4. Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Ende des grauenvollen Krieges im Mai 1945 erfolgte die Gründung der Zweiten Republik Österreich.
Die FF Gastern betrauerte an Gefallenen:

Schandl Franz jun.
Redl Anton
Dimmel Josef
Schrenk Alfred
Wenisch Leopold

In den ersten Nachkriegsjahren finden wir im Brandbuch folgende Brandeinsätze registriert: Am 15. 6. 1947 in Kleinmotten bei Österreicher Johann und Österreicher Eduard und am 13. 7. 1947 in Rohrbach bei Hitz.

Die Aufzeichnungen im Protokollbuch beginnen erst wieder mit der Jahreshauptversammlung vom 15. Jänner 1948.
Am 7. März 1948 wurde die Führung der FF Gastern neu gewählt. Zum Hauptmann wurde der Gastwirt Franz Dimmel, zum Stellvertreter der Betriebsführer Ing. Franz Liebhart gewählt. Schriftführer wurde der Landwirt Johann Wirtl, Kassier der Postmeister Alois Dimmel. Exerziermeister wurde der Landwirt Johann Kainz jun.
In diesem Jahr waren keine Brandeinsätze zu verzeichnen.
Zu Ehrenmitgliedern der FF Gastern wurden ernannt: Franz Schandl mit 55 Dienstjahren, Johann Winkelbauer mit 50 Dienstjahren, Alois Dimmel mit 47 Dienstjahren, Anton Kasses mit 42 Dienstjahren und Johann Dangl mit 40 Dienstjahren.

Im Jahre 1949 wurden dringend notwendig gewordene Renovierungsarbeiten am Zeughaus vorgenommen. Der Fußboden musste betoniert und mittels eines Steingrabens entwässert werden. Ebenfalls wurde der Innen- und Außenputz abgeschlagen und erneuert und die Fassade neu gefärbelt. Weiters wurde das elektrische Licht eingeleitet und das Dach ausgebessert. Die Kosten beliefen sich auf S 3.234,90 und wurden von der FF Gastern aus Eigenmitteln aufgebracht. Die Beleuchtung wurde von der Gemeinde finanziert.
Eine neue Theaterbühne wurde ebenfalls angeschafft. Die Gemeinde finanzierte auch die neuen Bergmützen und den Stoff für 16 neue Blusen.
Die FF Gastern wurde in zwei Züge gegliedert. Im 1. Zug sollten die vollständig ausgerüsteten jüngeren Mitglieder, im 2. Zug die älteren Aktiven Dienst versehen.
Exerziermeister waren Josef Praschinger für den 1. Zug und Johann Hirschmann für den 2. Zug.
Am 7. September wurde zu einem Brand eines Kleefeldes nach Immenschlag ausgerückt. Ein Eingreifen war aber nicht mehr notwendig.

Am 1. September 1950 wurde bei der Wahl des Bezirkskommandos der Hauptmann-Stellvertreter von Gastern, Herr Ing. Franz Liebhart zum stellvertretenden Bezirkskommandanten gewählt, was für die FF Gastern eine besondere Auszeichnung darstellte. Dieses Ergebnis wurde mit "Freude und Genugtuung" begrüßt.
In diesem Jahr wurde auch der Löschwasserbehälter im Unterort beim Friedhofssteg von der Gemeinde erneuert.
Am 8. Februar dieses Jahres brannte im Anwesen des Leopold Redl in Kleinzwettl die Scheune nieder. Die FF Gastern rückte erstmals motorisiert mit einem geliehenen LKW aus.

Am 10. Februar 1951 besichtigte Bezirkskommandantstellvertreter Ing. Liebhart die FF Gastern und am folgenden Tage erfolgte die Neuwahl der Funktionäre. Hauptmann blieb Franz Dimmel, zum Stellvertreter wurde der Landwirt Heinrich Dangl gewählt.
Ein Brand am 3. März 1951 in der Liegenschaft Schuster in Eggern führte zu einer Ausrückung, wieder mit Pferdegespann, doch musste in die Brandbekämpfung nicht eingegriffen werden.
Am 7. Oktober 1951 wurde die FF Gastern abermals vom Bezirkskommandanten Lambert Hornek aus Dobersberg besichtigt. Es gab keinerlei Beanstandungen.

In Anerkennung seiner großen Verdienste um die Feuerwehr Gastern wurde Herr Franz Eigl im Jänner 1952 zum "Ehrenhauptmann" ernannt.
In diesem Jahr scheint der Hauptmannstellvertreter Heinrich Dangl als stellvertretender Bezirkskommandant auf. Gründe für seine Wahl sind nicht angegeben.
Feuerwehr und Pfarrjugend führten gemeinsam das Theaterstück "'s Nullerl" auf. Ein Reinertrag von S 1.000,- wurde erreicht.

In den Jahren 1952 und 1953 wurde unsere Wehr zu keinem Brandeinsatz alarmiert.

Am 14. März 1954 wurde die Führung der FF Gastern neu gewählt. Zum Hauptmann wurde der Schlosser Josef Praschinger gewählt. Er war nicht bereit, die Wahl anzunehmen. Im 2. Wahlgang wurde der Gastwirt Franz Dimmel zum Kommandanten gewählt. Auch er wollte die Wahl nicht annehmen. Der daraufhin notwendig gewordene 3. Wahlgang am 11. April 1954 ergab: Zum Hauptmann wurde der Weber Anton Kasses, zum Hauptmannstellvertreter der Landwirt Heinrich Dangl gewählt.
Am 8. Dezember 1954 ging das Wohnhaus der Maria Gutmann in Gastern in Flammen auf. Die Motorspritze der FF Gastern war beim Einsatz den an sie gestellten Anforderungen nicht mehr gewachsen. Es wurde daher beschlossen, eine neue, stärkere Motorspritze mit 30 PS anzuschaffen. Die Ausführung scheiterte jedoch zunächst am Finanzierungsproblem.
Weiters ergab sich die Notwendigkeit der Anschaffung eines motorisierten Einsatzfahrzeuges. Eine zu diesem Zweck durchgeführte Sammlung ergab S 975,-.

