2. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg bis zum Anschluss 1938

Die Wahlperiode von 1919 brachte eine Änderung im Kommando der FF Gastern. Wohl blieb der Tischler Christian Schandl Hauptmann, an Stelle des 1918 verstorbenen Stellvertreters Franz Loidolt wurde jedoch der 35jährige Postmeister Alois Dimmel in diese Funktion gewählt. Als Schriftführer und Kassier ist der Privatier Carl Krenn angeführt. Weiters finden wir als Rottenführer die Bauern Johann Endl, Leopold Dangl und Leopold Fida, Zeugwart war der Tischler Franz Schandl, Hornisten waren der Bauer Johann Dangl (Nr. 21) und der Bauer Johann Dangl (Nr. 41).

Im Brandbuch finden sich bis 1926 keine Eintragungen.

Am 29. März 1925 brachte die Neuwahl sämtlicher Funktionen folgendes Ergebnis:

Hauptmann: Alois Dimmel, Postmeister
Hauptmann-Stellvertreter: Johann Dangl, Tischler, Nr. 17
Exerciermeister: Adolf Müller, Bauer
Zeugwart: Franz Schandl, Tischler
Zeugwart-Stellvertreter: Johann Dangl, Bauer, Nr. 42
Schriftführer und Kassier: Franz Liebhart, Lehrer
Steigerführer: Konrad Endl, Bauer
Steigerführer-Stellvertreter: Ignaz Dangl, Bauernsohn
Spritzenmeister: Karl Fida, Weber
Spritzenmeister-Stellvertreter: Johann Zimmel, Bauer
Rottenführer der Schutzmannschaft: Johann Eggenhofer, Bauer
dessen Stellvertreter: Matthäus Litschauer, Ausnehmer

Der Schriftführer Franz Liebhart war es auch, der mit dem Schreiben des ersten Protokollbuches der FF Gastern begann.
Der bisherige Hauptmann Christian Schandl hatte die FF Gastern 27 Jahre hindurch geführt und wurde zum "Ehrenhauptmann" ernannt. Vor ihm hatte ebenfalls schon der Fabrikant Carl Krenn diesen Titel erhalten, der 1925 im 75. Lebensjahr starb.
1925 ist im Brandbuch kein Brand registriert.

In diesen Jahren der großen Weltwirtschaftskrise blieb auch unsere Feuerwehr von finanziellen Schwierigkeiten nicht verschont. Der absolute Tiefpunkt wurde im Jahre 1926 erreicht, als die Abrechnung über das abgelaufene Jahr 1925 einen Kassarest von lediglich 28 Groschen ergab.
1926 wurde zu drei Bränden ausgerückt, und zwar am 8. April nach Garolden (Kreuzer Alexander), am 20. Mai nach Pleßberg (Litschauer) und am 8. Juni wieder nach Garolden (Lieb Eduard).
1926 war Ehrenhauptmann Christian Schandl im 84. Lebensjahr verstorben.

1927 sind keine Ausrückungen zu Bränden aufgezeichnet. In diesem Jahr war die höchste Zahl an Neuaufnahmen (7) zu vermerken. Zum ersten Mal wurde auch der Wunsch nach einem leistungsfähigeren Löschgerät (Autospritze) geäußert.

Die Neuwahl am 24. März 1928 brachte in den führenden Funktionen keine wesentlichen Änderungen. Am 27. Juli dieses Jahres wurde zu einem Brand nach Kleingöpfritz (Appel) ausgerückt, und zwar mit 22 Mann.

1929 erfolgte am 26. August eine Ausrückung zu einem größeren Brand nach Eggern, bei dem "5 Scheuern und Wirtschaftsgebäude sowie ein Wohnhaus" den Flammen zum Opfer fielen.

