1. Von der Gründung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

In der näheren und weiteren Umgebung von Gastern waren etwa von 1870 an schon einige Feuerwehren gegründet worden: Waidhofen an der Thaya 1874, Thaya 1879, Kautzen 1882, Dobersberg und Vitis.

Der Wunsch nach einer eigenen Feuerwehr scheint auch in Gastern schon längere Zeit vorhanden gewesen zu sein. Aus einem Protokoll, aufgenommen bei einer Gemeindesitzung, wissen wir, dass am 16. September 1883 beschlossen wurde, für die Katastralgemeinde Gastern eine Feuerspritze anzuschaffen. Die Kosten sollten einerseits durch freiwillige Beiträge der Ortsbewohner, andererseits von der Gemeindekasse gedeckt werden. Sollten dann noch Restkosten sein, wollte man sich mit Bittgesuchen zu deren Übernahme an den Kaiser und den k. u. k. Landesausschuss wenden.

Aus einer dem Protokoll beigeschlossenen Sammelliste ist zu entnehmen, dass die Einwohner von Gastern etwa 200 Gulden zur Anschaffung der Feuerspritze beisteuerten. Weder über die Höhe des Beitrages der Gemeindekasse noch über sonstige Zuschüsse ist etwas bekannt.

Ältere Kameraden berichteten, dass die erste Feuerspritze von Gastern eine fahrbare Hydrophorhandspritze war. Über Kosten und Lieferfirma ist nichts bekannt. Sie stand sehr lange in Verwendung und fiel erst in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts dem Platzmangel zum Opfer.

Hand in Hand mit der Anschaffung der Feuerspritze wurde auch an die Gründung einer Feuerwehr geschritten. Im Dezember 1883 genehmigte der Gemeindeausschuss "vollinhaltlich" die Statuten einer zu gründenden Freiwilligen Feuerwehr Gastern. Sie wurden zur weiteren Entsprechung an die k. u. k. NÖ Landesstatthalterei eingereicht. Diese bescheinigte unter Aktenzahl 6347 vom 10. 2. 1884 den Bestand des Vereines nach den eingereichten Statuten kraft Gesetzes.

Die schriftlichen Unterlagen aus der Zeit der Gründung sind sehr dürftig und beschränken sich im wesentlichen auf die Stammliste und das Brandbuch der FF Gastern.

Aus diesen Büchern erfahren wir, dass im April des Jahres 1884 36 umsichtige und unternehmungsfreudige Männer die FF Gastern ins Leben riefen.

Als erster Hauptmann ist uns der 44jährige Fleischhauer Franz Strasky, als erster Stellvertreter der Fabrikant Carl Krenn überliefert. Als "Exercirmeister" finden wir den Schmied Adalbert Schweighart, als Zeugwart den Bauern Johann Hummel, Kassier war der Bauer Engelbert Mödlagl, Schriftführer der Gastwirt Anton Dimmel. Als Zugsführer der Steiger scheint der Tischler Christian Schandl, als sein Stellvertreter der Weber Johann Endl auf.

Zugsführer der Spritzenmänner war der Gastwirt Alexander Datler, sein Stellvertreter der Bauer Johann Müller, Zugsführer der Schutzmannschaft war der Bauer Engelbert Mayer, sein Stellvertreter der Bauer Ferdinand Datler. Hornisten waren die Bauern Georg Schinner und Josef Zimmel.

Steigermannschaft: Böhm Leopold (Weber), Loidolt Franz (Bäcker), Loidolt Virgilius (Schuster), Dangl Ferdinand (Bauernsohn), Heß Eduard (Weber), Ratzenberger Johann (Schuster) alle aus Gastern, ferner Fida Lorenz (Zimmermann) aus Triglas und Schaißl Karl (Zimmermann) aus Ruders.

Spritzenmannschaft: Biedermann Leopold (Bauer), Eggenhofer Johann (Bauer), Fida Leopold (Weber), Popp Johann (Weber), Popp Heinrich (Weber), Loidolt Vinzenz (Bauer), Litschauer Matthäus (Bauer), Schauer Liborius (Müller) alle aus Gastern.

Schutzmannschaft: Dangl Florian (Bauer), Dangl Leopold (Bauer), Deimel Leopold (Maurer), Schlosser Franz (Müller), Eder Anton (Bäcker), alle aus Gastern, und Braith Franz (Fabrikant) aus Frühwärts.