1955 wurde der Hauptmann, Herr Anton Kasses, bei den Wahlen in den Bezirksfeuerwehrausschuss Dobersberg zum Bezirksfeuerwehrrat gewählt.
Eine großangelegte Übung in Kleinmotten vereinigte 55 Männer der Feuerwehren Gastern, Kleinzwettl, Weißenbach und Triglas.

Im Jahre 1956 ging der lang gehegte Wunsch der FF Gastern nach einem eigenen Feuerwehrauto in Erfüllung. Um ca. S 4.000,- wurde ein gebrauchter LKW der Type UNRRA angekauft und für Feuerwehrzwecke adaptiert.

UNRRA - 1956
Erstes Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Gastern
UNRRA - 1956


Im Rahmen einer Festlichkeit sollte dieses Einsatzfahrzeug geweiht werden. Am Abend des 2. Juni 1956 wurde mit einem Fackelzug und dem feierlichen Friedhofsgang sowie einer Kriegerehrung unter Mitbeteiligung des Kriegsopferverbandes der toten Kameraden gedacht.
Am Sonntag, dem 3. Juni 1956, dem eigentlichen Festtage, begann um 13.00 Uhr der Empfang der Geistlichkeit, der Ehrengäste, der Autopatin Frau Leopoldine Böhm aus Kleinmotten und der auswärtigen Feuerwehren auf dem Marktplatz. Sodann erfolgten die Begrüßungsansprachen. Hierauf nahm der Ortspfarrer GR Johann Träxler die feierliche Weihe des neuen Einsatzfahrzeuges und der aufgefahrenen Automobile, Motorräder und Traktoren vor. Auf die anschließenden Fest- und Gedenkansprachen folgte eine Gruppenübung und die Defilierung von mehr als 200 aufmarschierten Feuerwehrmännern beim Kriegerdenkmal.
Nachher fand auf dem Festplatz beim alten Teich ein Gartenkonzert statt. Bei einer gleichzeitig stattfindenden Lotterie wurde als 1. Preis ein 2-Platten-Elektroherd verlost, den Herr Johann Sam aus Garolden gewann. Der festliche Anlass klang mit einem Tanzkränzchen im Gasthaus Dimmel und einem gemütlichen Beisammensein bei Schrammelmusik für die ältere Generation im Gasthaus Popp aus.
Die Einfahrt in das Zeughaus musste wegen der Breite des Einsatzfahrzeuges vergrößert werden. Die beiden alten Löschgeräte, die Hydrophorspritze und die Doppelkolbenspritze wurden wegen des Platzmangels beim Schmiedemeister Hager gegenüber dem Zeughaus untergebracht.
In diesem Jahr verstarb am 24. Jänner nach mehr als 60jähriger aktiver Zugehörigkeit zur FF Gastern der Tischlermeister Franz Schandl.

Am 28. Jänner 1957 wurde erstmals mit dem neuen Einsatzfahrzeug zu einem Brand nach Kautzen ausgefahren.
Bei der Neuwahl des Kommandos am 31. März 1957 wurde der bisherige Kommandant Anton Kasses neuerlich in dieser Funktion bestätigt. Zum Stellvertreter wurde der Dachdecker Ignaz Gratzl berufen.

Die Jahreshauptversammlung beschloss am 8. Jänner 1958, neben dem traditionellen Feuerwehrball auch einen "Satellitenfaschingsrummel" abzuhalten. Dieses Ereignis fand am Faschingsmontag, dem 17. 2. 1958, im Gasthaus Dimmel statt. Ein reichhaltiges Programm mit Glücksspiel, Stehweinhalle, Konditorei, Tanzdiele und Kaffeehaus sowie "Raketenabschussanlagen" lockte viele an. Die Feuerwehr Gastern wurde zum ersten "eingetragenen Mitglied" des "Weltraumforschervereins Gastern" erklärt. Höhepunkt des Abends war der Abschuss einer "Rakete" und damit verbunden der Start eines "künstlichen Erdtrabanten" mit dem stimmungsvollen Namen "Resi Tant'".
Am 8. September 1958 wurde zu einem Brand nach Kleingöpfritz ausgerückt.

1959 beging die Feuerwehr Gastern ihr 75jähriges Bestandsjubiläum. Aus diesem Anlass wurde die schon lange ersehnte, neue Tragkraftspritze der Type VW angekauft. Sie sollte bei diesem Feste ihre kirchliche Segnung erhalten. Die Patin der Spritze war, wie schon 3 Jahre vorher beim 1. Auto, Frau Leopoldine Böhm aus Kleinmotten.
Auch dieser Festtag begann schon am Vorabend (23. Mai 1959) mit dem schon zur Tradition gewordenen Handlungen des Fackelzuges, des Friedhofsganges und der Kriegerehrung. Anschließend daran fand im Gasthaus Popp ein Kameradschaftstreffen der Feuerwehrleute statt.
Am 24. Mai 1959 begann um 13.00 Uhr der Aufmarsch der Vereine, der Empfang der Ehrengäste und der Spritzenpatin. Nach der Begrüßung der Festteilnehmer durch den Kommandanten Bezirksfeuerwehrrat Anton Kasses empfing die neue Motorspritze ihre Segnung und zugleich alle zur Segnung aufgestellten Kraftfahrzeuge. Eine Schauübung demonstrierte die durch das neue Löschgerät verstärkte Schlagkraft unserer Feuerwehr. Nach Abnahme der Defilierung erfolgte der Abmarsch zum Festplatz mit dem für Gasterner Feuerwehrfeste zum festen Programmpunkt zählenden Gartenkonzert. Den Abschluss bildete am Abend eine Tanzunterhaltung im Gasthaus Dimmel.

