drei), je nach der Form des Angers.
  7. Alte Hausparzellen sind in einer Rechteckform angelegt und hatten alle zur Gründungszeit der Siedlung die gleiche Breite.
  8. Bei der Vollform der Angerdörfer sind zwei Haupttypen zu unterscheiden:
    a) Angerdörfer mit hofanschließenden Hausackergrundstücken, wo die Hausparzellen ca. 30 bis 36 m breit und bis zu 70 m lang sind.
    b) Angerdörfer mit Gartenackergrundstücken, wobei diese Gartenäcker als ein Teil der Hausparzelle zu betrachten sind. Bei dieser Type sind die Hausparzellen wesentlich breiter, und zwar 45 bis 57 m, und etwa 120 bis 170 m lang.
  9. Die Gehöfte haben alle eine einheitliche Baulinie entlang des Angers oder entlang der Randstraßen - eine strenge lineare Reihung.
  10. Bei der Type Angerdorf mit Gartenäckern ergibt sich ein einheitlicher Abschluss des Ortsriedes zur Flur hin durch Wege. Bei jener mit Hausäckern schließen die Hausgärten das Ortsried ab.
  11. Das Ortsried hat eine einheitliche Form, meistens ist es rechteckig; aber auch eine dreieckige oder runde Form kann das Ortsried aufweisen.

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