5. Die letzten 10 Jahre vor dem Jubiläum

Im Jahre 1974 konnten einige wichtige Anschaffungen getätigt werden. Eine Tauchpumpe, 100 Meter B-, 30 Meter C-Schläuche, 3 Feuerpatschen und weiteres Zubehör zum Greifzug wurden angekauft.
Statt des Feuerwehrballes wurde am 17. 3. ein Preisschnapsen abgehalten.
Am 4. Mai 1974 wurde zugleich mit der alljährlichen Florianifeier das 90jährige Bestandsjubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Gastern in schlichter Form gefeiert.
Der Festakt begann mit dem feierlichen Friedhofsgang. Hernach zelebrierte der Ortspfarrer in der Pfarrkirche die Festmesse. Nachher wurde zum Feuerwehrdepot marschiert, wo Abschnittskommandant Brandrat Loidolt die Festrede hielt. Kommandant HBI Bäck wurde mit dem Verdienstzeichen 2. Kl. des LFV ausgezeichnet. Zum Abschluss fand eine Tanzveranstaltung im Gasthaus Müllner statt.
1974 verstarb das Reservemitglied Karl Weissenböck nach mehr als 40jähriger Dienstzeit.
Am 28. 3. dieses Jahres wurde zu einem Flurbrand nach Grünau ausgerückt.

1975 war für die FF Gastern, was die Einsätze betraf, ein ruhiges Jahr. Ein technischer Einsatz wurde geleistet, als für den neuen Heizöltank der Volksschule mit der TS eine Druckprobe durchgeführt werden musste.
Ferner fand im November 1975 eine großangelegte Übung der vier Feuerwehren des Unterabschnittes Gastern in Wiesmaden statt, bei der der Aufbau einer Relaisleitung bei starker Steigung geprobt wurde.
Die Löschmeister Friedrich Wenisch und Herbert Österreicher erwarben im Oktober dieses Jahres als erste Angehörige unserer Wehr das Funkleistungsabzeichen in Bronze.
Auch 1975 erhielt die Florianifeier wieder einen besonderen Rahmen, als der Ortspfarrer Geistlicher Rat Josef Keil dem neuerrichteten Kriegerdenkmal die kirchliche Weihe erteilte. Zum ersten Mal nach längerer Pause nahmen die Feuerwehren der Gemeinde auch wieder an der Fronleichnamsprozession teil.

Bei der Jahreshauptversammlung am 3. Jänner 1976 war die turnusmäßige Neuwahl des Kommandos fällig. Der bisherige Kommandant Leopold Bäck konnte sich einer Wiederwahl wegen der Übersiedlung in sein neugebautes Haus nach Waidhofen nicht mehr stellen. Die Wahl des Kommandanten fiel auf den vorherigen Stellvertreter Herbert Mödlagl. Zum neuen Stellvertreter wurde der 37jährige Volksschullehrer Johann Lehninger gewählt. Er erklärte jedoch, die Wahl nur für eine Funktionsperiode annehmen zu wollen. Die anderen Funktionen blieben wie in den Vorjahren unverändert.
Noch in der Wahlnacht musste sich das neue Kommando bei einem Einsatz bewähren. Ein heftiger Sturm tobte in unserer Gegend und erreichte Spitzengeschwindigkeiten von 100 km/h und darüber. Gegen 2 Uhr morgens am 4. 1. wurde telefonisch zu einem Einsatz beim Kaufmann Franz Datler in Grünau alarmiert. Der Sturm hatte die Welleternitplatten einer Lagerhalle gelockert und diese mussten niedergeschraubt werden, eine Arbeit, die bei dem herrschenden Sturm zu einigen gefährlichen Situationen führte und nur mit viel Können und auch etwas Glück erledigt werden konnte. Kaum von diesem Einsatz eingerückt, wurde abermals alarmiert. Von der Straße nach Wiesmaden mussten mehrere
umgestürzte Bäume entfernt werden. Bis 1/2 7 Uhr morgens dauerte der Einsatz. Der Sturm hatte auch das Dach des Wohnhauses des Ernst Höher in Gastern beschädigt und dieses musste gesichert werden. Ein turbulenter Auftakt einer neuen Funktionsperiode.
Am 13. Jänner 1976 wurde der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Gastern Herbert Mödlagl auch zum Unterabschnittskommandanten gewählt und erhielt den Dienstgrad Hauptbrandinspektor.
Am 14. Februar wurde statt des Feuerwehrballes im Gasthaus Müllner ein "Bunter Abend" veranstaltet, der bei den Besuchern guten Anklang fand.
Als Vortraining für die bevorstehenden Wettkampfübungen wurde in diesem Winter unter der Leitung von Kommandant-Stellvertreter Johann Lehninger wöchentlich das Feuerwehrturnen im Turnsaal der Volksschule durchgeführt.
Die Umwandlung der bisherigen Versicherung für Feuerwehrangehörige in ein "Allgemeines Hilfswerk" wurde ebenfalls in diesem Jahr vollzogen,
In diesem Jahr wurden getreu dem Wahlspruch der neuen Führung "Jugend in die Feuerwehr" 5 Neumitglieder aufgenommen. Sie wurden neu ausgerüstet und gleich in die Wettkampfgruppe eingegliedert. Diese Gruppe erreichte bei den Landesleistungsbewerben in Waidhofen an der Ybbs das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber.
Außer den genannten technischen Einsätzen gab es weitere technische Einsätze: 4. Juli - Bergung eines umgestürzten Baumes mit dem Greifzug; 14. Dezember - Befreiung eines Kleinbusses aus einer Schneeverwehung.
Zwei Mähdrescherbrände wurden bekämpft und zu einem Brand nach Harmanns ausgerückt.