Über den Umfang der ersten Ausrüstung ist wenig bekannt. Einige Leinengurten der Steiger mit den dazugehörigen Seilen, sowie mehrere Helme, ein Signalhorn und ein Hupenhorn ist alles, was noch erhalten ist.
Ebenfalls aus Berichten der älteren Kameraden ist bekannt, dass die FF Gastern außer der Hydrophorspritze noch einen Mannschaftswagen für ein Pferdegespann besaß, mit dem aber nur zu feierlichen Anlässen ausgefahren wurde.

Beide Fahrzeuge waren bis zum Bau des ersten Feuerwehrhauses im Jahre 1886 in der Einfahrt des Hauses Eggenhofer im Mittelort abgestellt.

Ihre ersten Bewährungsproben hatte die neugegründete Feuerwehr sehr bald zu bestehen. Im Brandbuch finden wir im Gründungsjahr 3 Brände verzeichnet. Der erste Brand, die "Feuertaufe", war in Immenschlag, ist aber weder datiert noch genauer beschrieben Wir erfahren nur, dass die FF Gastern anwesend war.

Vom zweiten Brand in Wiesmaden ist ebenfalls die Anwesenheit der FF Gastern bekannt gegeben. Außerdem wird beschrieben, dass "Dachwerk vom Hausstock und Stall sowie die Scheuer" abbrannten. Über die Hausbesitzer ist nichts bekannt.

Am 27. Juni 1884 um 5 Uhr nachmittags brach in Garolden im Anwesen Traxler vermutlich durch Blitzschlag (der Brandbuchführer schreibt in seinen Anmerkungen von strömendem Regen) ein Brand aus, dem "das Dachwerk des Hauses und des Stalles sowie die Scheuer" zum Opfer fielen. Die FF Gastern bekämpfte den Brand mit 14 Mann. Die Wasserversorgung war nicht zufriedenstellend. Sie erfolgte "aus einer kleinen Pfitze" in der Nähe des Brandobjektes.

1885 ist kein Brand verzeichnet. Im Jahre 1886 ist ein Brand in Triglas zu verzeichnen, der "wegen starken Regens zu spät gesehen" wurde. Die mit 6 Mann ausgerückte FF Gastern kam nicht zum Einsatz. In diesem Jahr wurde auch das Spritzenhaus im Mittelort gebaut.

1887 wurde nach Ablauf der ersten Wahlperiode der bisherige Stellvertreter, der Fabrikant Carl Krenn, zum Hauptmann gewählt. Stellvertreter wurde der bisherige Zugsführer der Steiger, der Tischler Christian Schandl. Zugsführer der Steiger wurde der Bäcker Franz Loidolt. Der bisherige Kommandant Franz Strasky schied aus der Feuerwehr aus.
In diesem Jahr rückte die FF Gastern am 5. Juni um 10 Uhr abends mit 8 Mann zu einem Großbrand nach Großtaxen aus, bei dem 6 Häuser nebst Stall und 7 Scheuern nieder brannten. Der Brand wurde gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren Kautzen, Dobersberg und Niederedlitz bekämpft.
Zu einem Brand am 21. 6. 1887 in Hollenbach wurde zwar mit 7 Mann ausgerückt, aber "wegen der zu weiten Entfernung umgekehrt".
Am 14. August 1887 wurde mit 9 Mann zu einem Brand zweier Scheuern in Kautzen ausgerückt, am 11. 9. dieses Jahres zu einem Brand in Weißenbach mit 4 Mann. "Stübeldach, Stall und Scheuer" eines Anwesens brannten ab. Im Einsatz war auch die FF Eggern. Zum erstenmal vermerkt hier der Brandbuchführer auch die Hilfeleistung durch Ortsbewohner.
Ein furchtbares Ereignis war der Brand am 27. 9. 1887, bei dem in Tiefenbach 21 Häuser ein Raub der Flammen wurden. An diesem Tag scheint sich alles gegen die FF Gastern verschworen zu haben. Wegen "Mangels an Pferden konnte erst mit einer Stunde Verzögerung" mit 7 Mann ausgerückt werden. Die Wasserbeschaffung am Brandort war auch "nicht am besten".
Am 11. 9. 1887 wurde mit 8 Mann zu einem Brand nach Goschenreith ausgerückt.