1930 wurde die FF Gastern vom Bezirksverband verpflichtet, drei Mann als Sanitäter ausbilden zu lassen, da "der Ort von einer Kraftwagenlinie der Post durchfahren wird und bei Unglücksfällen rasch geholfen werden kann".
Brandausrückungen waren am 17. 2. in Wiesmaden (Grünberger) und am 21. 7. abermals in Wiesmaden (Dietl Konrad). Bei beiden Bränden waren arge Schwierigkeiten mit der Wasserbeschaffung zu vermerken.
In der Ausschusssitzung vom 13. 6. 1930 wurde die Gemeinde Gastern vom Kommando der Feuerwehr aufgefordert, die bestehenden teilweise desolaten Löschwasserversorgungsanlagen zu sanieren und weitere notwendige Einrichtungen neu anzulegen, sowie das Feuerwehrdepot mit einer Zwischendecke aus Holz zu versehen, "damit vom Ziegeldach abbröckelnder Mörtel nicht in die Spritzen gelangen kann". Diese Maßnahmen waren vom Bezirksverband gewünscht worden. Abermals wurde die Möglichkeit der Anschaffung eines modernen Löschgerätes diskutiert. Eine Motorspritze, eine Autospritze oder eine fahrbare Rotationsspritze wurden ins Auge gefasst. Eine Abordnung von vier Mann (Stellvertreter Dangl, Rottenführer Ignaz Dangl, Rottenführer Franz Eigl und Schriftführer Franz Liebhart) sollte auf der Wiener Messe Erkundigungen über den Ankauf einholen.

1931 wurde auch beschlossen, das unentschuldigte Fehlen bei Pflichtübungen und Pflichtausrückungen mit Ordnungsstrafen zu belegen und bei mehrmaliger Wiederholung mit Ausschluss aus dem Verein zu bestrafen. So streng waren damals die Bräuche.
Die Neuwahl am 24. März 1931 brachte, da der bisherige Hauptmann Alois Dimmel gebeten hatte, von seiner Wiederwahl Abstand zu nehmen folgendes Ergebnis: Hauptmann Johann Dangl (Nr. 17), Stellvertreter Franz Eigl, Exerziermeister Ignaz Dangl, Kassier Alois Dimmel.
Stellvertreter Eigl und Schriftführer Liebhart wurden beauftragt, eine Sammelliste für den Ankauf einer Motorspritze bei der Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya zu beantragen.
Am 8. April 1931 wurde zu einem Brand nach Kleinzwettl im Anwesen des Ignaz Bauer ausgerückt, und zwar mit 30 Mann. Erstmals ist hier auch die Einsatzdauer von 17.30 - 22.30 Uhr angegeben.
Als Brandursache wurde Brandlegung aus Rache vermutet. Die Liegenschaft brannte vollständig nieder. Ein Übergreifen des Brandes auf Nachbarobjekte konnte verhindert werden.
Am 30. Mai 1931 brach im Anwesen des Johann Kainz ("Dechanthansl") in Reinberg-Litschau ein Brand aus, dem zwei Wohnhäuser (Kainz und Nachbar Wurz) sowie deren sämtliche Nebengebäude zum Opfer fielen. Die Wasserversorgung war sehr schlecht und erfolgte über eine "700 Meter (!) lange Schlauchlinie". In diesem Jahr waren auch Ausrückungen am 21. 6. zum Bezirksfeuerwehrtag nach Pleßberg mit 18 Mann und zum Landesfeuerwehrtag nach Gmünd am 16. 8. mit 12 Mann zu verzeichnen.
Die Sammlung für den Ankauf der Motorspritze erbrachte ein Ergebnis von S 1.937,96.

