Kurzgefaßte Geschichte des Ortes Weißenbach

1130 wird Weißenbach erstmalig urkundlich erwähnt in der "prima Fundatio" des Stiftes St. Georgen an der Traisen (heute Herzogenburg). Das Stift besaß hier von 4 Höfen den Zehent und das Zehentdrittel von 6 Höfen. Stifter dürfte der Bischof von Passau gewesen sein. Später wurden 18 Häuser genannt (1688 und 1778), der Ort wuchs in dieser Zeit nicht, da der Ertrag aus der Landwirtschaft nicht mehr Menschen ernähren konnte.

Eng verbunden ist die geschichtliche Entwicklung des Dorfes Weißenbach mit dem Schicksal der Herrschaft Weißenbach. Von dem einstigen stattlichen Herrensitz der Ritter von Weißenbach und ihrer Nachfolger sind heute nur mehr kümmerliche Mauerreste vorhanden. Der Ortsteil wird aber heute noch das "Gschloß" genannt.

An Schreibweisen des Ortsnamens finden wir im Laufe der Jahrhunderte: Weyssenbach, Weissenpach, Wysenbach, Wizenbach, Weisbach bei Illmau, Weißenbach am Reinberg und Weißenbach am Heidenreichsteiner Wald.

Ein Hetel von Wizenbach ist 1142 Urkundszeuge einer Schenkung des Grafen Ottokar von Steier an das Kloster Garsten. 1178 ist Pilgram von Weissenbach Zeuge für das Kloster Gleink (Stmk.). 1297 wird der Ort Weizzenbach (zz = ß) abermals erwähnt.

Häufige Nennungen erfolgen um die Mitte des 14. Jahrhunderts im Zusammenhang mit finanziellen Transaktionen, 1344 kaufte Alber von Puchheim das Dorf. Nach Spekulationen ging ihr Stammsitz dem Geschlecht der Weißenbacher verloren. 1345 kaufte Weikart von Weißenbach die Hälfte der Burg Karlstein.

Von 1351 bis 1381 werden immer wieder verschiedene Weissenbacher bei der Abwicklung von Geschäften genannt (Pacht von Zehent, Belehnung, Kauf und Verkauf, Schenkung, etc.). 1380 verkauften sie ihr Stammschloß und wurden mit der Feste Nonndorf/Wild belehnt. In der Zeit der Hussitenkriege hatte das Dorf schwer zu leiden.

Bis 1521 ist über das Schicksal von Ort und Herrschaft Weißenbach nichts bekannt. Dann erschienen die Peuger als protestantische Herren bis 1622, 1611 war sogar ein lutherischer Prädikant in Weißenbach tätig.

Das Gut wurde den Peugern wahrscheinlich entzogen und an den Freiherrn Ernest von Montrichier verkauft, der auch das Gut Schandachen besaß. Über 150 Jahre bestand der Friedhof in Weißenbach, den der letzte Peuger errichten ließ. Unter Josef II. mußte er 1787 aufgelassen werden und die Toten von Weißenbach in Gastern bestattet werden.

1628 erwarb das Geschlecht der Truckenmiller zu Müllpurgk die Güter der Montrichier (siehe oben). Sigmund Truckenmiller war die treibende Kraft, daß in Gastern 1642 eine eigene Pfarre eingerichtet wurde. Bis dahin war unser Gebiet Teil der "Oberthayinger Pfarre", die bis an den Reinberg reichte (Eggern). Unter den Truckenmiller nahm auch der Ort Weißenbach einen starken Aufschwung. Sie förderten Ort und Kirche sehr. 1706 wurde die Herrschaft Weißenbach an die Ritter von Unkhrechtsberg verkauft, die es 1747 an Graf Nikolaus von Pallfy ab Erdöd auf Heidenreichstein verkauften. 1787 wurde das Schloß demoliert, Damit erreichte auch die Geschichte der Herrschaft Weißenbach ein sichtbares Ende. Die zum Schloß gehörenden Gebäude erwarben 2 Bauern (Winkelbauer, Hörmann). Die Gründe wurden aufgeteilt. Eine 1813 errichtete Zehentscheuer wurde, da sie ab 1898 funktionslos war, verkauft (Erhart).

1842 hatte Weißenbach 43 Häuser und 276 Einwohner, 1934 waren es 50 Häuser mit 256 Einwohnern, 1976 zählte man 42 Häuser und 171 Einwohner.

1958 bekam der Ort Weißenbach eine eigene Ortswasserleitung. 1967 wurde Weißenbach als Teil der Gemeinde Kleinmotten in die Großgemeinde Gastern eingegliedert.

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