3. Die Zwischenkriegszeit und die Zeit des Zweiten Weltkrieges

1919 wurde der Landwirt Rudolf Hörmann zum Hauptmann gewählt, blieb aber nur ein Jahr in dieser Funktion. Am 13. Juli 1919 nahm die FF Weißenbach am Bezirksfeuerwehrtag in Göpfritzschlag teil.

1921 wurden der Gast- und Landwirt Vinzenz Winkelbauer zum Hauptmann und der Landwirt Rupert Schandl zum Stellvertreter gewählt. Kassier wurde der Landwirt Alexius Hörmann, Schriftführer der Kleinhausbesitzer Franz Hörmann, Zeugwart der Landwirt Anton Dangl.

Am 16. 10. 1921 wurde in Gastern das neu errichtete Kriegerdenkmal vom Hw. Propst von Eisgarn feierlich geweiht. Auf seinen Ehrentafeln wurden die Namen aller Gefallenen und Vermißten des 1. Weltkrieges der in Gastern eingepfarrten Gemeinden verewigt. An der Weihe nahmen auch die Gemeindevertretungen und die Freiwilligen Feuerwehren, darunter die FF Weißenbach teil.

Am 26. Februar 1922 wurden zwei neue Glocken für die Filialkirche St. Andreas zu Weißenbach von Pfarrer Florian Spiegl feierlich geweiht. Die alten Glocken hatte man 1916 zur Erzeugung von Kriegsmaterial abliefern müssen. Treibende Kraft zu ihrer Neubeschaffung war der Landwirt Silvester Wagner, der auch Gemeinderat und Feuerwehrmitglied war. Die Feuerwehr Weißenbach nahm durch Ausrückung an der Weihe teil.

Am 9. Juli 1922 wurde anläßlich des 25jährigen Bestandsjubiläums der örtlichen Feuerwehr der "Gautag der Bezirksfeuerwehren" (Bezirksfeuerwehrtag) in Weißenbach abgehalten. Unter den Ehrengästen befand sich auch der Gründungskommandant Oberlehrer Josef Czerny.

"Der Ort war auf das festlichste geschmückt, die Teilnahme, durch prächtiges Wetter begünstigt, sehr lebhaft. Die üblichen Feuerlöschübungen, ausgeführt von den Mannschaften Weißenbach und Gastern, an den Objekten 21 und 22 wurden rasch und richtig ausgeführt."
Vor dem Gautag hatte man noch die desolaten Feuerlöschteiche in kürzester Zeit (4 Tage) in Ordnung gebracht und geräumt.

Wie aus den Eintragungen im Standesbuch hervorgeht, wurde das Kommando Winkelbauer Vinzenz, Schandl Rupert, Hörmann Alexius und Hörmann Franz bis zum Beginn des Jahres 1942 bei jeder Neuwahl bestätigt.

Am 2. Dezember 1932 um 7 Uhr 30 mußte zu einem Brand bei Josef Gruber in Ruders 3 ausgerückt werden. Am 3. Dezember 1932 verstarb der Ziegeleibesitzer Adolf Dangl (Nr. 48) an einem Herzschlag. Er hatte sich, obwohl kein Feuerwehrmitglied, "am Vortage beim Löschen des Brandes beteiligt, half am nächsten Tage beim Reinigen der Feuerlöschgeräte" als ihn der Tod ereilte.

Am 10. Juli 1933 brach um 22 Uhr 15 auf dem Dachboden des Ausgedingestübels vom Haus Nr. 37 (Johann Müllner) ein Brand aus, der das ganze Gebäude einäscherte. Brandursache war vermutlich ein schadhafter Kamin gewesen. Auch ein Nebengebäude der Volksschule (Holzschuppen) war gefährdet und mußte geräumt werden.

Am 20. 11. 1933 brannte um 4 Uhr morgens das Bauernhaus des Julius Winkelbauer, Nr. 3, nieder. Das Vieh konnte gerettet werden (Brandursache unbekannt).

Wesentlich größer war das Brandereignis vom 3. April 1934 in Ruders. Um 19.30 Uhr brach dort im Haus des Maurers Fasching, vermutlich durch einen schadhaften Kamin, ein Brand aus, der auch auf die Nebenhäuser des Webers Franz Gruber und des Landwirtes Franz Zach übergriff, und alle 3 Anwesen einäscherte. Diese waren in Holzbauweise errichtet worden. Bei Fasching verbrannte auch ein Teil des Viehbestandes. Die ausgerückten Feuerwehren Weißenbach, Gastern, Kleinzwettl und Eggern konnten "wegen Wassermangels nicht löschen".

Am 30. November 1934 erfolgte die Wiedererrichtung des Zweigvereines vom Roten Kreuz Waidhofen/Thaya in Weißenbach. Als Mitglieder wurden gemeldet: Ortsgemeinde Kleinmotten, Freiwillige Feuerwehr Weißenbach, Oberlehrer Markowetz, Oberlehrer Grünberger und "Industrielehrerin" (Arbeitslehrerin) i. R. Schandl.

Am 3. Juni 1934 beteiligte sich die FF Weißenbach durch Ausrückung am Bezirksfeuerwehrtag in Gastern anläßlich des 50jährigen Bestandsjubiläums der dortigen Feuerwehr.

