Volksschule Weißenbach

Die Kinder des Dorfes Weißenbach waren ursprünglich in Gastern eingeschult. Als in Gastern wegen bedeutender Mängel am alten Schulhaus eine neue Schule gebaut werden mußte, faßten die Bewohner von Weißenbach im März 1890 den Entschluß, um die Errichtung einer eigenen (einklassigen) Schule in ihrem Dorf anzusuchen. Man wollte keinen Beitrag zum Schulbau in Gastern leisten. Das Ansuchen wurde seitens der Schulbehörde abgelehnt und die Einschulung der Weißenbacher Kinder in die Volksschule Ruders empfohlen. Das wiederum wollten die Weißenbacher Bürger nicht und stellten ein neuerliches Ansuchen an den k.u.k. Landesschulrat.

Im Mai 1890 fand ein behördlicher Lokalaugenschein statt und der vorgesehene Bauplatz wurde als geeignet erklärt. Die Genehmigung zum Bau ließ auf sich warten, daher fuhr 1891 eine Abordnung aus Weißenbach nach Wien und erhielt die erwünschte Bewilligung. Im Oktober 1891 fand die Baukommission statt und die Baubewilligung wurde erteilt. 1892 wurde mit dem Bau begonnen.

Spenden und Hilfsdienste reichten für die Finanzierung des Baues nicht aus. Alle Grundbesitzer von Weißenbach bürgten für ein Darlehen, das zur Deckung des Abganges aufgenommen werden mußte.

Im Oktober 1892 war das Schulhaus fertig. Ein Monat später wurde die Benützungsbewilligung erteilt. Erster Obmann des Ortsschulrates war der Webwarenfabrikant Eduard Erhart.

Erster Schulleiter war der Volksschullehrer Josef Czerny, der vorher in Kautzen tätig gewesen war. Am 7. Jänner 1893 wurde der regelmäßige Unterricht mit 29 Knaben und 23 Mädchen aufgenommen. Im Juni 1893 wurde das Schulhaus feierlich geweiht. Ein Festtag für den Ort Weißenbach.

1911 übersiedelte Schulleiter Czerny nach Dobersberg, Er hatte viel geleistet für seinen Schulort. Sein Nachfolger Adolf Grün fiel bereits am 20. September 1914 im Ersten Weltkrieg. Mehrere Lehrer waren in den weiteren Kriegsjahren an der Volksschule Weißenbach tätig (Binder, Waitz, Theurer, Lebersorger).

Am 1. November 1917 trat der Kriegsinvalide Pius Markowetz den Dienst in Weißenbach an. Ihm gebührt auch das Verdienst einer besonders ausführlichen Führung der Schulchronik. Bis 1940 war er Schulleiter von Weißenbach (verst. 1942).

In den weiteren Jahren bis zum Kriegsende versahen mehrere Lehrer und Lehrerinnen an der Volksschule Weißenbach ihren Dienst, meist nur kurze Zeit (Unfried, Winkler, Kratschmann, Loidolt, Rödl, Muck, Czizek, Sedlacek). Ab 1943 war Gertrude Haselmayer, ab Jänner 1945 Gertrud Nutz hier tätig. 1946 wurde die Schule vorübergehend geschlossen (Lehrermangel). Der damalige Oberlehrer Josef Thomerl hatte 3 Schulen (Ruders, Weißenbach, Kleinmotten) zu betreuen. Kurze Zeit versah Josef Meier und dann Frau Gertrude Haselmayer ab 1946 Dienst an der Volksschule Weißenbach.

1949 wurde Horst Bodenstein Schulleiter von Weißenbach. Das Schulgebäude wurde renoviert und saniert. Bodenstein war auch langjähriger Bürgermeister der Gemeinde Kleinmotten.

1966 übersiedelte Dir. Bodenstein nach Wien (verst. 1987). 1966/67 wurde Erich Datler Schulleiter in Weißenbach. 1967 wurde die Gemeinde Kleinmotten mit der Marktgemeinde Gastern zusammengelegt.

Da in den vorhergehenden Jahren nicht nur die Schülerzahlen stark rückläufig waren, sondern auch die Oberstufen aufgelöst wurden mußten, wurde die Volksschule Weißenbach mit Ende des Schuljahres 1967/68 stillgelegt und später aufgelassen. 1972 wurde das Schulgebäude von der Gemeinde verkauft und Privateigentum.

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