2. Die ersten 25 Jahre des Bestehens

Schon im Gründungsjahr waren von der jungen Feuerwehr 3 Brandeinsätze in Immenschlag, Wiesmaden und Garolden zu leisten.

1886 wurde das Spritzenhaus im Mittelort erbaut.

1887 wurde der Fabrikant Carl Krenn zum Hauptmann und der Tischler Christian Schandl zu seinem Stellvertreter gewählt. Zugsführer der Steiger wurde der Bäcker Franz Loidolt.

Ausgerückt wurde zu Bränden in Großtaxen (6 Häuser und 7 Scheunen), weiters nach Kautzen und Weißenbach und im September zu einem

Großbrand in Tiefenbach (21 Häuser) und zu einem Brand in Goschenreith.

1888 erschienen die Statuten der Feuerwehr Gastern gedruckt im Selbstverlag. In diesem Jahr waren auch Brandeinsätze in Kautzen und Merkengersch zu leisten.

1889 mußte zu einem Brandeinsatz in die "Garoldsmühle" (heute Toifl) ausgerückt werden.

1890 genehmigte die Bezirkshauptmannschaft Waidhofen/Thaya die vom Gemeindeausschuß Gastern beschlossene Feuerlöschordnung. Inhalt waren die Pflichten der Hausbesitzer und Hausbewohner bei Bränden, die Bereitstellung von Gerätschaften, die Wasserbeschaffung, die Hilfeleistungsverpflichtung, die jährliche Feuerbeschau, Vorsichtsmaßregeln zur Brandverhütung und Strafbestimmungen für die Nichtbefolgung der Vorschriften. Ebenfalls festgelegt wurde der Löschrayon der Feuerwehr Gastern.

Der Löschrayon der Feuerwehr Gastern umfaßte damals: Gastern, Ruders, Weißenbach, Kleinmotten, Engelbrechts, Triglas, Kleingerharts, Kautzen, Pleßberg, Garolden, Holzmühle, Frühwärts, Eggmanns, Thaya, Kleinzwettl, Immenschlag, Kleingöpfritz, Ranzles, Wiesmaden und Illmau. Bei auswärtigen Bränden durfte nie mehr als ein Löschzug ausfahren. Bei Großbränden durfte über Ansuchen auch weiter entfernt ausgefahren werden.

1891 war ein Brandeinsatz in Triglas zu verzeichnen. 1892 waren Einsätze in Grünau und in Frühwärts zu bestehen.

1894 wurde mit 8 Mann zu einem Waldbrand in Gastern bei Ignaz Dangl ausgerückt, am 4. Oktober zu einem Brand nach Kleingöpfritz mit 16 Mann.

Ein schreckliches Ereignis für Gastern war der Brand vom 24. April 1894 um 3 Uhr nachmittags, bei dem die Häuser Nr. 12 (Ferdinand Dangl), Nr. 41 (Winkelbauer), Nr. 11 (Johann Eggenhofer) und Nr. 10 (Matthäus Litschauer) gänzlich niederbrannten. Die gesamte Ortsbevölkerung half "tätigst" bei der Brandbekämpfung mit.

Besonders tragisch bei diesem Brand war, daß die Gattin des Ferdinand Dangl nocheinmal, um Hausinventar zu retten, in das brennende Wohngebäude lief. Das in Flammen stehende Strohdach rutschte ab und begrub sie unter sich. Alle Rettungsversuche scheiterten.

Weiters waren noch ein Waldbrand in Gastern und ein Brand in Kleingöpfritz zu bekämpfen.

1895 wurde zu Bränden in Ranzles, Kleinzwettl und Reinberg ausgerückt.

1897 waren je zwei Brandeinsätze in Kleingöpfritz und Oberedlitz zu verzeichnen.

1898 wurde nach dem Rücktritt des Hauptmannes Carl Krenn der bisherige Stellvertreter Christian Schandl zum neuen Hauptmann gewählt. Stellvertreter wurde der Bäcker Franz Loidolt.

Ausrückungen zu Bränden erfolgten 1898 nach Engelbrechts (Großbrand mit 9 Bauernhäusern und 4 Kleinhäusler), nach Thaya, nach Weißenbach (4 Häuser) und nach Frühwärts.

1899 wurde ein Haus in Weißenbach durch Brandlegung eingeäschert.

1900 waren Brandeinsätze in Kautzen und in Kleingöpfritz (3 Bauernhäuser ) zu leisten.

1902 wurde zu einem Brand in Niederedlitz (Großbrand von 6 Häusern) ausgerückt. Insgesamt waren 7 Feuerwehren im Einsatz.

1903 waren Einsätze in Triglas (3 Häuser), in Engelbrechts (4 Häuser), Reinberg-Litschau, Kautzen und Großeberharts zu bestehen.

1904 erfolgten Ausrückungen zu Bränden in Kleinmotten und in Pleßberg (5 Bauernhäuser).

Im Jahre 1904 wurde die Feuerwehr Gastern in den unter dem Protektorat des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand stehenden "Ersten Niederösterreichischen Feuerwehrunterstützungsverein" als ordentliches Mitglied aufgenommen und beurkundet.

Urkunde

Am 26. Juni 1905 entzündete um 2 Uhr nachmittags ein Blitz das eben erst wieder aufgerichtete Wohnhaus des Johann Eggenhofer in Gastern. Der Brand dehnte sich auch auf das Anwesen des Matthäus Litschauer, des Anibas und des Leopold Dangl ("Hofbauer") aus. Das Wohngebäude des Anibas und die Schupfe des Dangl wurden gerettet. Dies brachte der Feuerwehr Gastern 50 Kronen Belohnung.  Glück im Unglück hatte Johann Eggenhofer. Er hatte kurz vor dem Brand zum Wiederaufbau seines Hofes bei der Kreissparkasse in Zlabings einen größeren Geldbetrag als Darlehen aufgenommen. Die Brieftasche mit dem Geld war im Haus geblieben. Eggenhofer glaubte, nun hätte er alles verloren. Bei den Aufräumungsarbeiten aber wurde die wie durch ein Wunder unversehrte Brieftasche mit dem ebenfalls unversehrten Geld gefunden und dem Besitzer übergeben.

1906 und 1907 wurde die Feuerwehr zu Einsätzen in Kleingerharts, der Holzmühle, in Engelbrechts und zu einem Großbrand in Frühwärts (6 Häuser) gerufen; weiters 1908 zu einem Brand in Triglas.

Am 2. Dezember 1908 war die Feuerwehr Gastern an der Feier zum 60jährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef I. durch Aufmarsch beteiligt.

Im Jahr 1909 feierte die Feuerwehr ihr 25jähriges Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlaß fand der erste Bezirksfeuerwehrtag in Gastern statt. Auch erfolgte der Ankauf eines zweiten Feuerlöschgerätes (einer Doppelkolbenpumpe). Ein Mannschaftsfoto wurde ebenfalls angefertigt.

Jubiläumsfoto 1909

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