Am 15. Dezember 1935 erfolgte um 14 Uhr (wahrscheinlich im Rahmen einer Versammlung) die Dekorierung von Feuerwehrmännern, die 40 Jahre lang "gedient" hatten durch Bezirkshauptmann Hofrat Fritz. Die silberne Ehrenmedaille wurden verliehen an: Dangl Anton, Nr. 51 (84 Jahre); Hörmann Alexius, Nr. 20 (80 Jahre); Dangl Friedrich, Nr. 5; Hörmann Silvester, Nr. 30; Zimmel Heinrich, Nr. 10 und Wagner Silvester, Nr. 25 (57 Jahre).

1935 wurden für Hauptleute und Chargen neue Dienstgradabzeichen eingeführt und mußten umgerüstet werden.

Am 4. November 1937 verstarb der Kleinhausbesitzer Friedrich Erhart - Feuerwehrmitglied; am 17. Feber 1938 verstarb der Ausnehmer Johann Müller, Nr. 1. Er war Gemeinderat, Mitglied des Ortsschulrates und Gründungsmitglied der FF Weißenbach gewesen.

Am 12. März 1938 erfolgte der Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich. Er brachte viele Änderungen im politischen und wirtschaftlichen Leben mit sich. Auch die Freiwilligen Feuerwehren waren davon betroffen.
Am 9. April 1938 abends, am Tag vor der "Volksabstimmung" für den Anschluß an Deutschland fand "in der Schule eine Ansprache und dann ein Propagandamarsch mit Feuerwehr und Schulkindern durch das Dorf mit Sprechchören und nationalen Liedern statt; Gemeinschaftsempfang der Rede des Führers im Gasthaus Winkelbauer; Schluß - Niederländisches Dankgebet".

1939 wurden auf Weisung des Reichsführers SS die (noch) Freiwilligen Feuerwehren in die Deutsche Polizei eingegliedert. Das Vereinsvermögen mußte den Gemeinden übergeben werden. Die Zeit der Freiwilligkeit war damit vorüber. Das äußerte sich nicht nur an der Bezeichnung "Feuerwehr Weißenbach-Kleinmotten", sondern auch in der Bezeichnung der Dienstgrade. Die Hauptleute wurden in Angleichung zu Deutschland zu "Oberführern" bzw. "Truppführern"; die weiteren Dienstgrade waren "Hauptruppmann, Obertruppmann, Truppmann".

Am 1. September 1939 begann mit dem Zweiten Weltkrieg ein Völkerringen, das den Ersten Weltkrieg an Furchtbarkeit und Grausamkeit um ein Vielfaches übertraf.

Am 7. Juni 1942 verstarb der vormalige Kassier Alexius Hörmann.
Die Standesmeldung vom 15. Jänner 1942 besagt, daß von den verzeichneten 29 Mitgliedern 3 Mann zur Wehrmacht eingerückt waren (Winkelbauer Julius, Hörmann Otto, Müller Johann); 2 Mann in Arbeit waren (Wollek Johann in Zlabings, Dangl Johann in Allentsteig) und 2 Reservemitglieder (Hörmann Alexius, + 1942 und Zimmel Heinrich) der Wehr angehörten. Am 11. Feber 1942 mußte auch der Wagner Friedrich Handl einrücken.

Am 13. Jänner 1943 verstarb der bisherige Kommandant der FF Weißenbach, Vinzenz Winkelbauer. Sein Nachfolger ab 18. Feber 1943 war laut Eintragung (mit Bleistift) im Standesbuch Konrad Winkelbauer. Die etwas unklare Eintragung erfolgte ohne nähere Angaben zur Person. Wahrscheinlich war dies eine interimistische Lösung.
Am 18. Juli 1943 fand in Gastern zwischen 21.00 und 22.00 Uhr eine Nachtübung der Feuerwehren Gastern, Weißenbach-Kleinmotten, Frühwärts und der "Feuerwache" Kleinzwettl statt.
Am 1. August 1943 wurden der Tischler Franz Dietl und der Weber Friedrich Dietl zu den Waffen gerufen.
Im offiziellen Standesverzeichnis von 1943 finden wir den 44jährigen Landwirt Julius Winkelbauer als Wehrführer, den Landwirt Rupert Schandl als seinen Stellvertreter, den "Kleinhäusler" Franz Hörmann als Schriftführer und Kassier, den Tischlermeister Stefan Zuba als "Zugsführer", den Bauern Silvester Wagner als Steigerkommandanten, den Landwirt Konrad Litschauer als Spritzenkommandanten, den Bauern Franz Graußam als dessen Stellvertreter, Zeugwart war der Wagnermeister Friedrich Handl, Hornist der Landwirt Alexander Dietl.

Als zur Deutschen Wehrmacht eingerückt wurden 1944 gemeldet: Eggenberger Rupert, Hörmann Adolf, Rausch Franz, Müller Josef, Dangl Franz und Rupp Otto.

Gefallene des Zweiten Weltkrieges: Dietl Franz (vermißt); Rupp Otto (gefallen 1945); Winkelbauer Rupert, Zuba Stefan und Dangl Christian fielen dem schrecklichen Ereignis vom 7. Juni 1945 zum Opfer (Dieses Ereignis wird in der Dokumentation über die Filialkirche von Weißenbach näher beschrieben).

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