1977 war ein an Veranstaltungen reicheres Jahr als die vorherigen. Der Feuerwehrball am 26. 2. brachte ein noch nie dagewesenes Reinerträgnis von zweiundzwanzigtausend Schilling.
Ferner wurden am 13. 3. ein Preisschnapsen im Gasthaus Müllner, am 5. 6. ein Autogeschicklichkeitsfahren und vom 23. bis zum 25. Juni eine Sonnwendfeier abgehalten. Alle diese Veranstaltungen brachten überdurchschnittlich gute Reinerträgnisse zu Gunsten der Feuerwehrkasse. Der Kassier konnte mit sichtlichem Stolz berichten, dass in diesem Jahr die "Traumgrenze" von S 100.000,- überschritten worden war.
Einige wichtige Neuanschaffungen wurden dadurch möglich gemacht. Zwei Pressluftatmer der Type AGA mit Reserveflaschen und Masken wurden angekauft. Alle Feuerwehrangehörigen wurden mit Uniformhemden ausgestattet. Eine Rettungsleine und ein Koffer für Erste Hilfe wurden angeschafft. Die wichtigste Investition aber war der am 23. 12. 1977 erfolgte Kauf eines gebrauchten LLF Land Rover 110 F mit Funkgerät, Seilwinde und Leiter von der Stadtfeuerwehr Litschau um den Preis von S 125.000,-. Die Gemeinde hatte sich bereiterklärt, 50 % der Kosten zu übernehmen, die andere Hälfte finanzierte die Feuerwehr selbst.

LLF Landrover 110 F - 1977
LLF Landrover 110 F - 1977


1977 wurde an folgenden Übungen teilgenommen: 3 Atemschutzübungen (Dobersberg Brennerei, Gastern Althaus, Pengershof), 1 Sprengübung (Gastern) und eine Relaisübung der 20. F u. B Bereitschaft auf der Schipiste "Maiswald" in Dobersberg. An den Funkübungen wurde ebenfalls regelmäßig teilgenommen.
Wichtige Arbeiten waren: Ausweißen des Feuerwehrhauses im Februar 1977 und der im Auftrag der Gemeinde vollzogene Abbruch eines Althauses, um für den neu zu errichtenden Kindergarten Platz zu schaffen. Im Zuge dieser Arbeiten war auch der Schuppen dieses Hauses wegzuräumen. Er wurde unter Zuhilfenahme von 3 Fuhrwerken und 2 Frontladern unzerlegt auf einen neuen Standplatz transportiert und dient dort als Geräteschuppen für den Gemeindearbeiter.

