5. Die letzten zehn Jahres vor dem 100jährigem Bestand

1985 verstarb HFM Siegfried Winkelbauer. Er war von 1949 bis 1954 Kommandant-Stellvertreter, von 1955 bis 1961 Kommandant und von 1971 bis 1974 Leiter des Verwaltungsdienstes der FF Weißenbach gewesen.
Neu aufgenommen wurden Kainz Roland, Hörmann Ernst jun. und Bauer Franz aus Weißenbach sowie Ritter Herbert aus Kleingerharts.
Der Zubau zum Feuerwehrhaus wurde 1985 weitergeführt. Außerdem wurden ein Handfunkgerät und ein Handscheinwerfer angekauft.

1986 war die Neuwahl des Kommandos fällig. Zum neuen Kommandanten wurde der Kraftfahrer Johann Schandl, allerdings erst im 3. Wahlgang, gewählt. Stellvertreter blieb Johann Wagner, Leiter des Verwaltungsdienstes Franz Wagner.
In diesem Jahr wurden 5 (!) Neumitglieder und zwar Manfred Straka, Raimund Weinstabl, Johannes Altmann aus Ruders und Peter Strohmayer und Franz Winkelbauer aus Weißenbach aufgenommen. Die FF Weißenbach hatte somit einen Mannschaftsstand vorn 36 Aktiven und 4 Reservisten. In den letzten Jahren hatte daher die FF Weißenbach nicht unbeträchtliche Kosten für die Anschaffung von Uniformen und Ausrüstung für die Neumitglieder gehabt.
Am 10. Mai 1986 mußte zu einem Garagenbrand in Ruders (Haidl) ausgerückt werden. Ein Übergreifen des Brandes auf den Wohnbereich wurde verhindert. Der Sohn des Besitzers, Rainer Haidl, erlitt schwere Brandwunden an den Händen und im Gesicht.
Weitergeführt wurde in diesem Jahr auch der 1983 begonnene Zubau zum Feuerwehrhaus.

Erstmals wurde 1987 auf Anregung und mit Unterstützung des Wiener Handelskammerpräsidenten und Abgeordneten zum Österreichischen Nationalrat Karl Dittrich die Abhaltung eines Scheunenfestes in Kleinmotten beschlossen. HBM Erich Frühwirt stellte seine Maschinenhalle zur Verfügung. Den Reingewinn wollte man zum Ankauf eines größeren Löschfahrzeuges (Tanklöschfahrzeug) verwenden. Ein großartiger Erfolg war diesem ersten Scheunenfest mit einem Reinerlös von S 181.000,- beschieden. Präsident Dittrich, Initiator des Festes, hatte die Kosten für den Ochsengrill und die Bierrechnung übernommen.
Die Wettkampfgruppe erlangte bei den Landesleistungsbewerben wieder das FLA in Silber.

1988 wurde mit Zustimmung der Gemeinde von der Freiwilligen Feuerwehr Großpertholz ein gebrauchtes Tanklöschfahrzeug 2000, Marke Mercedes, Baujahr 1973, um S 450.000,- angekauft. Die Hälfte der Kosten trug die Gemeinde. Weiters konnten 3 Atemschutzgeräte angekauft werden. Der Zubau zum Feuerwehrhaus wurde fertiggestellt.

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Dieses Tanklöschfahrzeug 2000, Marke Mercedes,
Baujahr 1973, wurde 1988 gebraucht angekauft.

1988 erwarb eine Wettkampfgruppe abermals das FLA in Silber bei den Landeswettkämpfen.
Brandeinsätze waren am 18. November in Kleingöpfritz, wobei erstmals das TLF 2000 eingesetzt wurde, und in Kleinzwettl.
Der finanzielle Erfolg des 2. Scheuenfestes in Kleinmotten war wieder so großartig wie im Vorjahr. HBM Erich Frühwirt wurde mit dem Verdienstzeichen 3. Klasse des NÖ Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

1989 wurde die Ausrüstung des TLF ergänzt und vervollständigt. Mitgliederstand: 34 Aktive und 4 Reservisten.