Im Jahre 1888 erschienen erstmals die Statuten der FF Gastern als Druckwerk im Selbstverlag der Wehr. In diesem Jahr wurde am 16. April mit 9 Mann zu einem Brand in Kautzen und mit 8 Mann zu einem Brand nach Merkengersch ausgerückt.

Am 15. 4. 1889 brach in der "Garoldsmühle" bei Ferdinand Toifl ein Brand aus, dem "das ganze Mühlgebäude, das Mahlwerk und die Scheuer" zum Opfer fielen. Die FF Gastern mußte, "da nicht leicht ein zweites Pferd zu bekommen war", einspännig ausrücken.

Am 15. Mai 1890 verabschiedete der Gemeindeausschuss von Gastern eine Feuerlöschordnung für die Gemeinde. Sie wurde am 30. 8. 1890 von der k. u. k. Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya genehmigt und enthält einige recht interessante Passagen. In den allgemeinen Pflichten bei Bränden wird festgelegt, dass, falls die Feuerwehr nicht ausreicht, "jeder taugliche Einwohner, ob Hauseigentümer oder Mietpartei, verpflichtet ist, angemessene Hilfe bei den Spritzen oder bei der Wasserbeschaffung zu leisten". Hilfeverweigerung war strafbar. "Wer nicht zur Arbeit verwendet wird, darf sich auf dem Brandplatz nicht aufhalten und sind alle müßigen Zuschauer, besonders Kinder vom Brandplatze selbst oder dessen nächster Nähe fernzuhalten."
Hausbesitzer waren verpflichtet, "folgende Geräte in gutem Zustande an passenden und leicht zugänglichen Orten bereitzuhalten: Einen Bottich, eine Laterne in gutem Zustande, eine Leiter, welche bis zum Dach reicht, 3 Löscheimer oder andere Wassergeschirre, einen Feuerhaken, 2 Feuerpatschen".

Über die Wasserbeschaffung ist zu lesen: Wenn Spritzen und Wasserwagen nicht ausreichend Wasser herbeischaffen können, "sind Eimerketten herzustellen. Jeder Einwohner ist verpflichtet sich zum Wasserreichen verwenden zu lassen. Zur Winterszeit muss, um das Einfrieren der Löschmaschinen zu verhindern, in den benachbarten Häusern, besonders bei Gewerbetreibenden, welche Kesseleinrichtungen haben, heißes Wasser bereitet und den Spritzen zugetragen werden."

Der Löschrayon der FF Gastern umfasste: Gastern, Ruders, Weißenbach, Kleinmotten, Engelbrechts, Triglas, Kleingerharts, Kautzen, Pleßberg, Garolden, Holzmühle, Frühwärts, Eggmanns, Thaya, Kleinzwettl, lmmenschlag, Kleingöpfritz, Ranzles, Wiesmaden und Illmau. Bei auswärtigen Bränden durfte nie mehr als ein Löschzug ausfahren. Bei Großbränden durfte auf Ansuchen auch weiter entfernt ausgefahren werden.

"Mindestens einmal im Jahr findet die Feuerbeschau statt." Sie umfasst die "Beschau der vorgeschriebenen Geräte, die Kontrolle der Rauchfänge, der Aschenbehälter und die Aufdeckung feuergefährlicher Übelstände, Handlungen und Unterlassungen sowie die Einhaltung der Bestimmungen der Bauordnung." "Zimmerleute und Maurer haben sich bei einem Brand mit Brechwerkzeugen versehen bei der Löschleitung zu melden, welche ihnen etwaige Arbeiten beim Abtragen, Einreißen etc. zuweist."

"Der Arzt ist zu ersuchen, sich in der Nähe des Standortes der Löschleitung einzufinden und zu etwaiger Hilfeleistung bereitzuhalten."

Vorsichtsmaßregeln zur Brandverhütung betreffen die Rauchfangreinigung, die Aufbewahrung feuergefährlicher Güter durch "Handelsleute", die Lagerung von Brennstoffen, Heu oder Stroh in Kaminnähe, das Löschen von entzündetem Schmalz (damals waren die meisten Feuerstellen offen, sogenannte "Schwarze Kucheln"), Hantieren mit offenem Licht und Feuer etc.