Die turnusmäßige Neuwahl des Kommandos am 20. Jänner 1960 brachte eine Neubesetzung des Hauptmannstellvertreters. In diese Funktion wurde der Landwirt Johann Kainz jun. gewählt. Sein Vorgänger Ignaz Gratzl wurde zum Oberlöschmeister gewählt. In diesem Jahr verstarben zwei aktive Mitglieder der FF Gastern: Oberlöschmeister Ignaz Gratzl am 24. April und Oberfeuerwehrmann Gustav Pichler am 28. November.

1961 scheint es Meinungsverschiedenheiten in der Wehr gegeben zu haben, da sich der Kommandant Anton Kasses in der Versammlung vom 7. Februar erst "nach Zuspruch der anwesenden Mitglieder" bereit erklärte, seine Funktion weiter auszuüben.
Am 3. November 1961 brach, verursacht durch einen beim Dreschen überhitzten Elektromotor, im Anwesen des Gastwirtes Karl Kainz in Kleinzwettl ein Brand aus, der die Scheune, den Stall, die Einfahrt und Teile des Wohngebäudes vernichtete. 10 Feuerwehren, darunter die FF Gastern, bekämpften den Brand und hatte große Mühe, ein Übergreifen der Flammen auf Nachbarobjekte zu verhindern. Für die neue VW-Motorspritze der FF Gastern war dieser Einsatz "die Feuertaufe".

Auf Grund der Anordnung des Landesfeuerwehrkommandos, im Jahre 1962 Neuwahlen durchzuführen, stellten in der Hauptversammlung am 6. Jänner dieses Jahres der Kommandant Bezirksfeuerwehrrat Anton Kasses, der Schriftführer Johann Wirtl und der Kassenverwalter Alois Dimmel aus Altersgründen ihre Funktionen zur Verfügung.
Die Neuwahl am 23. Jänner 1962 brachte eine Generationsablöse. Zum neuen Kommandanten wurde der 35jährige Fleischhauergehilfe Leopold Strasky, dessen Urgroßvater Franz Strasky der erste Hauptmann der FF Gastern gewesen war, gewählt. Stellvertreter blieb Johann Kainz jun. Schriftführer wurde der Landwirt Alfred Redl und Kassenverwalter der Postadjunkt Leopold Miksch, Zeugwarte wurden der Landwirt Franz Dangl und der Gastwirt Alfred Winkelbauer. Anton Kasses, Johann Wirtl und Alois Dimmel wurden ihre zuletzt innegehabten Funktionen ehrenhalber verliehen.
Einen besonders guten Reinertrag brachte der am 5. März 1962 abgehaltene Feuerwehrball mit 4.646,65 Schilling.
Am 29. April 1962 wurde der langjährige Kommandant und jetzige Ehrenkommandant der FF Gastern Herr Anton Kasses durch die Ernennung zum "Ehrenbezirksfeuerwehrrat" besonders ausgezeichnet. Zur feierlichen Überreichung der Ernennungsurkunde waren Landesfeuerwehrrat Böhm aus Raabs und Bezirkskommandant Hornek aus Dobersberg an der Spitze sämtlicher Bezirksfeuerwehrräte des Bezirkes Dobersberg und Bezirksfeuerwehrrat Hermann aus Frühwärts (Bez. Waidhofen) sowie der Bürgermeister der Gemeinde Gastern, Franz Grünberger, erschienen. 23 Mann der FF Gastern formierten den Ehrenzug. Ein gemütliches Beisammensein im Gasthaus Weissenböck schloss sich an diese Feier. Musikalisch umrahmte den Festakt die Kapelle Eschelmüller aus Frühwärts.
Am 19. 6. dieses Jahres musste infolge starken Regens vor dem Hause Rudolf Steiner ein Kanalschacht gereinigt werden.
In diesem Jahr nahm erstmals eine Bewerbsgruppe unserer Wehr an den Landesfeuerwehrleistungsbewerben am 29. 6. in Waidhofen an der Thaya teil. Das Ziel, der Erwerb des Feuerwehrleistungsabzeichens in Bronze, konnte jedoch nicht erreicht werden.
Da sich das erste Einsatzfahrzeug als zunehmend reparaturanfällig und daher unzureichend erwiesen hatte, wurde der Ankauf eines neuen Löschfahrzeuges der Type Ford Transit, FK 1250, angestrebt. Um die Kosten von S 77.000,- aufzubringen, wurde beschlossen, zur Finanzierung des Vorhabens sammeln zu gehen.