1990 wurde wegen des in den Vorjahren zu geringen erzielten Reinertrages kein Feuerwehrball mehr veranstaltet. Seine Stelle sollte eine Neujahrssammlung 1990/91einnehmen.
Im Mai 1990 verstarb plötzlich und unerwartet LM Alfred Winkelbauer. Er gehörte seit 1950 der Feuerwehr an.
Bei 2 Brandeinsätzen (Waldbrand im Ortsteil Kleinmotten-Alm und Brand in der Tischlerei Kases in Ruders-Harmes) waren 29 Mann mit 131 Arbeitsstunden tätig. 9 technische Einsätze mit 77 Arbeitsstunden mußten geleistet werden. Mehr als 100000 Liter Wasser mußten im Löschgebiet zu verschiedenen Abnehmern wegen der herrschenden Wasserknappheit geliefert werden. Für das Zeughaus wurde eine Garderobe angeschafft und die Bremsen des TLF mußten repariert werden.
Das 3. Scheunenfest brachte S 121.707,- an Einnahmen.

1991 wurde die Mitgliederversammlung am 11. Jänner im Gasthaus Müllner in Gastern abgehalten. Bei der Neuwahl wurde das bisherige Kommando Johann Schandl und Johann Wagner in seinem Amt bestätigt.
In diesem Jahr verstarb Herr Friedrich Handl. Er war 57 Jahre Mitglied der FF Weißenbach gewesen.
Bei 2 Brandeinsätzen (Großbrand von 5 Wirtschaftsgebäuden in Waldhers, Brand in der Weberei Zorn in Gastern) leisteten 24 Mann 61 Arbeitsstunden. 9 technische Einsätze erforderten 102 Einsatzstunden.
1991 erreichte eine Wettkampfgruppe bei den Landesbewerben wieder das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber.
In diesem Jahr wurde der Vorplatz des Feuerwehrhauses gepflastert (Kosten S 10.400,-). Für den Ankauf von Ausrüstung für das Tanklöschfahrzeug wurden S 13.000,- aufgewendet. Das 4. Scheunenfest war der größte Einnahmeposten, brachte aber gegenüber den Vorjahren einen geringeren Reingewinn (S 65.000,-)-
Seit 1991 ist der Landwirt Franz Winkelbauer Leiter des Verwaltungsdienstes im Dienstgrad Verwalter.

1992 war die FF Weißenbach bei einem Brandeinsatz in Kleinmotten (Winkelbauer) mit 15 Mann und 80 Arbeitsstunden im Einsatz. Bei weiteren 5 Bränden wurde Löschhilfe mit 57 Mann und 132 Einsatzstunden geleistet.
Bei den Bezirksleistungsbewerben in Rappolz wurde im Bewerb Bronze A mit 380 Punkten der 3. Platz erkämpft. Im Bewerb Silber A wurde mit 360 Punkten der 6. Platz erreicht.
Eine Steigerung des Reinerlöses wurde beim 5. Scheunenfest in Kleinmotten erzielt (S 147.000,-). Angeschafft wurden eine Heizkanone, Isoliermaterial für die Decke (S 13.000,-), Ausrüstung (S 20.000,-) und Fenster (S 19.500,-).

1993 waren ein Brandeinsatz in Ruders (Pieringer), bei dem 16 Mann 80 Arbeitsstunden leisteten und 7 technische Einsätze mit insgesamt 70 Arbeitsstunden zu verzeichnen.
In diesem Jahr verstorben die Reservemitglieder Otto Hörmann, der von 1955 bis 1961 Kommandant-Stellvertreter und von 1961 bis 1965 Kommandant der FF Weißenbach gewesen war, im 84. Lebensjahr und Richard Hörmann im 85. Lebensjahr. 41 Mann der Feuerwehr beteiligten sich an den Begräbnissen.