1932 trat die Gemeinde Gastern mit dem Ersuchen an die Feuerwehr heran, ihr die verfügbaren Spareinlagen als Darlehen "für die Erbauung einer elektrischen Leitung von Waidhofen" zur Verfügung zu stellen. In der Jahreshauptversammlung vom 6. Jänner 1932 wurde beschlossen, dem Ersuchen der Gemeinde stattzugeben und einen Betrag von Schilling 2000,- zu leihen.
1932 wurde zu 6 Bränden ausgerückt. Am 20. 5. nach Kleingöpfritz (Gasthaus Biegl), nicht datiert sind die Brände in Wiesmaden (Ignaz Gratzl) und Reinberg-Heidenreichstein (Gratzl). Im letzten Fall musste das Löschwasser aus dem 2.000 Meter entfernten Stockteich (Grünau) unter Zuhilfenahme von zwei Motorspritzen und drei Handdruckspritzen herbeigeschafft werden.
Am 19. 9. nachmittags brannte in Gastern beim Hauptmann-Stellvertreter Franz Eigl das gesamte Anwesen nieder. Brandursache war ein defekter Rauchfang.
Ferner war ein Brand (nicht datiert) in Immenschlag bei Josef Oehlzand, dem das Ausnahmsstüberl zum Opfer fiel.
Am 1. 12. brannte in Ruders das Anwesen des Josef Gruber vollständig nieder. Eine 800 Meter lange Löschleitung wurde vom Feldteich (Grünau) gelegt, da kein Löschwasserbehälter vorhanden war.
Anlässlich der Feierlichkeiten der Markterhebung von Gastern hatte die Feuerwehr den Ordnungs- und Bereitschaftsdienst zu leisten sowie zur "Paradeausrückung" anzutreten. Besonders geehrt wurde Kassier Alois Dimmel durch die Verleihung einer Anerkennungsurkunde des Landesfeuerwehrverbandes für seine 30jährige Mitgliedschaft in der FF Gastern.

Urkunde für Alois Dimmel - 1932


1933 wurde zu Bränden nach Ruders (Biringer), hier wird eine Verletzung des Zeugwartes Johann Dangl (Nr. 42) gemeldet, und nach Weißenbach (Johann Müllner) ausgerückt.
Im September dieses Jahres zerstörte ein Großbrand fünf Häuser in Eggern. Auf den erfolgten Hilferuf griffen auch die Feuerwehren von Gastern, Waidhofen an der Thaya und Gmünd in die Brandbekämpfung ein.
Weiters waren noch am 20. 11. in Weißenbach (Winkelbauer Julius) und am 23. 11. in Peigarten (Kargl) Brandeinsätze zu verzeichnen.

Die Jahreshauptversammlung am 6. Jänner 1934 bedurfte wegen des herrschenden Versammlungsverbotes erst der Genehmigung durch die Bezirkshauptmannschaft Waidhofen an der Thaya.
Wichtigster Beschluss war der Ankauf einer Motorspritze von der Fa. Rosenbauer. Da die Gemeinde keinerlei finanzielle Beiträge zu dem Ankauf leisten konnte, fiel die Wahl auf eine Motorspritze der Type R 24 mit 10 PS Einzylinder-Zweitaktmotor mit Kapselschieberausgang und 400 bis 650 Liter Förderleistung. Der Kaufpreis betrug S 3.470,- und wurde von der FF Gastern aus den vorhandenen Eigenmitteln bestritten.