LLF Ford Transit 1250 - 1964
LLF Ford Transit 1250 - 1964


Das Feuerwehrhaus wurde 1962 renoviert. Es bekam ein neues Tor, wurde innen und außen geweißt und die Holzdecke wurde gestrichen.
An Ausrüstung wurden 4 Rauchgasmasken, 9 Steigergurten, 1 Garnitur taktische Zeichen für die Leistungsbewerbe, 1 Halte- und Ventilleine, 1 Mehrzweckstrahlrohr, 1 Übergangsstück A - B und eine Sturmlaterne angeschafft.
Die Sammlung für das neue Löschfahrzeug, an der sich viele Kameraden beteiligten, brachte als Endergebnis S 11.924,- für die Feuerwehrkasse. Für das alte Fahrzeug wurde eine Verkaufssumme von S 3.000,- erzielt. Die Feuerwehr Gastern konnte somit ca. S 15.000,- Eigenmittel für den Ankauf eines neuen Löschfahrzeuges aufbringen. Den fehlenden Betrag von etwa 52.000,- Schilling leistete die Gemeinde, das Landesfeuerwehrkommando subventionierte S 10.000,-. Damit waren die Gesamtkosten von S 77.000,- gedeckt.
Am 21. Juni 1963 wurde das neue Kleinlöschfahrzeug von der Firma Rosenbauer ausgeliefert und im Werk Linz von einigen Mitgliedern unserer Wehr übernommen.
Bei den Landesleistungsbewerben am 22. Juni 1963 in Scheibbs erwarb eine angetretene Wettkampfgruppe der FF Gastern erstmals das FLA in Bronze und erreichte 322 Punkte.
Im Jahre 1963 wurde zu drei Bränden ausgerückt, und zwar am 19. 1. nach Triglas. Auf der Fahrt zum Einsatzort blieb das Löschfahrzeug vor Garolden im Schnee stecken und alles Gerät musste auf Pferdeschlitten umgeladen werden. Dies verzögerte das Eintreffen in Triglas derart, dass ein Eingreifen in die Brandbekämpfung nicht mehr notwendig war.
Der 2. Einsatz dieses Jahres war am 9. Juni nach Engelbrechts. Da das alte Feuerwehrauto bereits verkauft war, rückte die FF Gastern mit Traktor und Anhänger des Herrn Franz Eggenhofer aus.
Am 30. Oktober wurde zu einem Brand nach Großtaxen ausgerückt. Dies war der erste Einsatz für das neue Löschfahrzeug.

Immer Verständnis für ihre Anliegen und Probleme fand die Feuerwehr beim damaligen Bürgermeister von Gastern, Herrn Franz Grünberger. Ihm gebührt auch das Verdienst, die großzügige Subvention für das neue Löschfahrzeug bei der Gemeinde erwirkt zu haben. Die Feuerwehr Gastern hatte in ihm stets einen Gönner und Förderer. Als Dank und Anerkennung für sein Wirken zum Wohle der Feuerwehr wurde ihm anlässlich der Jahreshauptversammlung am 15. Jänner 1964 die Florianiplakette überreicht.
Im März dieses Jahres ergab sich die Möglichkeit, eine Alarmsirene etwas kostengünstiger anzuschaffen. Da sich in den letzten Jahren die bis dahin gepflogene Alarmierung durch Hornsignal als zunehmend unzulänglich erwiesen hatte, wurde die Notwendigkeit dieser Investition erkannt und zu ihrer Tätigung die Zustimmung gegeben.
Am 27. März 1964 wurde die Sirene auf dem Dach des Schlauchturmes montiert und von der NEWAG durch Entgegenkommen des Ehrenbürgers von Gastern und Betriebsdirektors von Waidhofen an der Thaya, Herrn Dipl. Ing. Adolf Kainz, der unsere Wehr schon früher gefördert hatte, kostenlos an das Stromnetz angeschlossen. Gemeinde und Feuerwehr brachten gemeinsam die Anschaffungskosten von S 6.000,- auf.
Am 15. April 1964 feierte Herr Alois Dimmel, Ehrenhauptmann und Ehrenzahlmeister der FF Gastern seinen 80. Geburtstag und das Jubiläum der 62jährigen Zugehörigkeit zu unserer Wehr. Um 19.00 Uhr versammelten sich alle Aktiven und Reservisten im Gasthaus Winkelbauer. In Anwesenheit des Bezirkskommandanten Lambert Hornek begrüßte Kommandant Strasky den Jubilar und dankte ihm für seine treuen Dienste und seine für alle zum Vorbild dienende Kameradschaft. Als Dank und Anerkennung überreichte er dem Jubilar eine schön gestaltete Ehrenurkunde. Herr Dimmel, sichtlich gerührt, dankte für die ihm erwiesene Ehrung und für die zahlreiche Beteiligung an der Feier. Eine Festtafel mit anschließendem gemütlichem Beisammensein schloss diesen schönen Abend.
Um die Einsatzschlagkraft unserer Wehr weiter zu erhöhen und um sich schon vor dem Eintreffen am Einsatzort mit anderen Feuerwehren verständigen zu können bzw. diesen Informationen vom Brandgeschehen zu vermitteln, sollte in das neue Kleinlöschfahrzeug ein AM-Funkgerät eingebaut werden. Da mit den vorhandenen Geldmitteln nicht das Auslangen gefunden werden konnte, beschloss man in einer Vollversammlung die Fortsetzung der Spendensammelaktion. Die Gesamtkosten von S 12.600,- wurden je zur Hälfte von der Gemeinde und von der Feuerwehr aufgebracht. Mitte Juni 1964 wurde das Funkgerät der Type PYE Cambridge in der Landesfeuerwehrschule Tulln in das Einsatzfahrzeug eingebaut. Das Gerät erhielt den Rufnamen 37/20.
1964 wurde zu 5 Brandeinsätzen ausgerückt, und zwar am 12. März nach Großtaxen (Faast), am 16. April zu einem Waldbrand in der CSSR bei Reingers - Althütten (erste Sirenenalarmierung), am 19. Juni wurden im Ortsgebiet Kleinzwettl durch Blitzschlag entzündete Kleeschöber gelöscht. Am 18. August brach im Anwesen des Johann Traun in Reinberg-Heidenreichstein durch Blitzschlag ein Brand aus, der das gesamte Anwesen zerstörte. Die Brandbekämpfung wurde durch die große Entfernung zur nächsten Wasserentnahmestelle (Stockteich) und durch den starken Regen behindert. Am 29. 8. entzündete ein Blitz in Pleßberg ein Wirtschaftsgebäude und am 13. 9. brannten die Wirtschaftsgebäude eines Gasthauses in Peigarten nieder. Bei allen Bränden war die FF Gastern im Einsatz.
Ferner musste am 19. 6., als nach einem heftigen Gewitter der Ortsbach in Gastern über seine Ufer trat, Schwemmgut, das einen Rückstau des Wassers verursachte, entfernt werden. Weiters wurde im Herbst eine Straßenwalze geborgen.
Es war dies die bisher höchste Anzahl an Einsätzen seit dem Bestehen der Feuerwehr Gastern.
Am 21. Juni 1964 hielt die FF Gastern ihre erste Sonnwendfeier ab. Mit Musikbegleitung wurde bei Einbruch der Dunkelheit in einem Fackelzug unter zahlreicher Beteiligung der Ortsbevölkerung zum Abbrennplatz marschiert. Nach einer Ansprache des Neumitgliedes Volksschullehrers J. Lehninger wurde unter Musikumrahmung das Sonnwendfeuer entzündet. Ein kleines Feuerwerk beschloss die Feier im Freien. Erstmals wurde bei dieser Gelegenheit das neue Kleinlöschfahrzeug mit dem Funkgerät der Bevölkerung vorgestellt. Ein gemütliches Beisammensein bei Musik im Gasthaus Weissenböck bildete den Abschluss der Feier. Damit begann im bescheidenen Rahmen, was sich in späteren Jahren als Tradition fortsetzen sollte.
Am 4. Oktober 1964 nahm eine Delegation unserer Feuerwehr unter der Führung von Kommandant BFR Leopold Strasky am Bundesfeuerwehrtag in Wien teil. Die Neuwahl am 6. Jänner 1965 bestätigte Kommandant Leopold Strasky in seiner Funktion, zum Stellvertreter wurde der Landwirt Franz Zimel gewählt. Für seine Wahl war ein 2. Wahlgang notwendig. Alle anderen Funktionäre wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Aus Altersgründen legte Ehrenzahlmeister Alois Dimmel die Führung der Kameradschaftskasse zurück, und der Schlossergehilfe Ernst Reininger jun. wurde zu deren Zahlmeister ernannt.