In den Strafbestimmungen werden für Nichtbefolgung die gesetzlichen Folgestrafen und vom Gemeindeausschuss noch dazu Strafen bis zu 100 Gulden oder Arrest bis zu zwanzig Tagen angedroht.

Brände waren im Jahre 1890 nicht zu verzeichnen.

Im Archiv der FF Gastern findet sich auch noch ein interessantes Schriftstück. Es stammt aus dem Jahre 1891 und wurde vom Bezirksfeuerwehrkommandanten Franz Eberl aus Thaya verfasst und ausgesandt und enthält eine Erklärung der Landesverbandssignale für Hornisten. Im Schlusswort empfiehlt der Verfasser "fleißiges Signalschulen mit der Mannschaft".

1891 brannte in der Triglasmühle bei Fack das Ausnahmsstüberl ab.

Am 6. April 1892 brach in Grünau bei Simon Datler ein Brand aus, der Hausgebäude samt Stall und Scheuer vernichtete. Wasser konnte nur aus einem "ziemlich weit entfernten Tümpel" beschafft werden. Die Ortsbewohner wurden "von einem anwesenden Gendarm zum Pumpen beordert".
Am 28. 6. 1892 brannte in Frühwärts "beim Dallinger" das Hausgebäude samt Schupfe nieder. Die Wasserbeschaffung war "elend schlecht, da das Wasser aus zwei tiefen Brunnen herausgedreht werden mußte". Also "konnte nicht viel Hilfe geleistet werden".

1894 wurde mit 8 Mann zu einem Waldbrand in Gastern bei Ignaz Dangl ausgerückt, am 4. Oktober zu einem Brand nach Kleingöpfritz mit 16 Mann.
Ein schreckliches Ereignis für Gastern war der Brand vom 24. April 1894 um 3 Uhr nachmittags, bei dem die Häuser Nr. 12 (Ferdinand Dangl), Nr. 41 (Winkelbauer), Nr. 11 (Johann Eggenhofer) und Nr. 10 (Matthäus Litschauer) gänzlich nieder brannten. Die gesamte Ortsbevölkerung half "tätigst" bei der Brandbekämpfung mit.
Besonders tragisch bei diesem Brand war, dass die Gattin des Ferdinand Dangl noch einmal, um Hausinventar zu retten, in das brennende Wohngebäude lief. Das in Flammen stehende Strohdach rutschte ab und begrub sie unter sich. Alle Rettungsversuche scheiterten.

1895 brachte Ausrückungen zu Bränden in Ranzles mit 8 Mann, Kleinzwettl bei Alois Hiess mit 26 Mann, Frühwärts bei Franz Kreuzer mit 13 Mann und nach Reinberg bei Eggenberger. Hier verbrannte auch der gesamte Viehbestand.

1896 war ein ruhiges Jahr ohne Ausrückungen zu Bränden.

1897 wurde zu je zwei Bränden in Kleingöpfritz (30. 3. und 14. 9.) und in Oberedlitz (7. 9. und 23. 9.) mit insgesamt 31 Mann ausgerückt.
Am 2. Jänner 1898 trat der bisherige Hauptmann Carl Krenn aus nicht näher bekannten Gründen ein Jahr vor Ablauf der Wahlperiode zurück und an seiner Stelle wurde der Tischler Christian Schandl zum Hauptmann gewählt. Hauptmannstellvertreter wurde der bisherige Exerziermeister, der Bäcker Franz Loidolt. In dieser Zeit scheint es einige Unruhe in der Wehr gegeben zu haben, wie es verschiedene Bemerkungen und Streichungen in der Stammliste besagen, und auch einige Austritte und ein Ausschluss scheinen dies zu belegen.
In diesem Jahr wurde zu Bränden in Engelbrechts am 17. 4. und am 12. 6. (9 Bauernhäuser und 4 Kleinhäusler) und in Thaya (Benzmühle) ausgerückt.

Am 9. 7. 1898 brannten in Weißenbach 4 Häuser (Wagner Engelbert, Dangl Johann, Loidolt Benedikt und Graussam) nieder. Das Haus Nr. 41 wurde von der FF Gastern gerettet. Deshalb wurde "an die Assekuranz Generali in Wien um Unterstützung angesucht".
Am 25. 9. desselben Jahres brannte es in Frühwärts bei Muhr und Litschauer. Das Anwesen Muhr brannte gänzlich nieder. Bei Litschauer wurden die Scheune und das Nebengebäude gerettet. Dafür erhielt die FF Gastern 15 Gulden Belohnung. Die Wasserversorgung war so schlecht, dass "die Feuerwehr die Spritzen nur anschauen konnte, ohne Wasser. Die Ortsbevölkerung blieb stehen und schaute dem Feuer zu".