Motorspritze 1934
Erste Motorspritze der Freiwilligen Feuerwehr Gastern - 1934


Die Neuwahl der Vereinsleitung am 25. März 1934 erbrachte folgendes Ergebnis: Hauptmann Alois Dimmel, Stellvertreter Johann Dangl (Nr. 17). Die Gewählten waren jedoch nicht bereit, die Funktionen zu übernehmen. In der Ausschusssitzung vom 2. April wurde eine Wahlwiederholung beschlossen und der 2. Wahlgang erbrachte am 2. April 1934 das folgende Ergebnis: Hauptmann Franz Eigl, Stellvertreter Ignaz Dangl (Nr. 17). Der scheidende Hauptmann Johann Dangl wurde zum Ehrenhauptmann ernannt. Für ihre 50jährige Mitgliedschaft wurden Johann Eggenhofer und Leopold Dangl zu "Ehrenrottenführern" ernannt. Ferner wurde am 21. April 1934 die Gründung einer Sanitäts- und Rettungsabteilung beschlossen und zu deren Kommandanten Herr A. Dimmel gewählt. Stellvertreter war Herr Johann Dangl. Der Abteilung gehörten außerdem noch weitere 7 Mitglieder der FF Gastern an. Ihre Ausbildung besorgte Gemeindearzt Dr. Max Röckl.
Für die neue Motorspritze wurde ein Spritzenwagen bei der Fa. Höbinger in Puch um S 365,- gekauft.
Am 28. Mai wurde die neue Motorspritze von der Fa. Rosenbauer geliefert. Heinrich Dangl, Anton Strasky und Franz Schandl wurden zu Maschinisten ausgebildet.
Als Datum für das fünfzigjährige Bestandsjubiläum und der damit verbundenen Motorspritzenweihe und den Bezirksfeuerwehrtag wurde Sonntag, der 3. Juni 1934, gewählt.
Schon am Vorabend nahmen die Feierlichkeiten ihren Anfang mit der Verleihung der zu diesem Anlass eigens geschaffenen Jubiläumsmedaille. In Gold wurde sie den beiden Gründungsmitgliedern Johann Eggenhofer und Leopold Dangl verliehen. Alle Mitglieder mit mehr als 10 Dienstjahren wurden mit der silbernen Medaille dekoriert, jene mit weniger als 10 Dienstjahren erhielten die Medaille in Bronze. Anschließend bewegte sich ein Fackelzug durch den Ort. Beim Kriegerdenkmal wurde der Gefallenen des Weltkrieges gedacht. Sodann marschierte der Festzug zum Hause der Spritzenpatin Frau Marie Dimmel, der von der Musik ein Ständchen gebracht wurde. Ebenso wurde der in Gastern weilende Bezirkshauptmann Hofrat Fritz geehrt. Der Zug löste sich beim Postamt wieder auf und der Abend schloss mit einem gemütlichen Beisammensein im Gasthaus Dimmel.
Der eigentliche Jubiläumstag war Sonntag, der 3. Juni 1934. Um 1/2 10 Uhr zelebrierte Pfarrer Gruber den Festgottesdienst. Nachher begaben sich die Festteilnehmer zum Friedhof, wo der Ortspfarrer eine Gedenkrede hielt und Hauptmann Eigl einen Kranz für die verstorbenen Kameraden niederlegte.
Um 13.00 Uhr begann der Empfang der auswärtigen Feuerwehren. Aus dem Bezirk Dobersberg erschienen 32 Feuerwehrabordnungen mit insgesamt 323 Mann, aus anderen Bezirken 7 Delegationen mit 66 Mann, und rechnet man die 46 angetretenen Männer der FF Gastern dazu, so waren insgesamt 435 Feuerwehrmänner versammelt.
Sodann wurden die Spritzenpatin und die Ehrengäste eingeholt. Nach der Begrüßungsansprache durch den Hauptmann und mehreren von Schulkindern vorgetragenen Willkommensgedichten, hielt Pfarrer Gruber die Festrede und nahm dann die feierliche Weihe der neuen Motorspritze vor.
Es folgten nun Ansprachen des Bezirksobmannes und des Bezirkshauptmannes, welcher auch den beiden "Fünfzigern" die ihnen von der Landesregierung verliehenen Anerkennungsurkunden überreichte. Nachher wurden verdiente Feuerwehrmänner geehrt.
An den Festakt schloss sich ein von Schulkindern dargestellter historischer Rückblick über das Werden der FF Gastern. Die Sanitätsabteilung hielt eine vielbeachtete Schauübung ab und ebenso wurde eine Gruppenübung gezeigt.
Den Abschluss der offiziellen Feierlichkeiten bildete ein Festzug. Das geplante Gartenkonzert fiel "ins Wasser", als strömender Regen einsetzte.
Die Ehrengäste waren noch bei der Spritzenpatin zur Festtafel geladen und am Abend fand ein Tanzkränzchen statt.