Am 10. Jänner 1965 vollendete Ehrenbezirksfeuerwehrrat Anton Kasses sein 80. Lebensjahr. Am Abend dieses Tages bewegte sich ein Fackelzug aller Aktiven und Reservisten der FF Gastern vom Gasthaus Weissenböck zum Wohnhaus des Jubilars. Dieser wurde in feierlichem Zug zur Feier ins Gasthaus Weissenböck geleitet. Kommandant Strasky begrüßte die erschienenen Gäste, beglückwünschte den Jubilar zum Achtziger und dankte ihm für seine langjährige erfolgreiche Arbeit in der FF Gastern. Er überreichte ihm eine Anerkennungsurkunde. Bezirkskommandant Hornek überbrachte die Glückwünsche des Bezirkes Dobersberg. Landesfeuerwehrrat Böhm dankte dem Geehrten im Namen des gesamten Feuerwehrbezirkes Waidhofen an der Thaya und hob vor allem die in den 59 Jahren seiner Dienstzeit geleistete Arbeit hervor. Zum Abschluß gratulierte Bezirkskommandantstellvertreter Buschek von Waidhofen und überreichte ein Geschenkpaket. Eine Festtafel und ein gemütliches Beisammensein mit Musik und Austausch von Erinnerungen beschloss den feierlichen Abend.
In der Faschingszeit des Jahres 1965 führte eine Theatergruppe unter der Regie von Pfm Johann Lehninger das Boulevardstück "Charleys Tante" mit großem Erfolg auf. Ein Reingewinn von mehr als S 2.000,- wurde dabei erzielt. Der in diesem Jahr abgehaltene Feuerwehrball brachte einen Reinerlös von S 7.600,-.
Der Ertrag der beiden Veranstaltungen ermöglichte der FF Gastern aus Eigenmitteln die Anschaffung eines 3-Tonnen-Greifzuges von der Fa. Rosenbauer am 15. 4. 1965.
Am 20. März dieses Jahres wurde zu einem Brand nach Kleinmotten (Johann Gratzl) ausgerückt.
Am 10. April besuchte eine Delegation von Feuerwehrfachleuten aus der Gegend von Brno (CSSR), die eine Informationsreise zum Studium der Tätigkeiten der österreichischen Feuerwehren absolvierten, über Anregung von Landesfeuerwehrrat Walter aus Waidhofen unsere Wehr als einzige im Bezirk Dobersberg. Kontakte und Freundschaften wurden geschlossen.
Aus zwingenden persönlichen und familiären Gründen musste Kommandant Leopold Strasky in diesem Jahr nach Eggern übersiedeln. Deshalb musste 3 Wochen vor dem geplanten Bezirksfeuerwehrtag am 27. 6. 1965 das Kommando neu gewählt werden. Zum Kommandanten wurde der Landwirt Franz Zimel und zu seinem Stellvertreter der Straßenwärter Gerhard Mödlagl gewählt. Es war für die beiden sicher nicht leicht, die Wahl so kurze Zeit vor dem zu erwartenden großen Ereignis, wie es ein Bezirksfeuerwehrtag darstellt, anzunehmen. Ihre Entscheidung für die Annahme der Funktionen verdient daher besonders gewürdigt zu werden.
An den Leistungsbewerben des Landes vom 2. bis 4. Juli 1965 in Berndorf nahm abermals eine Wettkampfgruppe unserer Wehr teil und erwarb das Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze mit 306 Punkten. Das angestrebte Ziel, auch das FLA in Silber zu erwerben, wurde nicht erreicht.
Am Sonntag, dem 18. Juli 1965, feierte die FF Gastern ihr achtzigjähriges Bestehen. An diesem Tag sollte auch das neue Einsatzfahrzeug seine kirchliche Segnung erhalten. Gleichzeitig fand auch der Bezirksfeuerwehrtag in Gastern statt. Um 13.00 Uhr an diesem Tag empfing ein vor dem Zeughaus aufmarschierter Ehrenzug der jubilierenden Feuerwehr die auswärtigen Vereine zusammen mit der Musikkapelle aus Reingers mit dem für solche Anlässe üblichen Empfangs- und Meldungszeremoniell.
Bis 14.00 Uhr hatten sich 31 Feuerwehrdelegationen (die Ortsfeuerwehr eingeschlossen) mit insgesamt 314 Mann auf dem Festplatz versammelt. Während diese nun dort Aufstellung nahmen, wurden aus dem Gasthaus Weissenböck die Ehrengäste, unter ihnen die Autopatin Frau Hilde Stransky, vom Ehrenzug, der Musik und den Ehrendamen abgeholt. Als die Ehrengäste auf der Tribüne Platz genommen hatten, hielt Kommandant Franz Zimel die Begrüßungsansprache.
Hierauf gab der Leiter der hiesigen Volksschule, Herr Oberschulrat Franz Loidolt, in seiner Festrede einen Überblick über die Tätigkeit der FF Gastern seit ihrer Gründung vor 80 Jahren.
Daran schloss sich eine Ansprache von Landtagsabgeordneten Franz Rabl. Hierauf nahm Bezirkshauptmannstellvertreter Dr. Gärber die Ehrung und Dekorierung verdienter Feuerwehrmänner vor. Landesfeuerwehrrat Walter betonte in seiner Rede, dass, so sagte er wörtlich, "sich die Gründer dieser Feuerwehr vor 80 Jahren hätten sicher nicht vorstellen können, dass diese Feuerwehr einmal via Funk im Äther erscheinen wird". Dann erfolgte die Segnung des Einsatzfahrzeuges durch den Hochw. Herrn Kaplan Rudolf Pinger und daran schloss sich die Defilierung der 3 Züge der Feuerwehrmänner.
Vor dem Kriegerdenkmal wurde abermals Aufstellung genommen und Kaplan Pinger weihte nach einer kurzen Ansprache das für den Zweiten Weltkrieg ergänzte Mahnmal.
Der Festzug löste sich beim Gasthaus Weissenböck auf, wo die Festtafel für die Ehrengäste stattfand. Ein geplantes Gartenkonzert fiel der kühlen Witterung zum Opfer und wurde in kleinerem Rahmen im Gasthaus aufgeführt. Eine Tanzveranstaltung am Abend beendete diesen für die FF Gastern so festlichen und bedeutsamen Tag.
Seit dem Jahre 1965 ist die FF Gastern auf Grund ihres Ausrüstungsstandes in die 20. F u. B Bereitschaft aufgenommen und zusammen mit den Freiwilligen Feuerwehren Frühwärts, Peigarten, Thaya und Niederedlitz in den 2. Zug eingeteilt worden. Die Ausstattung unseres Kleinlöschfahrzeuges mit Funk brachte ihm die Einteilung als Kommandofahrzeug. Zugskommandant war BFR Anton Hermann aus Frühwärts.
Im Herbst dieses Jahres fand die 1. Übung des 2. Zuges der 20. F u. B Bereitschaft in Dobersberg statt, um das Zusammenspiel der Kräfte zu koordinieren. Kurze Zeit später besichtigte Landesfeuerwehrrat Josef Kast die 20. F u. B Bereitschaft in Waidhofen an der Thaya.