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Abtragung eines Althauses durch die Freiwillige Feuerwehr Gastern - 1977


1977 wurden vier technische Einsätze geleistet, davon 3 Fahrzeugbergungen (2 Autos und 1 Traktor) und 1 Traktorvorspann.
Die Bereitschaft der Feuerwehrmitglieder, an der Landesfeuerwehrschule Tulln Lehrgänge zu besuchen, nahm zu. 11 Mitglieder schienen als Kursteilnehmer auf.
Am 18. 11. 1977 erwarben Stellvertreter Johann Lehninger und Fm Johann Wenisch beim Funkleistungsbewerb in Tulln das Funkleistungsabzeichen in Bronze, wobei ersterer 256 Punkte erreichen konnte und bester Bewerbsteilnehmer des Bezirkes Waidhofen an der Thaya war.

Besonders feierlichen Charakter erhielt die Jahreshauptversammlung am 5. Jänner 1978 durch die Anwesenheit von Bezirkskommandant Oberbrandrat Adolf Walter, der dem ebenfalls anwesenden Bürgermeister Josef Fasching das ihm vom Landesfeuerwehrverband verliehene Verdienstzeichen 3. Klasse überreichte und seine Verdienste um das Feuerwehrwesen würdigte.
Am 6. Jänner, 8. Jänner und am 15. Jänner 1978 brachte eine Theatergruppe unter der Spielleitung von Stellvertreter Johann Lehninger im Saale des Gasthauses Müllner das heitere Volksstück "Liebe und Blechschaden" zur Aufführung. Alle 6 Vorstellungen waren ausverkauft.
Ferner wurden am 28. 1. der Feuerwehrball, am 23. - 25. 6. die Sonnwendfeier und am 23. 7. ein Geschicklichkeitsfahren für Autos und Mopeds veranstaltet und brachten überdurchschnittliche Erträge.
Am 19. März 1978 wurde die neue große St. Josefsglocke für die Pfarrkirche geweiht. Eine Löschgruppe der Feuerwehr hatte dabei die ehrenvolle Aufgabe, die Glocke vom Zeughaus unter Beteiligung der gesamten Ortsbevölkerung in feierlichem Zuge zur Weihe in die Kirche zu bringen und nach diesem feierlichen Akt das Aufziehen der Glocke durch einen Kran vorzubereiten. Alles funktionierte hervorragend und etwa eine Viertelstunde nach dem Aufziehen konnte die auf dem Kirchenplatz wartende Menschenmenge den Klang der neuen Glocke zum ersten Mal hören.

Glockenweihe - 1978
Glockenweihe - 1978


1978 gab es 13 technische Einsätze. 5 PKW, 3 LKW und ein Autobus mussten nach Unfällen geborgen werden, ein LKW wurde zum Starten angeschleppt und je einmal wurde einem LKW-Zug auf der Bundesstraße 30 Vorspanndienst mit dem Landrover über den Weißenbacher und den Ruderser Berg geleistet. Schließlich wurde noch eine Suchaktion nach einem vermissten Ortsbewohner durchgeführt. 23 Mann leisteten 229 Arbeitsstunden.
Im Jänner 1978 wurden die C-Fahrer bei einer Übungsfahrt im Wald und auf einem Steilhang mit dem geländegängigen Landrover vertraut gemacht. Im Oktober fand eine Atemschutzübung im Keller des Schlosses in Dobersberg statt. Am 26. 10. fand im Ortsteil Alm eine Relaisgroßübung des Unterabschnittes Gastern statt, bei der auch die Atemschutztrupps eine Menschenbergung aus einem brennenden Haus übten und die FF Frühwärts ihr Leichtschaumrohr vorführte. Auch das Speisen von TS aus einem Vakuumgüllefass wurde praktisch geübt. An den Funkübungen wurde regelmäßig teilgenommen. Wie rege das Interesse an Lehrgangsbesuchen war, geht daraus hervor, dass zu diesem Zweck die Summe von S 9.000,- ausgegeben wurde.
Die Summe der Einnahmen überstieg in diesem überdurchschnittlichen Jahr die Viertelmillionengrenze. Damit konnte die Ausfinanzierung des zweiten Einsatzfahrzeuges und die Anschaffung einiger wichtiger Geräte getätigt werden.
Auch das Feiern kam in diesem Jahr zu seinem Recht. Im Jänner feierte das Reservemitglied Franz Jony sein 50. Wiegenfest, was den Anlass für ein gemütliches Beisammensein mit einer Festtafel gab. Die Reservemitglieder Emmerich Eggenhofer und Stefan Lieb begingen in diesem Jahr das Jubiläum ihrer 50jährigen Zugehörigkeit zur FF Gastern und wurden im Rahmen einer kleinen Feier von Kommandant Mödlagl mit der ihnen verliehenen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Er würdigte in einer Ansprache ihre Verdienste und überreichte jedem der Jubilare einen Geschenkkorb. Nach der allgemeinen Gratulation vereinte ein gemütliches Beisammensein mit dem Austausch vieler Erinnerungen Angehörige der Jubilare und Feuerwehrmitglieder.

