3. Die Zeit des Zweiten Weltkrieges

1939 erging die Weisung des Reichsführers der SS und Chefs der Deutschen Polizei, dass die Freiwilligen Feuerwehren in die Deutsche Polizei überzuleiten und das Vereinsvermögen der Gemeinde zu übergeben sei.

Im Jänner war die FF Gastern im Dienste der Winterhilfswerk-Sammlung (WHW) tätig. In diesem Jahr fand auch in Reinberg-Dobersberg der letzte Bezirksfeuerwehrtag statt. Kurze Zeit danach wurden alle Bezirksverbände der Feuerwehren aufgelöst. Hiemit enden die Aufzeichnungen des 1. Protokollbuches.

Am 1. September dieses Jahres begann der Zweite Weltkrieg, der den vor kaum einer Generation beendeten Ersten Weltkrieg noch um vieles an Furchtbarkeit übertreffen sollte.

Während dieser Zeit gab es in Gastern trotzdem eine Feuerwehr. Sie wurde aus den Männern, die vom Wehrdienst befreit waren, und aus jungen Burschen, die noch nicht zum Wehrdienst herangezogen werden durften, rekrutiert. Von Freiwilligkeit war in dieser Zeit keine Rede mehr.

Wehrführer war der Weber Anton Kasses, Stellvertreter Ignaz Dangl, Schriftführer war der Landwirt Johann Wirtl, Kassier der Postmeister Alois Dimmel. Als Zugsführer finden wir den Landwirt Johann Kainz, als Rottenführer der Steiger den Landwirt Johann Hirschmann, als seinen Stellvertreter den Bäcker Leopold Loidolt. Rottenführer der Spritzenmannschaft war Josef Miksch, sein Stellvertreter Franz Zimmel, Rottenführer der Schutzmannschaft war der Ausnehmer Johann Winkelbauer, Stellvertreter der Händler Konrad Neumayer. Zeugwart war Heinrich Dangl, 1. Maschinist Johann Dangl (Nr. 42), 2. Maschinist Alois Österreicher, 3. Maschinist Heinrich Mödlagl, 4. Maschinist Josef Praschinger, 5. Maschinist Franz Dimmel, Hornisten Franz Schrenk jun. und Ernst Reininger.

Im Brandbuch finden sich aus dieser Zeit folgende Eintragungen über Brandeinsätze: 16. 2. 1941 in Thaya bei Leopold Kasses, am 27. 7. 1944 in Wiesmaden bei Anton Bruckner, dem das gesamte Anwesen zum Opfer fiel; August 1944 in Kautzen bei Pausch.

Ferner ist noch die Abschrift einer Meldung über eine am 18. 7. 1943 in Gastern zwischen 21.00 und 22.00 Uhr abgehaltenen Nachtübung erhalten. Daran nahmen auch die Wehren von Frühwärts, Weißenbach-Kleinmotten sowie die "Feuerwache" Kleinzwettl teil. Als Brandobjekt wurde das Haus Nr. 19 (Müller) angenommen.
Weitere Aufzeichnungen waren nicht mehr existent.

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