1966
musste die FF Gastern zu 5 Bränden und 3 technischen Einsätzen ausrücken. Ein Brand und ein technischer Einsatz waren im Ort Gastern.
Besonders erwähnt zu werden verdient der technische Einsatz am 27. 7. 1966 in Gastern. Nach einem heftigen Gewitter gingen die Feuerlöschteiche außerhalb des Ortes über und der verrohrte Ortsbach konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen. Eine etwa einen Meter hohe Flutwelle ergoss sich über Ober- und Mittelort und richtete an einigen Häusern beträchtlichen Schaden an. Einige Keller mussten ausgepumpt werden. In Gastern war ein solches Ereignis seit Menschengedenken nicht mehr vorgekommen.
Am 24. 9. dieses Jahres rückte die FF Gastern zur Feier des ersten Spatenstiches für das neu zu errichtende Gemeindehaus, der von Landesrat Roman Resch vorgenommen wurde, aus. Der Plan des Gebäudes schloss auch ein neues Depot für die Feuerwehr ein.
In diesem Jahr verstarben Ehrenexerziermeister Johann Kainz und Ehrenzeugwart Johann Dangl.
Einen schweren Verlust erlitten Gemeinde und Feuerwehr Gastern mit dem Tod von Bürgermeister Franz Grünberger, der in den Jahren seiner Amtsausübung sehr viel für die kommende Strukturverbesserung der Gemeinden getan hatte und immer ein Freund und Förderer unserer Wehr gewesen war. Ehre seinem Andenken!