Lieb Stefan - Mödlagl Herbert - Eggenhofer Emmerich
Zwei "Fünfziger" - Emmerich Eggenhofer (r.) und Stefan Lieb (l.)
mit dem Kommandanten

Am 11. 8. dieses Jahres fand im Saale des Gasthauses Müllner eine Festsitzung der Feuerwehrangehörigen in Anwesenheit von BR Franz Zach statt. Grund zu diesem festlichen Ereignis war die Verleihung der Florianiplakette an Bürgermeister Josef Fasching. BR Zach betonte in seiner Laudatio, wie sehr sich der Bürgermeister von Gastern seit seiner Amtsübernahme um die Feuerwehren sorge und ihnen in allen Belangen ein eifriger Gönner und Förderer sei. Die Florianiplakette sei ein sichtbares Zeichen des "Dankeschönsagens" von Seiten der Feuerwehr. Bürgermeister Fasching dankte für die ihm erwiesene Ehrung und lud im Anschluss zu einer Festtafel.

1979 wurde abermals von einer Theateraufführung eröffnet. Die fast unveränderte Theatergruppe vom Vorjahr spielte das heitere Volksstück in 4 Akten "Die Widerspenstige". Spielleiter war diesmal Bruno Pischinger. Gespielt wurde am 26. 12. 1978, am 1. 1., 6. 1. und 7. 1. 1979 im Saal des Gasthauses Müllner. Feuerwehrball und Sonnwendfeier waren weitere wichtige Veranstaltungen in diesem Jahr, brachten aber nicht mehr die vorjährigen Erträgnisse.
Am 15. Juli veranstalteten die Angehörigen der FF Gastern auf Einladung des Weinlieferanten Eigner mit ihren Ehegattinnen eine Ausflugsfahrt mit einem Autobus. Auf der Fahrt ins Weinviertel wurde zuerst die Burg Hardegg besichtigt. Das Mittagessen nahm man in Hollabrunn ein. Sodann erfolgte die Weiterfahrt nach Großnonndorf zu unserem Weinlieferanten, wo wir einen schönen Heurigennachmittag und -abend verbrachten.
1979 gab es 11 technische Einsätze und 4 Brandeinsätze, davon 2 im Ort Gastern. Zweimal wurden Vorspanndienste infolge glatter Fahrbahn geleistet, weiters wurden 2 PKW und 1 Autobus nach Unfällen geborgen. 1 PKW wurde nach einem Unfall aus Wien abgeschleppt. Dreimal mussten Verkehrswege freigemacht werden, wobei der Einsatz am 5. 8. am spektakulärsten war. Gegen Mittag geriet ein LKW der Firma Angelmayer, der mit 18 Kälbern beladen war, infolge hoher Geschwindigkeit bei Frühwärts in den Straßengraben und stürzte um. Es kostete einige Mühe, die durcheinandergeratenen Tiere zu befreien. Kaum in Freiheit verteilten sich die eigenwilligen "Viecher" auf die umliegenden Wiesen. Der LKW wurde mit der Seilwinde des Rovers wieder aufgestellt und war nur geringfügig beschädigt. Dann ging das "Wildwestrodeo" des Einfangens der Kälber los und wurde zu einem teilweise erheiternden Schauspiel, konnte aber mit vereinten Kräften bald beendet werden.
Weiters waren noch die Aufräumungsarbeiten nach einem Brand sowie das Fällen eines Baumes zu verzeichnen.