50 Jahres FF Gastern - 1934

50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Gastern, 1934

Hornisten: Dimmel Anton, Schandl Franz
1. Reihe: Winkelbauer Johann, Kainz Johann, Dangl Johann, Liebhart Franz,
Eggenhofer Johann, Eigl Franz, Dangl Ignaz, Dangl Leopold ("Hofbauer"),
Dimmel Alois, Dangl Johann (Tischler), Schandl Franz
2. Reihe: Popp Eduard, Hermann Leopold sen., Reininger Johann, Lieb Stefan,
Dangl Heinrich, Schrenk Franz, Popp Ludwig, Loidolt Anton, Loidolt Franz
3. Reihe: Neumayer Konrad, Hirschmann Johann, Eggenhofer Emmerich,
Loidolt Leopold, Popp Adolf, Mödlagl Emmerich, Weißenböck Karl, Zimmel Friedrich


Auch in diesem, für die FF Gastern so bedeutsamen und festlichen Jahr waren drei Ausrückungen zu Bränden notwendig. Am 3. April um 19.00 Uhr brach in Ruders ein Brand aus, der die Anwesen Zach, Fasching und Gruber in Schutt und Asche legte. Wieder einmal zeigte sich, dass die vorhandenen Löschwasserbehälter nicht ausreichten und rasch erschöpft waren. Die Autospritzen von Waidhofen und Heidenreichstein blieben wegen Wassermangels unbetätigt.
Am 27. April 1934 fielen einem Brand in Kleinzwettl im Anwesen Redl Hausdach, Stall und Scheune zum Opfer.
Im Mai dieses Jahres brannte das Kleinhaus des Miedler Leopold in Reinberg nieder. Die anwesenden Feuerwehren konnten den Brand wegen Wassermangels nicht bekämpfen.

1935 wurden neue Dienstgradabzeichen eingeführt. Der Dienstgrad "Exerziermeister" wurde zum "Zugsführer", die "Spritzenmeister" wurden "Maschinisten".
Am 21. Juli 1935 wurde die neue Motorspritze überprüft und erhielt einen positiven Bescheid.
Hauptmann Eigl und Schriftführer Liebhart besuchten in diesem Jahr in der Feuerwehrschule Wr. Neustadt den Führerkurs der Unter- und Oberstufe und legten die vorgesehene Führerprüfung ab. Obermaschinist Heinrich Dangl besuchte, ebenfalls in Wr. Neustadt, einen Maschinistenkurs.
In finanzieller Hinsicht war die Feuerwehr durch die hohen Ausgaben, vor allem durch den Ankauf der Motorspritze, überfordert worden. Hinzu kam noch die teure Umrüstung auf neue Dienstgradabzeichen. Deshalb musste in diesem Jahr zur Deckung der Verbindlichkeiten ein Darlehen von S 260,- bei der Raiffeisenkasse aufgenommen werden.
Zu Bränden musste in diesem Jahr nicht ausgerückt werden.

1936 bestanden die finanziellen Probleme weiter und deshalb wurde die Gemeinde um Gewährung einer Subvention gebeten, um die notwendigen Ausgaben bestreiten zu können.
Heinrich Dangl legte die Führerprüfung der Unterstufe ab und Franz Schandl jun. den Maschinistenkurs.
Rottenführer Johann Dangl (Nr. 17) und Schutzmann Friedrich Zimmel feierten in diesem Jahr das Jubiläum ihrer 40jährigen Zugehörigkeit zur FF Gastern und wurden im Rahmen des Bezirksfeuerwehrtages in Peigarten durch Verleihung der Verdienstmedaille geehrt.
Als Naturalsubvention erhielt die Wehr im April von der Landesregierung 125 Meter Druckschläuche und im November eine Geldsubvention von S 350,-, wodurch die anfangs erwähnten Finanzprobleme aus der Welt geschafft wurden.
Am 23. April 1936 wurde zu einem Brand im Anwesen Müller in Triglas ausgerückt. Die neue Motorspritze erhielt dabei ihre "Feuertaufe" und war zur Brandbekämpfung mehr als 2 Stunden lang bei tadelloser Funktion eingesetzt.
Am 1. November dieses Jahres um 22.30 Uhr entstand vermutlich durch ein Allerseelenlicht ein Zimmer- und Dachbodenbrand bei Willibald Praschinger, der von Gasthausbesuchern entdeckt wurde. Die Hausbewohner wurden aus dem Schlaf geweckt und der Brand innerhalb von 15 Minuten gelöscht.
Eine Ausrückung zu einem festlichen Anlass verdient noch hier erwähnt zu werden. Der bei der FF Gastern hoch in Ehren stehende Pfarrer des Ortes Franz Gruber feierte in diesem Jahr sein silbernes Priesterjubiläum; Grund genug für die Feuerwehr, zu diesem Anlass zur Gratulation auszurücken.
1937 wurde von den Mitgliedern endgültig die Einziehung einer Holzdecke und die Errichtung eines Schlauchturmes im Zeughaus beschlossen. Ferner beschloss man erstmals Gebühren für die Entleihung von Feuerwehrgeräten zu privatem Gebrauch einzuheben. So sollte eine Betriebsstunde der Motorspritze S 25,- und das notwendige Bedienungspersonal pro Stunde S 1,- kosten, andere Leihgebühren wie etwa für die Hydrophorspritze, Leitern, Schläuchen und Mannschaftswagen wurden auf Vereinbarung je Fall festgesetzt. Die Entlehnung fiel nach Zustimmung durch den Hauptmann oder dessen Stellvertreter in die Verantwortlichkeit von Zeugmeister und Maschinisten.