Im Jahre 1967 war der erste Brandeinsatz am 14. Jänner in Gastern beim Kommandanten der FF Gastern
BFR Franz Zimel, bei dem die Scheune und ein Teil des Schuppens nieder brannten. 16 Mann unserer Wehr leisteten 256 Arbeitsstunden. Weiters wurde noch zu Bränden am 3. 3. in Thaya und am 14. 7. in Frühwärts ausgerückt.
Drei technische Einsätze waren 1967 ebenfalls zu verzeichnen. Am 23. 2. musste in Gastern das durch einen Sturm abgetragene Dach vom Wohnhaus des Tischlermeisters Karl Traun gesichert werden. Ferner wurden am 31. 5. ein Traktor der Fa. Strohmayer aus Thaya und am 1. 6. ein Sattelschlepper der Fa. Wurz aus Eggern geborgen. Bei diesen Einsätzen leisteten 39 Mann unserer Wehr etwa 300 Arbeitsstunden.
Am 17. April 1967 starb Ehrenbezirksfeuerwehrrat Anton Kasses, der langjährige Kommandant der FF Gastern, im 84. Lebensjahr. Ein Ehrenzug der Feuerwehr und viele seiner ehemaligen Kameraden und Bekannten geleiteten ihn zur letzten Ruhestätte.

Die Neuwahl des Kommandos am 11. Jänner 1968 brachte eine Funktionsbestätigung für BFR Franz Zimel, zum neuen Stellvertreter wurde der Landwirt und Weber Alfred Fida gewählt. Ansonsten gab es keine Veränderungen in den Funktionen.
In diesem Jahr waren 6 Brandeinsätze zu verzeichnen, davon 4 in der Gemeinde (18. 4. Zimel, Gastern; 6. 7. Homolka, Kleinmotten; 13. 10. Eggenberger, Immenschlag; 4. 11. Eigl, Garolden). Ebenfalls war ein technischer Einsatz zu verzeichnen (PKW-Bergung in Ruders).
Am 22. 4. dieses Jahres trat BFR Franz Zimel aus persönlichen Gründen von seiner Funktion als Ortskommandant zurück. Dies machte eine Neuwahl notwendig. Am 29. 5. 1968 wurde der Landwirt und Weber Alfred Fida zum Kommandanten, der Schlosser Alois Österreicher jun. (erst im 3. Wahlgang) zum Stellvertreter gewählt.
Durch die Aufnahme von 7 Neumitgliedern wurde der Mitgliederstand auf 39 Mann erhöht. Die Neumitglieder mussten komplett neu ausgerüstet werden, was nicht unbeträchtliche Kosten verursachte.

Im Jahre 1969 wurde die FF Gastern zu 4 Bränden im Gemeindegebiet (14. 2. Wirtl, Frühwärts; 10. 4. Lieb, Garolden; 25. 5. Datler, Garolden; 26. 11. Wais, Kleinmotten) gerufen. Außerdem waren noch Brandeinsätze in Großgerharts und Altmanns (Bez. Gmünd) zu verzeichnen. 32 Mann leisteten 60 Arbeitsstunden. Am 29. 6. 1969 vollendete Ehrenkommandant und Ehrenzahlmeister Alois Dimmel sein 85. Lebensjahr. Aus diesem Anlass fand im Gasthaus Weissenböck eine Feier im Feuerwehrkreis statt.
Am 6. 7. dieses Jahres fand eine Autobusfahrt zu den Intern. Feuerwehrwettkämpfen des CTIF in Krems an der Donau statt. 15 Mitglieder nahmen daran teil.
Bei den Landesleistungsbewerben in Amstetten (15. bis 17. 8.) konnte unsere dort angetretene Wettkampfgruppe wieder das FLA in Bronze erreichen. Silber blieb abermals versagt.
Im Jahre 1969 wurde zugleich mit dem Gemeindehaus auch das neue Feuerwehrdepot fertiggestellt und bezogen.
Im Jahre 1969 hatte der Landtag von Niederösterreich das Feuerpolizei- und Feuerwehrgesetz 1970 verabschiedet. Es brachte einige Veränderungen im juristischen Status der Feuerwehren, sah es doch die Umwandlung der Freiwilligen Feuerwehren von Vereinen in Körperschaften öffentlichen Rechts vor, deren sich die Gemeinde in allen Belangen der Feuerpolizei zu bedienen habe. Die ehemaligen Feuerwehrvereine waren kraft Gesetzes aufzulösen. Im Zuge dieser Veränderungen erfolgte auch die Gliederung in Ortsfeuerwehren, Unterabschnitte, Abschnitte und Bezirke. Neu gestaltet wurden auch die Abzeichen und Dienstgraddistinktionen in Angleichung an das Österreichische Bundesheer.