Bergung eines Viehtransporters - August 1979
Bergung eines Viehtransporters - August 1979


Am 16. 2. 1979 um 19.00 Uhr brannte bei Alois Österreicher in Gastern die Scheune nieder. Stark verschmutztes Löschwasser behinderte die Brandbekämpfung.
Am 15. 3. 1979 zerstörte ein Brand bei Steiner Rudolf in Gastern Scheune und Maschinenschuppen. Durch raschen Einsatz mehrerer TS konnte ein Übergreifen des Brandes auf die Nachbarhäuser verhindert werden.
Weiters wurden noch Brandeinsätze in Wiesmaden am 26. 6. und in Eggmanns (Bauer) registriert. Bei diesen insgesamt 15 Einsätzen waren 262 Mann beschäftigt und leisteten 925 Arbeitsstunden. Mit den Einsatzfahrzeugen wurden dabei 570 km gefahren.
Beim Bewerb um das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold konnten alle 5 angetretenen Bewerber von der FF Gastern dieses "Maturazeugnis des Feuerwehrmannes" erlangen. Es waren dies: HBI Mödlagl, Bm Wenisch, Lm Miksch Erwin, Lm Pischinger und Lm Österreicher Herbert.
Dieses Jahr brachte auch die Abgrenzung verschiedener Verantwortlichkeiten. Zuständig für das Funkwesen war Bm Friedrich Wenisch, für den Atemschutz Lm Herbert Österreicher, für den Sanitätsdienst Fm Franz Schalko, die Einsatzfahrzeuge betreute Lm Erwin Miksch.
Neu angeschafft wurden 1 Bolzenschere, 2 CB Handfunkgeräte, 5 B-Schläuche und 5 C-Schläuche.
Im Juli 1979 feierte Herr Heinrich Mödlagl, der Vater unseres Kommandanten, das Jubiläum seiner 50jährigen Zugehörigkeit zu unserer Feuerwehr. Bürgermeister Josef Fasching und Kommandant-Stellvertreter Johann Lehninger nahmen dies zum Anlass, den Jubilar zu beglückwünschen und ihm die verliehene Verdienstmedaille zu überreichen. Stellvertreter Lehninger hob in seiner Gratulationsrede die Treue des Geehrten zur Feuerwehr und seine stete Hilfsbereitschaft hervor. Als kleinen Dank überreichte er einen Geschenkskorb an den Jubilar. Eine kleine Festtafel beschloss diesen feierlichen Abend.
Am 7. 11. feierte das Reservemitglied Herr Stefan Lieb seinen 80. Geburtstag im Kreise seiner Feuerwehrkameraden.
Kaum ein halbes Jahr, nachdem wir mit ihm sein schönes Dienstjubiläum gefeiert hatten, verstarb im November dieses Jahres Herr Heinrich Mödlagl.
Den Leistungsbewerb um das Sprengleistungsabzeichen in Bronze in der Landesfeuerwehrschule Tulln konnte Lm Erwin Miksch als Landesbester absolvieren.