Am 7. Mai 1899 vernichtete ein Brand das gesamte Anwesen des Heinrich Zimel in Weißenbach. Der Brand war von einem Ortsbewohner gelegt worden. Auch bei Zimels Nachbar Raimund Dangl hatte der Übeltäter Feuer zu legen versucht. Dieser Brand kam aber nicht zum Ausbruch. Der Brandleger wurde gefasst und büßte seine Untat mit 15 Jahren schweren Kerkers. Die Ortsbevölkerung war bei dieser Brandbekämpfung tätig, "weil sie fest angetrieben wurden". Die FF Gastern war im Einsatz.

Am 22. September 1900 wurde zu einem Scheunenbrand in Kautzen ausgerückt.

1901 war abermals am 24. August ein Brandeinsatz in Kautzen. Am 7. September brannte in Eggern ein alleinstehendes Haus nieder. Die FF Gastern rückte aus, kehrte in Ruders aber wieder um, da ihr Einsatz nicht mehr notwendig war. Am 29. 9. dieses Jahres wurde noch zu einem Brand dreier Bauernhäuser nach Kleingöpfritz ausgefahren.

1902 zerstörte ein Brand am 11. Juli 10 Bauernhäuser in Edelprinz. Die FF Gastern fuhr nur bis Kleingöpfritz, weil die Entfernung zum Brandort zu groß war.
Am 16. 11. 1902 brannten in Niederedlitz 6 Häuser ab. Gastern war zusammen mit 7 anderen Wehren im Einsatz.

Am 17. 7. 1903 gingen in Triglas 3 Häuser in Flammen auf. Bei der FF Gastern klappte es mit der Bespannung nicht, "weil niemand einspannen wollte". Am 19., 20. und 21. August 1903 brannten in Engelbrechts vier Bauernhäuser nieder. Gastern war an allen drei Tagen mit insgesamt 20 Mann im Einsatz. Auch zu den Bränden am 31. 8. in Reinberg-Litschau, am 4. 10. in Kautzen und am 15. 10. in Großeberharts wurde ausgerückt.

Am 16. 5. 1904 brannte in Kleinmotten das Wohngebäude des Lambert Loidolt nieder, am 21. 9. wurden in Pleßberg 5 Bauernhäuser durch einen Brand zerstört.

Im Jahre 1904 wurde die FF Gastern in den unter dem Protektorat des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand stehenden Ersten Niederösterreichischen Feuerwehrunterstützungsverein als ordentliches Mitglied aufgenommen und beurkundet.
Urkunden - 1904 -
Am 18. Mai 1905 wurde beim Brand eines Kleinhauses in Kautzen Löschhilfe geleistet.
Am 26. Juni 1905 entzündete um 2 Uhr nachmittags ein Blitz das eben erst wieder aufgerichtete Wohnhaus des Johann Eggenhofer in Gastern. Der Brand dehnte sich auch auf das Anwesen des Matthäus Litschauer, des Anibas und des Leopold Dangl ("Hofbauer") aus. Das Wohngebäude des Anibas und die Schupfe des Dangl wurden gerettet. Dies brachte der FF Gastern 50 Kronen Belohnung.
Glück im Unglück hatte Johann Eggenhofer. Er hatte kurz vor dem Brand zum Wiederaufbau seines Hofes bei der Kreissparkasse in Zlabings einen größeren Geldbetrag als Darlehen aufgenommen. Die Brieftasche mit dem Geld war im Haus geblieben. Eggenhofer glaubte, nun hätte er alles verloren. Bei den Aufräumungsarbeiten aber wurde die wie durch ein Wunder unversehrte Brieftasche mit dem ebenfalls unversehrten Geld gefunden und dem Besitzer übergeben.

1906 wurden in Kleingerharts, bei Zimmermann, bei einem Brand die Wirtschaftsgebäude vernichtet.