Das alte Feuerwehrhaus mit Schlauchturm
Das alte Feuerwehrhaus mit Schlauchturm


Heinrich Dangl, der sich schon im Vorjahr der Führerprüfung der Unterstufe unterzogen hatte, legte auch diejenige der Oberstufe mit Erfolg ab, und dies wieder, wie schon vorher, ohne die Vereinsfinanzen zu belasten. Ein richtiger Idealist!

Bei der am 21. März 1937 abgehaltenen Neuwahl scheinen als Hauptmann wieder Franz Eigl, als Stellvertreter Anton Kasses auf. Zugsführer wurde Johann Kainz und Zeugwart Heinrich Dangl. Franz Schrenk und Anton Strasky wurden Rottenführer.
In diesem Jahr wurden auch die Arbeiten zur Errichtung des Schlauchturms in Angriff genommen, dieser mit Eternit verkleidet und gedeckt, und im Oktober fertiggestellt. Viele kostenlose Helfer waren tätig. Die Gemeinde beschaffte das Bauholz. Die Baukosten beliefen sich auf S 525,-.
Der Schriftführer Franz Liebhart wurde von der Delegiertenversammlung des Bezirkes Dobersberg zum Bezirksfeuerwehrbeirat gewählt. Er wurde auch als Delegierter zum Landesfeuerwehrtag in Laa/Thaya entsandt.
Am Allerseelentage 1937 fand unter Beteiligung der Feuerwehr eine "Vaterländische Kundgebung" mit Fackelzug und Kriegerehrung statt.
Am gleichen Tage wurde der Hochw. Herr Pfarrer Gruber wegen seiner Übersiedlung nach Gerasdorf verabschiedet. Die Wehr verlor in ihm einen "wertvollen Freund und Gönner".
In diesem Jahr musste zu Bränden nicht ausgerückt werden, jedoch wurde eine größer angelegte Übung im Schulgebäude des Ortes abgehalten.

Im Jänner 1938 beschlossen die Mitglieder der FF Gastern, alle Zusammenkünfte und Versammlungen in Uniform zu absolvieren. Die Theatergruppe führte zugunsten der Feuerwehr das Volksstück "Seine Majestät, der Dickschädel" auf.
Im März dieses Jahres erfolgte der "Anschluss" Österreichs an das Großdeutsche Reich und die sich daraus ergebenden Änderungen betrafen auch die Feuerwehren (siehe "3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges").
Am 20. Juli dieses Jahres erfolgte die Oberprüfung der neuen Motorspritze, und es wurde übermäßiges Spiel der Lager als Mangel festgestellt. Nach längeren Verhandlungen erklärte sich die Lieferfirma bereit, den Fehler zu beheben, da das Gerät noch keiner nennenswerten Belastung ausgesetzt worden war.

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