Zu den traditionellen Veranstaltungen wie Feuerwehrball, Florianifeier, Fronleichnam, Sonnwendfeier, Leistungsbewerbe etc. kam 1980 ein Novum. Am 12. 10. veranstalteten die Feuerwehren des Unterabschnittes Gastern ein Fußballturnier aus dem nach harten Kämpfen die FF Kleinzwettl als Pokalsieger hervorging. 2. wurde die FF Gastern, 3. die FF Frühwärts und 4. die FF Weißenbach.
Am 28. 5. 1980 waren die Kommandanten und Stellvertreter des Unterabschnittes Gastern zur Feier des 70. Geburtstages von EHBI Anton Hermann aus Frühwärts eingeladen. HBI Mödlagl gratulierte im Namen des Unterabschnittes. Am 1. 6. kam zur Ehrung des Jubilars alles, was Rang und Namen hatte nach Frühwärts, und im Rahmen des von der Ortsfeuerwehr veranstalteten Kirtages wurde der Siebziger offiziell gefeiert.
1980 gab es 11 Einsätze, davon 8 technische, 2 Brandsicherheitswachen und einen Brandeinsatz. 2 LKW wurden geborgen (3. 1. und 20. 8.), ebenfalls geborgen wurde am 8. 1. ein Tankwagen der Fa. Texaco Wien. Die Situation war deshalb kritisch, da der Sattelschlepper in der Nähe eines Quellschutzgebietes abgestürzt war. Nur unter großen Anstrengungen konnte das Fahrzeug wieder flottgemacht werden. Ferner wurden 3 PKW und 1 Kleinbus geborgen und ein undichter Öltank ausgepumpt.

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Bergung eines Lastkraftwagens - August 1980


Ein Brand zerstörte am 11. 11. in Immenschlag eine Stallscheune.
Ansonsten wurden noch die Tore zum Zeughaus mit einem neuen Anstrich versehen und bekamen die Aufschrift "FEUERWEHR". Die Fassade wurde ebenfalls neu gestaltet.
Sehr wichtig war auch die Vorführung von Pressluftatemschutzgeräten in der Volksschule, die von BI Johann Lehninger, Lm Bruno Pischinger und Lm Herbert Österreicher durchgeführt wurde. Die Kinder wurden in einem Vortrag auf diese Einsatzmöglichkeit hingewiesen und konnten im Anschluss daran praktisch erleben, wie aus einem "normalen Menschen" ein Atemschutzmann wird. Dabei wurde betont, dass in Gefahrensituationen die Retter so aus- sehen könnten und dass kein Anlass zur Furcht gegeben sei.
Im April wurde bei noch winterlicher Witterung eine Großübung des Unterabschnittes Gastern abgehalten. Der Sanitätstrupp der FF Gastern kam bei der Bergung eines Verletzten ebenso wie der Atemschutz zum Einsatz, Lagerung von Gas und gefährlichen Stoffen bildeten ein zusätzliches Hindernis. Trotz kleiner Mängel zeigte sich, dass die Feuerwehren im Ernstfall gut zusammenarbeiten.
Am 2. 11. fand noch eine Übung der 20. F u. B Bereitschaft in Karlstein und am 29. 11. eine Einsatzübung im Neubau des Krankenhauses Waidhofen a. d. Thaya (mit Atemschutz) statt.
Beim ersten Bewerb um das Feuerwehrfunkleistungsabzeichen in Silber am 6. Dezember 1980 nahmen von der FF Gastern Lm Herbert Österreicher, Fm Rudolf Dangl und Fm Leopold Hermann teil und erwarben das Funkleistungsabzeichen in Silber.
Neu angeschafft wurden 1980 unter anderem ein 12 t Wagenheber, 1 Werkzeugsatz und eine handbetriebene Seilwinde für den Schlauchturm sowie 8 Säcke Ölbindemittel.

Die Neuwahl des Kommandos am 6. Jänner 1981 bestätigte den Kommandanten Herbert Mödlagl in seiner Funktion. Stellvertreter wurde der Gemeindearbeiter Herbert Österreicher, Kassenverwalter der Gemeindesekretär Johann Datler. Der bisherige Kassier Lm Leopold Miksch behielt diese Funktion "ehrenhalber".

Kommando 1981
Die Mitglieder des Kommandos der
Freiwilligen Feuerwehr Gastern - 1981

Befördert wurden Johann Datler zum Verwaltungsmeister, Alfred Redl jun. und Franz Widhalm zum Löschmeister und Lm Erwin Miksch wurde zum Atemschutzwart ernannt.
4 Neumitglieder wurden aufgenommen.
Im März 1981 wurde der Kommandant der FF Gastern, Herbert Mödlagl, zum Abschnittskommandant-Stellvertreter des Abschnittes Dobersberg gewählt und führt den Dienstgrad Abschnittsbrandinspektor.
Die aktiven Mitglieder der FF Gastern wurden in zwei Züge und 4 Löschgruppen eingeteilt.