1907 waren Brände am 15. 8. in der Holzmühle durch Blitzschlag und am 29. 8. in Engelbrechts sowie ein Großbrand, der am 29. 9. dieses Jahres in Frühwärts ausbrach und 6 Häuser einäscherte. Ein Haus und eine Scheune wurden gerettet. Von der Ortsbevölkerung "wollte niemand helfen".

Am 13. 5. 1908 wurde zu einem Scheunenbrand in Triglas ausgerückt.
Am 2. Dezember 1908 war die FF Gastern an der Feier zum sechzigjährigen Regierungsjubiläum des Kaisers Franz Josef I. durch Aufmarsch beteiligt.

1909 war nach längerer Zeit kein Brand zu verzeichnen.
Die FF Gastern feierte in diesem Jahr ihr 25jähriges Bestandsjubiläum. In Verbindung damit fand zum ersten Mal ein Bezirksfeuerwehrtag in Gastern statt.

25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gastern - 1909
25 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gastern, 1909

Liegend: Mödlagl Heinrich, Schandl Franz
1. Reihe sitzend von links nach rechts: Hummel Johann, Endl Johann, Krenn Karl, Schandl Christian, Loidolt Franz, Dangl Leopold ("Hofbauer"), Fida Leopold sen.
2. Reihe stehend: Datler Ferdinand, Loidolt Vinzenz, Dangl Ferdinand, Eggenhofer Johann, Litschauer Matthäus, Dangl Johann, Schertler, Fida Leopold jun., Böhm Leopold
3. Reihe: Zimel Friedrich, Anibas Vinzenz, Winkelbauer Johann, Dimmel Alois, Fida Karl.
4. Reihe von rechts nach links: Litschauer Ferdinand, Endl Konrad, Dangl Johann, "Kirchen"-Dangl Franz, Schlosser Friedrich, "Kirchen"-Dangl Rupert, Zimmel Franz

Als zweites Feuerlöschgerät hatte die FF Gastern bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine schwere Doppelkolbenpumpe tschechischen Fabrikats in Verwendung. Wann sie angekauft wurde, ist uns nicht bekannt, doch liegt die Vermutung nahe, dass sie ein Jubiläumsgeschenk war. Auch diese Pumpe wurde später gemeinsam mit der Hydrophorspritze aus Platzmangel an einen Schrotthändler verkauft.
Aus Anlass des 25jährigen Bestandsjubiläums wurde das erste Gruppenfoto von Mitgliedern der FF Gastern angefertigt.

1910 war am 16. 4. ein Brand in Kleingerharts zu verzeichnen. Am 27. 7. des gleichen Jahres brannten in Kleinmotten die Anwesen des Gassalik und des Gruber vollständig nieder. Gastern konnte "wegen Wassermangels" nicht arbeiten.

1911 war ein Jahr ohne Brände. Bei der Neuwahl des Kommandos wurde wie schon 1902, 1905 und 1908 das Kommando (Schandl, Loidolt) in seiner Funktion bestätigt.

1912 brach am 12. 8. gegen Mitternacht in der Fackmühle bei Gastern ein Brand aus, der die gesamte Liegenschaft vernichtete. Die Ausrückung der FF Gastern wurde verzögert, weil "wegen des schlechten Weges niemand einspannen wollte".

1913 war noch einmal ein ruhiges Jahr ohne Brände.

1914 begann nach dem Attentat von Sarajewo der schreckliche Erste Weltkrieg. Auch die FF Gastern entrichtete ihren Blutzoll in diesem Völkermorden. Am 29. 7. 1916 fiel in Südtirol der Bauernsohn Franz Dangl, der Schuhmacher Leopold Fida starb am 22. April 1916 in russischer Gefangenschaft. Am 20. 1. 1917 fiel der Bauer Johann Eggenhofer in Russland und am 18. 11. 1917 Julius Loidolt. Der Bauernsohn Johann Litschauer wurde seit 1919 in Italien vermisst. Während des Krieges waren am 24. 9. 1917 ein Brand in Garolden, der die Anwesen des Kainz Julius, des Jony Leopold und des Eder Josef ganz (Jony, Eder) oder teilweise (Kainz) zerstörte. Die FF Gastern rückte mit 26 Mann aus und bekämpfte zusammen mit 6 anderen Wehren den Brand.

Am 14. 6. 1918 brannten in Garolden ein Wohngebäude und eine Schupfe nieder.

nach oben