1970 wurde zu 3 Bränden in der Gemeinde ausgerückt (24. 7. Schandl, Wiesmaden; 20. 11. Leirer, Kleinmotten; 9. 12. Gratzl Kleinmotten). Zwei technische Einsätze waren am 21. und am 22. 3. im Gemeindehaus in Gastern zu verzeichnen (Hochwasser und Brunnen- auspumpen).
Dreimal nahm die Wehr an Leistungsbewerben teil. Am 21. 6. in Heidenreichstein (dort konnte ein Pokal erkämpft werden), am 28. 6. in Pfaffenschlag und am 5. 7. in Kleingöpfritz.

Änderungen in der Zusammensetzung des Kommandos und eine Generationsablöse brachten die Neuwahlen am 3. Jänner 1971. Der im ersten Wahlgang zum Kommandanten gewählte Franz Zimel nahm die Wahl nicht an. Daher erfolgte eine Stichwahl zwischen den beiden nächsten Kandidaten Leopold Bäck und Herbert Mödlagl. Der 25jährige Kraftfahrer Leopold Bäck konnte die Stimmenmehrheit erringen und war neuer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gastern. Zum Stellvertreter wurde der 24jährige Landwirtssohn Herbert Mödlagl gewählt. Ein junges Team hatte die Führung der Feuerwehr übernommen. Den neuen Schwung merkte man gleich an den Aktivitäten.
Um die bei der Feuerwehr immer schlechte Finanzlage aufzubessern, wurde bereits am 31. 1. dieses Jahres ein Preisschnapsen veranstaltet, welches einen Reingewinn von über S 4.000,- erbrachte. Am 15. Mai wurde ein Maikränzchen im Gasthaus Müllner abgehalten.
Am 6. Juni wurde an der 100-Jahr-Feier der Freiwilligen Feuerwehr Waidhofen an der Thaya, am 4. Juli am Abschnittsfeuerwehrtag und an den Leistungsbewerben teilgenommen. Der größte Erfolg war aber zweifellos, dass die Bewerbsgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Gastern unter Führung des neuen Kommandos bei den Landesleistungsbewerben in Stadt Haag zum erstenmal das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber erringen konnte.
Drei Brandeinsätze wurden in diesem Jahr registriert. Ein kleines Kuriosum: Die Wettkampfgruppe, die eben erst voller Euphorie über den Erfolg von den Leistungsbewerben in Stadt Haag zurückgekehrt war und am 11. 7. gegen Abend in Garolden feiern wollte, musste kurze Zeit später zu einem Brandeinsatz nach Kleingerharts ausrücken und gleich ihre Tüchtigkeit unter Beweis stellen.
Weiters wurde zu Brandeinsätzen am 19. 8. (Apeltauer, Peigarten) und am 7. 10. (Groiß, Pleßberg) ausgefahren.
In diesem Jahr verstarben am 10. 5. das Mitglied Ludwig Popp im 69. Lebensjahr und am 4. 12. Ehrenschriftführer Johann Wirtl im 68. Lebensjahr.
Die Ortschaft Frühwärts wurde in diesem Jahr in die Großgemeinde Gastern aufgenommen und die dortige Feuerwehr in den Unterabschnitt Gastern, der nun 4 Feuerwehren umfasste, eingegliedert.

Am 23. 3. 1972 verstarb im 88. Lebensjahr der allseits hoch geschätzte Ehrenkommandant und Ehrenzahlmeister Postmeister Alois Dimmel. Er wurde unter zahlreicher Beteiligung der Ortsbevölkerung und der Feuerwehr auf dem Ortsfriedhof zur ewigen Ruhe bestattet. Wir werden diesem treuen Kameraden immer ein ehrendes Angedenken bewahren.
Ein Brandeinsatz war in der Gemeinde (29. 6. Homolka, Kleinmotten) und zwei außerhalb der Gemeinde (15. 4. Padeck, Peigarten; 21. 12. Schmied, Kautzen).
Am 23. 9. 1972 musste zu einem technischen Einsatz ausgerückt werden. In Ruders/Harmes war auf der Bundesstraße ein mit Sand beladener LKW wegen überhöhter Geschwindigkeit ins Schleudern geraten und hatte einen entgegenkommenden PKW abgedrängt und eingeklemmt. Der LKW stürzte um und blieb mit den Rädern nach oben liegen. Der Lenker blieb unverletzt. Für den Lenker des PKW, Walter Straka aus Frühwärts, kam jede Hilfe zu spät. Die Feuerwehr konnte ihn nur mehr tot aus dem Wrack seines Autos bergen. Der umgestürzte LKW wurde ebenfalls geborgen.
15 Feuerwehrkameraden beteiligten sich an der Blutspendeaktion im Mai dieses Jahres in Waidhofen an der Thaya.
Am 19. 5. und 9. 6. 1972 wurden alle Mitglieder auf ihre Tauglichkeit für den Feuerwehrdienst vom Gemeindearzt Dr. Wimmer aus Thaya untersucht.

1973 wurde am 27. 2. ein technischer Einsatz in Ruders (LKW-Bergung) und am 20. 5. ein Brandeinsatz in Garolden (Jöch) gefahren.
Am 10. Juli 1973 starb Herr Ing. Franz Liebhart im 73. Lebensjahr. 9 Mann unserer Wehr nahmen an seinem Begräbnis in Horn teil. Ing. Liebhart war 1923 in die FF Gastern eingetreten und von 1943 bis 1951 Hauptmann-Stellvertreter gewesen und von 1950 bis 1952 stellvertretender Bezirkskommandant des Bezirkes Dobersberg. Seit 1955 war er unterstützendes Mitglied unserer Wehr. Er hat in den von ihm ausgeübten Funktionen und durch seine Persönlichkeit viel zum Ansehen der FF Gastern beigetragen.

nach oben