1. Zug: Zugskommandant OBm Franz Zimel

1. Gruppe: Gruppenkommandant Lm Bruno Pischinger
2. Gruppe: Gruppenkommandant Lm Johann Lehninger

2. Zug: Zugskommandant Bm Friedrich Wenisch

3. Gruppe: Gruppenkommandant Lm Erwin Miksch
4. Gruppe: Gruppenkommandant Lm Franz Widhalm

Im Rahmen des Gottesdienstes bei der Florianifeier am 3. Mai wurden erstmals die neuaufgenommenen Jungmitglieder aller Feuerwehren des Unterabschnittes feierlich angelobt.
Am 30. und 31. 5. hielt die FF Gastern ein Maikränzchen ab, am 26. 6. die Sonnwendfeier, die ein Teil der Jubiläumsfeierlichkeiten anlässlich "75 Jahre Pfarrkirche, 50 Jahre Marktgemeinde und 90 Jahre Gendarmerieposten Gastern" am 27. und 28. 6. 1981 war und deren Höhepunkt am 28. 6. der Besuch von Landeshauptmann Siegfried Ludwig war.
Bei den Bezirksleistungsbewerben in Großsiegharts konnte eine der teilnehmenden Bewerbsgruppen der FF Gastern einen 3. Platz und damit erstmals einen Pokal erobern.
Beim Saugerkuppelwettbewerb am 26. 7. in Rudolz belegten unsere Gruppen einen 3. und einen 11. Platz.
Am 27. 9. fand wieder das Fußballturnier des Unterabschnittes Gastern in Frühwärts statt. Ergebnis:
1. Frühwärts, 2. Gastern, 3. Kleinzwettl, 4. Weißenbach.
Am 19. 12. fand im Gasthaus Müllner eine Weihnachtsfeier für die Feuerwehrmitglieder, ihre Ehegattinnen und die freiwilligen Helferinnen und Helfer statt.
An Neuanschaffungen wurden 1981 getätigt: 1 Schultermegaphon, 1 Pressluftatmer und 11 Regenschutzjacken.
Die Einrichtung des Feuerwehrhauses wurde mit einer Einsatzgarderobe, einem Spindblock und einer Sitzecke komplettiert, ferner wurde eine WC-Anlage für die Veranstaltungen gebaut und 1000 Stück Feuerzeuge mit der Aufschrift "100 Jahre FF Gastern" angeschafft.
Die Einsatzstatistik umfasst 1981 10 technische Einsätze, davon 1 Bergung eines Holzfuhrwerkes am 13. 2., die Reinigung einer Jauchegrube unter Einsatz von Atemschutz am 30. 6., die Entfernung eines Baumstockes am 23. 7., am 11. 9. Reinigen von Kanälen in Gastern und Garolden, am 1. 10. eine Bachbettreinigung und am 16. 10. die Sprengung eines Baumstockes. Ferner wurden am 20. 11. und am 4. 12. je ein verunglückter PKW geborgen.
3 Sicherungsdienste bei Veranstaltungen wurden geleistet, und zwar am 28. 2. Brandsicherheitswache beim Sängerball, am 21. 3. Sicherungsdienst bei der Schneerosenrallye in Kleinmotten und am 23. 5. beim Liederabend der Singgemeinschaft Gastern. Weiters wurde zu 2 Brandeinsätzen ausgefahren, und zwar am 24. 10. bei Winkelbauer in Weißenbach und am 14. 11. bei Kreutzer in Garolden. Bei diesen Einsätzen leisteten 109 Mann 235 Arbeitsstunden.
Am 11. 9. 1981 fand eine Relaisübung des Unterabschnittes Gastern in Frühwärts statt, am 25. 10. eine Übung der 20. F u. B Bereitschaft in Dobersberg, bei der auch das Überqueren der Thaya geübt wurde.
Ferner wurden auch Wettkampfübungen, Atemschutz- und Funkübungen regelmäßig beschickt.
Lm Bruno Pischinger wurde zum Sachbearbeiter für das Sanitätswesen des Abschnittes Dobersberg ernannt, Bm Friedrich Wenisch nahm an der Ausbildung für Fluglotsen zur Bildung einer Basisgruppe teil.