Mitgliederstand am 1. 1. 1994: 37 Aktive und 2 Reservisten.
Das 6. Scheunenfest brachte Einnahmen von S 135.000,-. An größeren Ausgaben waren für die Kücheneinrichtung im Feuerwehrhaus (S 33.000,-) und für die Batterieladeüberwachung der Fahrzeuge (S 32.500,-) sowie für den Fußboden im Feuerwehrhaus (S 26.200,--) zu tätigen. Am 11. November 1994 verstarb das aktive Mitglied Johann Litschauer aus Ruders- Harmes.
1994 waren 2 Brandeinsätze zu leisten. Am 18. Juli in Weißenbach beim Transformator 12 Mann mit 6 Einsatzstunden und am 1. August in Grünau auf der Bundesstraße mußte ein Traktor, dessen mit Stroh beladener Anhänger zu brennen begonnen hatte, gelöscht werden. Die FF Weißenbach war mit dem Tanklöschfahrzeug 2000 und mit dem Kleinlöschfahrzeug und 8 Mann (26 Einsatzstunden) und die FF Gastern mit dem TLF 1000 und mit Kleinlöschfahrzeug und 12 Mann (24 Einsatzstunden) löschten gemeinsam den Brand, der auch auf ein benachbartes Feld übergegriffen hatte.
Weiters waren 7 technische Einsätze erforderlich: Am 12. April 1994 in Grünau die Bergung eines LKW der Firma Birkhart aus Wien. Die FF Weißenbach mit TLF und KLF und die FF Gastern mit TLF waren mit 9 Mann und 13,5 Stunden im Einsatz. Am 15. Juli reinigten 5 Mann mit dem Tanklöschfahrzeug (10 Stunden) bei Ernst Gruber in Ruders die Dachrinnen. Am 19. Juli mußte bei Robert Winkelbauer in Weißenbach der Kanal gereinigt werden, 4 Mann mit dem TLF waren 12 Stunden im Einsatz. Am .20. Juli reinigten 4 Mann mit 4 Stunden und Tragkraftspritze den Kanal bei Johann Strohmayer in Weißenbach. Am 20. August 1994 mußte in Weißenbach ein PKW von 3 Mann mit dem TLF und dem KLF mit Abschleppachse geborgen werden (6 Einsatzstunden).
Am 15. November und am 26. November wurden bei Karl Schmalzbauer in Grünau und bei Gruber Franz in Kleinmotten der Spaltboden des Rinderstalles gereinigt. 6 Mann waren mit Kleinlöschfahrzeug, Tanklöschfahrzeug und Tragkraftspritze insgesamt 22 Stunden im Einsatz. Weiters mußten 57 Fuhren Wasser für die Ortswasserleitung Kleinmotten (114.000 Liter) transportiert werden, pro Einsatz waren 2 Mann mit dem Tanklöschfahrzeug in Einsatz. Transporte für Privatpersonen erforderten 21 Arbeitsstunden.
HFM Erwin Gruber nahm zum zweiten Mal am Bewerb um das Funkleistungsabzeichen in Silber teil und erreichte mit 294 von 300 möglichen Punkten den 50. Platz.
Beim Bezirksatemschutzleistungsvergleich in Kleinzwettl erreichte Trupp Weißenbach 1 mit 418 Punkten den 39. Rang, Trupp Weißenbach 2 mit 407 Punkten den 50. Platz.
Insgesamt wurden 1994 an Einsatz-, Übungs- und Arbeitsstunden im Zeughaus 905 Stunden geleistet.

Im Jahr 1995 feiert die Freiwillige Feuerwehr Weißenbach das Jubiläum ihres 100jährigen Bestehens. Der Verfasser wünscht den Mitgliedern alles Gute, stets glückliche und gesunde Heimkehr von ihren Einsätzen, viel Erfolg bei allen Unternehmungen und mit "Gut Wehr" einen optimistischen Aufbruch in das nächste Jahrhundert!

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