Das Jahr 1982 stand zum Großteil bereits im Zeichen der Vorbereitung des Jubiläums "100 Jahre FF Gastern" im Juni 1983. So wurde ein Komitee für die Verfassung einer Festschrift gebildet, das auch gleichzeitig eine Ausstellung über "100 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Gastern" gestalten soll. Weiters soll ein Sonderpostamt unter der Patronanz des BSV Grenzland Heidenreichstein geöffnet sein.
Von mehreren Feuerwehrausrüstern wurden Angebote über Tankrüstlöschfahrzeuge eingeholt und solche Fahrzeug auch besichtigt. Die am 11. 5. 1982 erfolgte Abstimmung über den Ankauf eines solchen Fahrzeuges wurde mit 18 : 4 Stimmen zu Gunsten der Fa. Rosenbauer entschieden. Das Fahrzeug (Steyr 691) wurde am 11. 6. dieses Jahres bei obengenannter Firma bestellt. Kostenpunkt: S 1,640.215,30. Als Auslieferungstermin wurde Mitte Mai 1983 festgesetzt.

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Für die bei der Delegiertenversammlung in Dobersberg beschlossene Veranstaltung des Bezirksfeuerwehrtages mit Leistungsbewerben 1983 in Gastern musste schon eine Menge organisatorischer Vorarbeit geleistet werden.
Lm Alfred Redl jun. und Rudolf Dangl erwarben das Feuerwehrleistungsabzeichen in Gold.
Im Oktober wurde das LLF Landrover an die Freiwillige Feuerwehr Porrau bei Göllersdorf um den Betrag von S 86.000,- verkauft.
In diesem Monat wurde auch OFm Rudolf Dangl zum Sachbearbeiter für das Funkwesen im Abschnitt Dobersberg gewählt.
Am 13. 11. 1982 wurde in der Großgemeinde Gastern eine Spendensammlung für das neue Tankrüstlöschfahrzeug veranstaltet und brachte ein Ergebnis von ca. S 75.000,-.
Im Jahre 1982 waren 11 technische Einsätze zu leisten und zwar am 8. 1. eine Brunnensprengung, am 10. 1., am 7. 2., am 12. 4., am 22. 6., am 23. 7. und am 13. 11. die Bergung von Kraftfahrzeugen nach Unfällen und damit verbunden mussten viermal Verkehrswege freigemacht werden. Weiters wurden am 29. 3. mit dem Greifzug Sträucher auf dem Sportplatz entfernt, am 17. 5. zwei Kanäle gereinigt und am 19. 7. und 2. 8. zwei Brunnen ausgepumpt und gereinigt. Am 13. 2. und am 15. 5. wurde bei Veranstaltungen der Singgemeinschaft Gastern die Brandsicherheitswache übernommen. Brandeinsätze gab es am 11. 2. in Gastern (Österreicher), am 28. 6. in Wiesmaden (Böhm) und am 23. 8. in Garolden (Kreutzer, Mähdrescherbrand).

Anlässlich der Jahreshauptversammlung im Jubiläumsjahr 1983 wurden folgende Neumitglieder aufgenommen: Dangl Gerhard, Hirschmann Herbert, Wagner Alfred. Die Reservemitglieder Emmerich Eggenhofer und Stefan Lieb feierten ihr 55jähriges Dienstjubiläum. Im März verstarb das aktive Mitglied Alfred Jony im 54. Lebensjahr.

Wir blicken nun auf eine hundertjährige Geschichte zurück. Es gab in dieser Jahrhundertspanne, die aber doch nur ein winziger Tropfen im Meer der Zeiten ist, viele Höhen und Tiefen zu überwinden. Unsere Gründer haben uns das Beispiel der Treue und Kameradschaft und des Immerbereitseins für den Nächsten vorgelebt. Wir wollen diese Tugenden hochhalten und sie weitergeben an die, die nach uns kommen, und das neue Jahrhundert, was immer es auch bringen wird, mit Freuden begrüßen.

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